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LoReNa geht an den Start

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Nottuln

LoReNa. Der Name steht aber für den lokalen Vertrieb regional erzeugter Produkte zur nachhaltigen Stärkung ländlicher Versorgungsstrukturen (Lokal, Regional, Nachhaltig). Klingt ein wenig sperrig. Daher: Es geht um einen Online-Marktplatz für lokale Produkte. Nottuln ist dabei.

LoReNa-Projektmanagerin Elena Geuking (l.) informiert sich bei Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes und Wirtschaftsförderer Christian Driever über das Angebot von lokalen Produkten. Foto: Gemeinde Nottuln

Als LoReNa-Projektmanagerin Elena Geu­king Nottuln jetzt ihren Antrittsbesuch abstattete, war sie begeistert. Und das nicht nur, was den historischen Ortskern anging. Sehr angetan war sie auch von der Vielfalt an lokal erzeugten Produkten, die in Nottulner Geschäften oder Hofläden zum Verkauf angeboten werden. Gemüse und Obst gehören genauso dazu wie Blumen, Backwaren, Kaffee oder besondere, teils sogar zertifizierte Fleischwaren. Doch nicht nur Lebensmittel, sondern auch andere Dinge wie Campingartikel, Haushaltsgegenstände, ausgefallene Deko oder Fahrräder zählen dazu.

Bündelung von Angeboten zum Vorteil für Verbraucherinnen und Verbraucher

Geukings Aufgabe ist es seit Anfang Juli, zusammen mit ihrer Kollegin Jana Friedrich, die ab August dazukommt, die Angebote so zu bündeln, dass es für die Verbraucher künftig ein Leichtes ist, sich einen Überblick über die Angebote zu verschaffen. Und zwar ohne, dass diese dafür einzelne Läden abklappern oder auch nur die Homepages der einzelnen Anbieter durchstöbern müssen.

Dahinter steckt LoReNa, ein Projekt, das in diesen Tagen startet. Der Name steht für den lokalen Vertrieb regional erzeugter Produkte zur nachhaltigen Stärkung ländlicher Versorgungsstrukturen (Lokal, Regional, Nachhaltig).

Neue Städte und Gemeinden machen mit

Insgesamt neun Kommunen – Ascheberg, Billerbeck, Coesfeld, Drensteinfurt, Havixbeck, Nottuln, Rosendahl, Senden und Sendenhorst – haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam einen digitalen Marktplatz zu entwickeln. Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes ist begeistert: „Am Ende der Entwicklung steht eine Plattform, mit der wir die Verbraucherinnen und Verbraucher nicht nur auf unser großes lokales und damit individuelles Angebot hinweisen können. Wir schaffen damit auch eine Möglichkeit, online einkaufen zu können – sogar mit Lieferservice.“ Und Wirtschaftsförderer Christian Driever ergänzt: „Wir bieten unseren Firmen vor Ort damit die Möglichkeit, sich einen neuen Vertriebsweg zu erschließen.“

Komfortabel einkaufen

Geuking erklärt das Ziel des Projekts: „Kundinnen und Kunden sollen komfortabel online einkaufen können, so wie sie es von großen Anbietern gewohnt sind.“ Konkret: Die Bücher aus der lokalen Buchhandlung bestellen, ein paar Freilandeier und eine neue Hundeleine? Alles wird auf einer einzigen Plattform angeboten, einheitlich abgerechnet und auf Wunsch geliefert. „Da es schwieriger ist, ein solches Angebot auch im ländlichen Raum kostendeckend anzubieten, sind wir zunächst auf der Suche nach einer intelligenten Logistiklösung, die nachhaltig, also über den Förderzeitraum hinaus bestehen bleibt.“

Dabei erhält das Projektteam wissenschaftliche Unterstützung und möchte sich dafür ausdrücklich bedanken. Geuking berichtet: „Vier Studentengruppen aus dem Fachbereich Logistik der Fachhochschule Münster haben sich schon mit den Anforderungen auseinandergesetzt. Unter Anleitung von Prof. Dr. Franz Vallée präsentierten sie ihre innovativen und detaillierten Vorschläge.“

Projekt soll lokalen Handel stärken

Zunächst starten die Projektleiterinnen eine umfassende Analyse. Dazu untersuchen sie unter anderem ähnliche Projekte, um herauszufinden, was bereits gut funktioniert und welche regionalen Besonderheiten anders gelöst werden sollten. Nach einem Abgleich mit den Ansätzen der Studenten stellen sie diesen Ideen die Bedürfnisse von möglichen Anbietern und Konsumenten gegenüber. Im Herbst wollen die beiden dann in die Praxis wechseln und die Ergebnisse möglichen Projektpartnern vorstellen.

Einkaufen der Zukunft

Das Angebot dient nicht nur der Stärkung des lokalen Handels. Es ist gleichzeitig eine innovative Versorgungsmöglichkeit für ältere Menschen, die Anwohner in Streusiedlungen und Familien – genau genommen für jeden, der bewusst vor Ort oder bei Direktvermarktern einkaufen möchte, dies aber aufgrund des Zeitaufwands oder der Entfernungen nicht tut. Die Lieferung an die Kunden erfolgt innerhalb eines vorher festgelegten Zeitfensters. Auch eine Abholung an Pick-Up-Stationen soll möglich sein.

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