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Offene Jugendarbeit

Heimweh nach Gemeinschaft

Nottuln

Ein Jahr Offene Kinder- und Jugendarbeit in Zeiten der Pandemie. Der Treffpunkt Jugendarbeit blickt zurück auf Chancen und Gefahren.

wn

Gemeinsam kochen in der „Maskenzeit“. Zwischenzeitlich waren solche Angebote im Treffpunkt möglich. Foto: Treffpunkt Jugendarbeit

Im Rahmen der Bürotür des Treffpunktes in Nottuln klebt ein Kreppstreifen, auf dem steht: „11. März 2020, 1,41 m“ und dann ein Name. Das war fast genau vor einem Jahr. Und der Junge, dessen Körpergröße an einem ganz normalen Trefftag „aus lauter Jux und Dollerei“ gemessen und festgehalten wurde, ist seitdem um einiges gewachsen. Aber seit diesem Tag war nichts mehr normal oder eben „anders normal“, schreibt das Team vom Treffpunkt Jugendarbeit in einer Pressemitteilung.

Ab März ging es in den ersten Lockdown und von da an von einer Coronaschutzverordnung in die nächste. Am 16. März ist dann der erste Eintrag in das digitale Tagebuch einer gewissen „Corinna“ geschrieben worden. Weitere Einträge folgten, zunächst täglich, später dann wöchentlich, „und niemand hätte gedacht, dass wir heute noch daran schreiben“, sagt die pädagogische Leiterin Annette Mielke.

Die Offene Kinder- und Jugendarbeit in Zeiten der Pandemie startete mit ersten Gehversuchen, die Arbeit online zu gestalten. Dabei stand immer im Fokus, für die Kinder und Jugendlichen erreichbar zu sein und Kontakt zu halten. Dann die Wiederöffnung mit Angeboten in Kleingruppen mit vielen aufgeklebten Pfeilen, Hinweisen, Einbahnstraßen, Spuckschutz und Ähnlichem im Treffpunkt, gefolgt von einem fast entspannten Sommer mit Ferienprogramm, zwar ohne Busreisen, aber mit vielen schönen Ausflügen in die nähere Umgebung. Mit dem Herbst kam dann die „Maskenzeit“ und die Zehner-Bezugsgruppe. „Am letzten Tag vor dem Winter-Lockdown im Dezember wurde im Jugendzentrum in Nottuln gemeinsam das große Döneressen genossen. Und dann sind alle nach Hause gegangen“, erinnert sich das Team.

Jetzt gibt es ein strukturiertes Wochenprogramm mit virtuellen und hybriden Angeboten, mit Ausleih- und Lieferservice und vielem mehr. Das sei ein „zwangsweiser Schubs“ in die Nutzung von digitalen Möglichkeiten und sicher eine Bereicherung, wie viele weitere neue Angebotsformen, die sich aus der Krise entwickelt haben, resümiert das Team. „Dennoch haben wir Heimweh nach echten Erlebnissen, menschlicher Nähe, Gemeinschaft, Krach, Chaos und offenen Türen. Wir haben Heimweh nach Zukunft und sind voll Vorfreude und Neugier, was diese bringen wird.“

Was die lange Zeit der Pandemie mit Kindern und Jugendlichen gemacht hat, das wisse man noch nicht. „Umso mehr sollten wir alle genau hinhören und wahrnehmen, was sie uns zu sagen und welche Bedürfnisse sie haben.“

Die Frage, wer denn wohl die rätselhafte Corinna ist, beantwortet das Team gerne – am Lagerfeuer, am Tag der Offenen Tür, beim nächsten Konzert, beim Pizzaabend, bei einer Runde Karten ...

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