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Hundekot: Ortstermin am Spielplatz

Immer Ärger mit den Haufen

Nottuln

Er ist eine Quelle steten Ärgers: Hundekot auf Promenade, Grünflächen und Spielplätzen. Die Gemeinde macht jetzt noch einmal auf die Konsequenzen aufmerksam.

Emmys Häufchen werden korrekt mit einem Kotbeutel entsorgt. Dafür sorgt schon ihr Besitzer, Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes (M.). Doch viele Hundebesitzer halten sich nicht daran. Das Nachsehen haben die Mitarbeitenden des Bauhofs wie Danny Toll (l.) und Klaus Brüssow (2.v.l.). Sie müssen den Hundemist entsorgen, während Hans-Jürgen Schulze-Wermeling (2.v.r.) und Nico Enning (l.) vom Ordnungsamt versuchen, bei ihren Kontrollgängen, den Hundehaltern auf die Schliche zu kommen. Foto: Gemeinde Nottuln

Wie für den Fototermin bestellt, liegt er da: der Hundehaufen. Zwischen Mülleimer und Sitzbank am Spielplatz neben der Eltern-Kind-Gruppe an der Promenade. Emmy, die Bolonka-Hündin von Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes, war es ganz bestimmt nicht. Wenn sie nämlich mal muss, kommt das Häufchen in eine Tüte und wird im nächsten Mülleimer entsorgt. Mindestens eines dieser Tütchen hat Dietmar Thönnes bei seinen Spaziergängen mit Emmy immer dabei, um gewappnet zu sein.

Klaus Brüssow vom Baubetriebshof nimmt das Corpus delicti auf eine Schaufel und hält die ziemlich eklige Hinterlassenschaft eines unbekannten großen Hundes hoch. „Das Aufsammeln und Entsorgen von Hundehaufen gehört für Brüssow und seine Kollegen zum Alltag. Leider“, schreibt die Gemeinde in einer Pressemitteilung.

Was besonders schlimm ist: Auch aus den Sandkästen der Spielplätze muss das Zeug regelmäßig entfernt werden. Kinder, die mit dem Kot in Berührung kommen und ihn sich sogar in den Mund stecken, könnten sich zum Beispiel mit Spulwürmern infizieren, die unter anderem Schäden am Zen­tralnervensystem verursachen können.

Kinder könnten sich infizieren

Auf frischer Tat ertappt werden die wenigsten Halter, wenn sie das Geschäft ihrer Hunde einfach liegen lassen. Und wenn doch, reagieren sie oft uneinsichtig. „Manchmal werden sie richtig patzig“, weiß Danny Toll, ein Kollege von Klaus Brüssow.

Zum Alltag der Bauhof-Mitarbeitenden gehört auch, dass sie ungewollt in Kontakt mit den Exkrementen kommen. Das Hineintreten in einen Haufen ist die eine Sache. Die andere ist, wenn sie mit dem Freischneider arbeiten, um das bodennahe Grün an der Promenade und anderswo kleinzuhalten. Manchmal ist darin ein Hundehaufen verborgen – und was passiert, wenn die rotierenden Messer des Freischneiders auf die Fäkalien treffen, ist nur zu leicht vorstellbar, schreibt die Gemeindeverwaltung.

Hans-Jürgen Schulze-Wermeling und Nico Enning vom Ordnungsamt kennen ihre Pappenheimer. „Das sind wohl die berühmten fünf Prozent“, vermutet Schulze-Wermeling, „dass es oft immer dieselben Leute sind, die so etwas machen“. Er und Enning, die in regelmäßigen Abständen auf der Promenade und anderswo im Dorf ihre Kontrollgänge machen, erleben es immer wieder, dass die Hundehalterinnen und Hundehalter, die keine Tüte für die Entsorgung der Hinterlassenschaften dabei haben, bei ihrem Anblick entweder die Flucht ergreifen oder dann doch schnell ein Papiertaschentuch hervorzaubern.

Verstöße können teuer werden

Schulze-Wermeling appelliert in diesem Zusammenhang an die Zivilcourage der Bürger: „Wenn Sie sehen, dass Hundehalterinnen und Hundehalter sich so rücksichts- und gedankenlos verhalten, melden Sie das bitte bei der Gemeindeverwaltung unter der Mailadresse ordnungsamt@nottuln.de. Dann können wir dem nachgehen.“ Werden die Hundehalter erwischt, werden sie zur Kasse gebeten. Das funktioniert mit einem Staffelsystem: „Der erste Haufen kostet 55 Euro“, sagt Nico Enning. „Mit jedem weiteren steigt das Bußgeld.“

Und auch wenn sich dieses Gerücht beständig hält: „Die Hundesteuer wird nicht dafür gebraucht, um die Kosten für die Reinigung von Wegen, Straßen und Spielplätzen von Hundekot zu bezahlen. Diese Steuer wird von jeder Kommune individuell erhoben und wird nicht zweckgebunden verwendet“, erläutert Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes.

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