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FI Nottuln feiert 40 Jahre Friedensarbeit in Nottuln und in der Region

„Immer der Zeit voraus“

Nottuln

Seit 40 Jahren gibt es sie schon: Die Friedensinitiative Nottuln hat sich immer wieder verschiedener Themen angenommen, die Jahre später dann auch für die breite Öffentlichkeit wichtig geworden sind. Zum Beispiel die Klima-Problematik.

Anfang der 1980er-Jahre nahmen Mitglieder der Friedensinitiative Nottuln im Hunsrück an der Blockade gegen Atomwaffen teil. Foto: Sammlung FI Nottuln

„Mit der FI Nottuln – immer der Zeit voraus!“ Dies ist das Motto eines ungewöhnlichen Geburtstags, den die Friedensinitiative Nottuln (FI) am 10. Oktober (Sonntag) feiert. Dazu lädt sie Friedensgruppen aus der Region, die Kirchen, Vereine und Parteien aus Nottuln und alle Bürgerinnen und Bürger um 15 Uhr auf den Stiftsplatz ein. Empfangen wird die Gäste Bürgermeister Dietmar Thönnes.

Der Stiftsplatz wird dekoriert sein mit vielen Plakaten und Transparenten, die die FI im Laufe ihrer Jahre produziert hat und mit denen sie Impulse für friedenspolitische Diskussionen gab und Appelle für eine zukunftsorientierte Friedenspolitik an die Öffentlichkeit richtete. Darüber hinaus hat die FI 15 neue Plakate entwickelt, die zum ersten Mal zu sehen sein werden. 15 Politikbereiche werden dort genannt, in denen die FI aktiv war.

„Dabei wird deutlich, dass die FI politische Themen wie Klimaschutz, Solar- und Windenergie, Städtepartnerschaft, Verbot der Atomwaffen, Fairen Handel oder den verkehrsberuhigten Ortskern in Nottuln schon vor vielen Jahren benannt und sich dafür engagiert hat, als dies noch niemand so richtig auf dem Schirm hatte und hören wollte. Und erst nach Jahren wurden die Themen dann doch von der Politik aufgegriffen“, schreibt die FI in einer Pressemitteilung.

Großes Fest auf dem Stiftsplatz

Als Beispiel verweist sie auf das Thema „Klima“: Seit fast 30 Jahren thematisiere man die Problematik einer Klimakatastrophe. Erst in den letzten zwei Jahren nahm diese Diskussion allgemein Fahrt auf. Der Gemeinderat rief 2020 den „Klimaaufbruch“ aus. Die FI kommentiert: „30 Jahre später. Leider sehr, sehr spät!“ Ein anderes Beispiel sei der Faire Handel: In den 1990er-Jahren verkauften Mitglieder der FI fair gehandelte Waren mit einem kleinen selbst gebauten Stand auf dem Wochenmarkt. Heute habe Nottuln das Siegel Fairtrade-Town.

Die Geburtstagsfeier fällt nicht zufällig auf den 10. Oktober. Am 10. Oktober 1981 fand in Bonn die erste große Friedensdemonstration statt. Der Anlass: Die Nato wollte neue atomare Mittelstreckenraketen in Deutschland stationieren. Rund 500 000 Menschen demonstrierten dagegen. Mit dabei etwa 60 Bürgerinnen und Bürger aus Nottuln. Robert Hülsbusch hatte einen Bus gechartert. Die Tickets waren schnell verkauft. Dies war die Geburtsstunde der FI, die gleich nach der großen Demonstration im Herbst 1981 ihr erstes kleines Friedensfest auf dem Hanhoff feierte.

Auch auf Bundesebene hat die Nottulner FI Aktionen angestoßen und organisiert. Unter anderem wurde eine Unterschriftenaktion gegen den Kosovo-Krieg gestartet. Die gesammelten Unterschriften überreichten FI-Mitglieder dem damaligen Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse. Foto: Sammlung FI Nottuln

Zu ihrem 40. Geburtstag lädt die FI alle ein, mit ihr durch Nottuln zu ziehen und Orte des Friedens aufzusuchen. Vor drei Jahren konzipierte die FI dazu – in Zusammenarbeit mit Christian Wermert und Angela Weiper von der Gemeindeverwaltung – den Nottulner Friedensweg. Flyer dazu findet man auf der Homepage der FI und im Bürgerbüro der Gemeinde. Begleitet wird der Friedensspaziergang von der Walking Blues Band aus Münster. Spielend geht diese voran. Die Band wird auch noch mal nach dem Spaziergang aufspielen, wenn sich alle zu einem Sektempfang auf dem Stiftsplatz wieder treffen. Dort gibt es dann ein „offenes Mikrofon“. Wer immer auch der FI gratulieren will, Organisationen, aber auch einzelne Bürgerinnen und Bürger, ist willkommen und kann es nutzen.

Am Abend dann ziehen sich die Aktiven der FI zu einem festlichen Ausklang in „ihre“ Alte Amtmannei zurück. Dorthin, wo sie sich seit 40 Jahren jeden Montagabend treffen und ihre friedenspolitischen Aktivitäten organisieren, in 40 Jahren über 2000 Mal, heißt es abschließend.

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