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Leihgabe an die Gemeinde

Historische Möbel wieder in Nottuln

Nottuln

Einst standen sie in den Privaträumen des früheren Amtsbürgermeisters Kalbhen in der von der Reckschen Kurie in Nottuln, dann in Düsseldorf: vier historische Möbel, davon drei aus dem 18. Jahrhundert. Nun sind die Möbel wieder in Nottuln.

Ludger Warnke

Margarete Rademacher, Petra Lünhörster-Bauhoff und Bürgermeisterin Manuela Mahnke (v.l.) vor dem großen Aussteuerschrank von 1735, der zunächst einen Platz im Büro der Bürgermeisterin gefunden hat.       Foto: Ludger Warnke

Der Hauch der Geschichte ist zu spüren: Vier historische Möbelstücke, eines davon fast 300 Jahre alt, sind wieder in ihre alte Heimat Nottuln zurückgekehrt. Die Möbel aus der Zeit der Stiftsdamen stammen aus den Privaträumen des früheren Amtmanns und Amtsbürgermeisters Heinrich Kalbhen (Amtszeit vom 1. Dezember 1916 bis Frühjahr 1945), der in der von der Reckschen Kurie im Nottulner Ortskern gewohnt hat. Petra Lünhörster-Bauhoff (67), in Düsseldorf lebende Enkelin von Heinrich Kalbhen, war es ein Bedürfnis, dass diese Möbel an ihrem früheren, ursprünglichen Standort wieder zur Geltung kommen, gern auch in einem Museum. Deshalb überlässt sie einen Aussteuerschrank von 1735, eine Truhe von 1769 sowie zwei Standuhren, eine davon ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert, zunächst als „kostenlose Leihgabe“ der Gemeinde Nottuln. Die Möbel, die jetzt nach Nottuln zurückgekehrt sind, hat Heinrich Kalbhen Anfang der 1950er-Jahre seiner in Düsseldorf lebenden Tochter als Starthilfe für ein neues Zuhause geschenkt.

Bei einem Treffen am Montag tauschten sich Petra Lünhörster-Bauhoff und Bürgermeisterin Manuela Mahnke über die Geschichte der Möbel aus. Mit dabei Margarete Rademacher, die letztlich diese Möbelrückkehr ausgelöst hat.

Zur Leihgabe an die Gemeinde Nottuln gehört auch diese Truhe aus dem Jahr 1769. Foto: Ludger Warnke

Margarete Rademacher, die als Ortsführerin, zertifizierte Märchenerzählerin, Droste-Rezitatorin und Sängerin weithin bekannt ist, hat vor vier Jahren Petra Lünhörster-Bauhoff und ihre Verwandten durch den Ortskern geführt. Das Wiedersehen mit Nottuln löste bei den Gästen große Emotionen aus. Begeistert zeigten sie sich von den Überlegungen, in Erinnerung an die Zeit der Stiftsdamen ein ganz besonderes Frauenmuseum in Nottuln zu etablieren. Die Ausführungen von Margarete Rademacher zu dieser Idee waren offenbar so überzeugend, dass Petra Lünhörster-Bauhoff damals spontan versprach, wenn sie sich im Alter wohnungsmäßig verkleinern werde, dann werde sie einige Möbel ihres Großvaters Nottuln überlassen, zunächst als Leihgabe für die Gemeinde und im Falle der Museumsgründung als Exponate für eben dieses Museum.

Die ältere der beiden Standuhren hat ein interessantes Zifferblatt mit der Ansicht eines Dorfes. Foto: Ludger Warnke

Der Kontakt seit dieser Ortsführung vor vier Jahren riss nie ab. Jetzt ist die Düsseldorferin in eine kleinere Wohnung umgezogen, „und natürlich halte ich mein damals gegebenes Versprechen“, erklärte sie am Montag. Bürgermeisterin Manuela Mahnke dankte Petra Lünhörster-Bauhoff und überreichte als Zeichen des Dankes und der Erinnerung an Nottuln ein von Theo Damm gefertigtes Aquarell, das die von der Recksche Kurie zeigt.

Margarete Rademacher hält weiterhin an der vor einigen Jahren entwickelten Idee eines besonderen Frauenmuseums für Nottuln fest. „Mir ist wichtig, dass die Geschichte Nottulns nicht vergessen wird und dass sie auch den jüngeren Menschen nahe gebracht wird“, betont sie im WN-Gespräch. Die Nottulnerin steht deshalb weiter in Kontakt mit Bürgern, die für so ein Museum spannende Exponate zur Verfügung stellen wollen, und sie ist weiter auf der Suche nach geeigneten Räumen.

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