Ergänzungsgebäude für das Rathaus

Innenhof ein guter Standort

Nottuln

Die Nottulner Gemeindeverwaltung ist derzeit auf mehrere Gebäude verstreut. Verbessern lässt sich die Raumsituation durch ein Rathaus-Ergänzungsgebäude. Eine Machbarkeitsstudie empfiehlt dafür den Rathaus-Innenhof.

Ludger Warnke

Der Rathausinnenhof mit den drei kleinen Fachwerkgebäuden, die von der Gemeindeverwaltung genutzt werden. Dieser Standort ist laut Aussage einer Machbarkeitsstudie gut geeignet für ein Rathausergänzungsgebäude. Foto: Ludger Warnke

Im Dezember 2019 bildeten sie die Kulisse für den stimmungsvollen Nottulner Weihnachtsmarkt: die drei kleinen Fachwerkgebäude an der Domherrengasse 2, 4 und 6, die zur Gemeindeverwaltung gehören und mit den Kuriengebäuden einen Rathaus-Innenhof bilden. Ein Standort, der nicht nur für einen heimeligen Weihnachtsmarkt geeignet ist, sondern sich auch optimal für ein Erweiterungsgebäude des Rathauses anbietet. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls eine Machbarkeitsstudie, die das beauftragte Architekturbüro Bock, Meinhaus und Partner nun im Ausschuss für Planen und Bauen vorstellte. Entschieden ist noch nichts. Die Ausschussmitglieder nahmen die Studie zur Kenntnis und wollen nun innerhalb der jeweiligen Fraktion beraten.

Da die Gemeindeverwaltung derzeit auf mehrere Gebäude im Ortskern verstreut ist und einige der Gebäude und Räume auch nur angemietet sind, ist eine Verbesserung der Raumsituation der Verwaltung seit Jahren ein Thema. Wie Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes im Ausschuss erläuterte, wird die Gemeindeverwaltung von derzeit rund 140 auf 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anwachsen. Dafür plane man mit 100 Arbeitsplätzen.

Die Studie wurde in Auftrag gegeben, nachdem 2019 die Pläne für den barrierefreien Umbau der Alten Amtmannei und der Aschebergschen Kurie aus Kostengründen fallen gelassen worden waren. Das Architekturbüro hat die Zahl möglicher Standorte von anfangs zwölf im Laufe der Begutachtung immer weiter reduziert und letztlich für die beiden Standorte Aschebergsche Kurie/Mühlengebäude und Kuriengebäude/Domherrengasse Varianten entwickelt:

Variante 1 sieht ein Rathaus an zwei Standorten vor. Durch ein Ergänzungsgebäude auf dem Vorplatz der von Aschebergschen Kurie/Mühlengebäude könnten Räume für 45 Arbeitsplätze geschaffen werden. Gleichzeitig würde im Rathausinnenhof neben den Kuriengebäuden (35 Arbeitsplätze im Bestand) ein weiteres Ergänzungsgebäude mit 20 Arbeitsplätzen entstehen, sodass der Raumbedarf für 100 Arbeitsplätze erfüllt ist. Die drei kleinen Fachwerkhäuser, die in den 1980er-Jahren neu gebaut wurden und nicht unter Denkmalschutz stehen, würden verschwinden.

Variante 2 sieht ein zentrales Rathaus an den Kuriengebäuden/Domherrengasse vor. In diesem Fall würde das Ergänzungsgebäude deutlich größer, mindestens zweigeschossig, um Räume für 65 Arbeitsplätze zu schaffen.

Nach Aussage des Architekturbüros bietet ein Rathaus an einem einzigen Standort die meisten Vorteile. Zudem könnte die Aschebergsche Kurie für andere Zwecke genutzt werden.

Bei der Machbarkeitsstudie ging es ausschließlich darum, einen Standort für ein eventuelles Ergänzungsgebäude zu finden. Andere Aspekte wie Parkplatzsituation, Architektur und Finanzierung waren ausgeklammert.

Ob das Vorhaben weiter verfolgt wird, ist offen. Bürgermeister Dietmar Thönnes wies im Ausschuss darauf hin, er würde gerne eher über den Haushalt sprechen und erst dann, ob man ein neues Rathaus brauche. Wenn das Vorhaben weiter verfolgt wird, kann sich Thönnes auch ein „Bürgergutachten“ für das Projekt vorstellen. Bei dieser Methode beschäftigen sich 100 Bürger, die ihre Lebens- und Berufserfahrung mit einbringen, mit einem Projekt und erarbeiten dazu Empfehlungen.

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