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Blues in Nottuln: „Jenny and the Steady Go‘s“

Im Rausch der Fifties

Nottuln

Wenn Jenny Thrill und ihre Jungs loslegen, dann beben selbst ehrwürdige Gebäude wie die Alte Amtmannei. Die Rock‘n‘Roll-Band „Jenny and the Steady Go‘s“ sorgte in Nottuln für super Stimmung.

Von Axel Engels

„Jenny and the Steady Go‘s“ zauberten das jugendliche Lebensgefühl der Fünfzigerjahre in die Alte Amtmannei. Foto: Axel Engels

„Blues in Nottuln“ ist immer ein Garant für ein außergewöhnliches Musikerlebnis. Schon bei ihrem letzten Konzert in der Alten Amtmannei ließen „Jenny and the Steady Go’s“ das ehrwürdige Gemäuer erzittern – und am Samstag setzte die Band dies mit ihrem puren Rock’n’Roll fort.

Jenny und ihre Band machen Musik für tanzwütige Backfische und Halbstarke jeden Alters – und davon konnten sich die vielen Besucher dann vom ersten bis zum letzten Song mitreißen lassen. So fantastisch wie die Namen der Musiker war dann auch ihre Musik. Die Sängerin Jenny Thrill hatte die Sympathien des Publikums sofort im Sturm erobert. Mit ausdrucksstarker Stimme und hinreißendem Gitarrenspiel glänzte ihr kongenialer Partner Jimmy Tourette, und was Marty Martini auf dem Kawai-Flügel zauberte, war schon ganz große Kunst. Für den rhythmischen Grund war Ivo Karacho zuständig, den man bestens für sein punktgenaues Spiel kennt, und Johnny Lambrusco zeigte am Kontrabass, was man mit diesem so „unförmigen“ Instrument auf der Bühne Virtuoses machen kann. Als Gastsolisten erlebte das Publikum den Saxofonisten Tommy Tornado, mit bürgerlichem Namen Thomas Feldmann, der sich bei dieser Musik der rollenden Fifties so richtig austoben konnte.

Versierte und erfahrene Musiker

Wenn Songs wie „Blue Monday“ mit triefender Melancholie erklangen, man sich in amerikanische Highschool-Welten versetzt fühlte und Jenny Thrill mit Hüftschwung die Besucher betörte, war das Extraklasse. Da erlebte man hautnah ein längst vergangenes Lebensgefühl, musikalisch bestens in Szene gesetzt und von unglaublicher Strahlkraft durchdrungen.

Mit großer Professionalität, schließlich blicken die Bandmitglieder sicherlich auf über 1000 Konzerte in diversen Formationen zurück, ging es in einem Feuerwerk lebendigen Rock’n’Rolls durch den Abend. Da mischten sich legendäre Hits mit selbst komponierten Songs zu einem facettenreichen Blick in die Welt der jugendlichen Rebellion. Das ungezügelte Temperament von Jenny Thrill trieb die Stimmung bei „I’m on Fire“ in der Alten Amtmannei schnell in ungeahnte Höhen – und charmant lud sie dann Besucher zum Tanz ein.

Einladung zum Tanz

Der im Vorfeld geäußerten Bitte, das Mobiliar zu schonen, kamen die Gäste natürlich nach, solche Ausschreitungen gab es wohl nur in der längst vergangenen Zeit, als der Nachwuchs der Mittelschicht sich zur Musik von Bill Haley und Elvis Presley austoben musste. „Jenny and the Steady Go’s“ spielten keinen Mainstream, authentisch bis in die letzte Faser gab es eine mitreißende Hommage an die großen Heroen des Rock’n’Roll.

Solch ein kultverdächtiges Konzert erlebt man nicht alle Tage, und die Zeit verging im Rausch der Songs von „Jenny, Jenny“ bis „Go, Steady Go’s“ wie im Fluge.

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