1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Nottuln
  6. >
  7. Insektenmagnete und Augenweiden schaffen

  8. >

Video-Vortrag: Artenschutz und Gärtnern

Insektenmagnete und Augenweiden schaffen

Nottuln

Wer im eigenen Garten für Insekten ein Nahrungs- und Nistangebot schafft, leistet einen guten Beitrag für den Artenschutz. Welche Pflanzen für Insekten gut geeignet sind, darüber informierte Imkerin und Bienenweidefachberaterin Ruth Cramer.

wn

Mit Blühpflanzen wie Vergissmeinnicht verschafft man der Wildbiene und anderen Insekten ein Nahrungsangebot. Foto: Ellen Bultmann

„In der Natur ist das Chaos die Ordnung und die Ordnung das Chaos!“ Was das für den eigenen Garten bedeutet, das erfuhren jetzt in einem Videovortrag zum Thema „Artenschutz und Gärtnern“ über 40 interessierte Bürgerinnen und Bürger von der Imkerin und Bienenweidefachberaterin Ruth Cramer aus Havixbeck. Die Friedensinitiative Nottuln (FI) und die Gruppe „Nottuln Nachhaltig“ hatten zu diesem Vortrag eingeladen. Deutlich wurde: Artenschutz kann im eigenen Garten beginnen und ist ganz einfach.

Ruth Cramer, Imkerin und Bienenweidefachberaterin aus Havixbeck, gab wertvolle Tipps und Hinweise für einen insektenfreundlichen Garten. Foto: Friedensinitiative Nottuln

Dramatisches Artensterben

Wie dramatisch das Artensterben vorangeschritten ist, machte Ruth Cramer gleich am Anfang deutlich: „Für 2020 steht bereits die Zahl von 82 Prozent Rückgang im Vergleich zu 1990 im Raum. Wissenschaftler sind sich einig, dass viele Arten bis 2030 ausgestorben sein werden, sollten sich die Bedingungen nicht schnell verbessern.“ Die Ursachen sind vielfältig, so Cramer: Fehlende Nahrungsgrundlage, Pestizideinsatz, industrielle Landwirtschaft, zunehmender Verkehr, Lichtverschmutzung, Klimawandel, Flächenversiegelung und Verarmung der Privatgärten. Und genau hier könne jeder heute mit Artenschutz beginnen.

Grundlage dieser kleinen Arbeit im Garten sei es, für die Insekten ein Nahrungsangebot und ein Nistangebot zu schaffen. Und dann folgten zahlreiche Tipps, wie man mit wenigen Mitteln den eigenen Garten ganz und teilweise insektenfreundlich umgestalten könne: Kräuterbeete anlegen, Insektenmagnete für den Balkon und für die Terrasse schaffen durch Stauden wie Katzenminze, Storchenschnabel, Malven, Anemonen, Lavendel und durch Sommerblumen wie Verbenen, Bidens/Goldmarie, Ziersalbei und Löwenmäulchen. Besonders artenreiche Blühmischungen für eine kleine, bunte Wiese bieten für alle Insekten etwas, erläuterte Ruth Cramer.

Insektenhotels und freie Bodenflächen

Ausführlich erläuterte die Imkerin die Möglichkeiten, Nistangebote für die Tiere zu schaffen. Dabei sei zu berücksichtigen, dass 75 Prozent der Wildinsekten im Boden brüten. Nistkästen, Insektenhotels und freie Bodenflächen würden vielen Arten ein Zuhause im heimischen Garten anbieten.

In Kürze wird der Vortrag auf der Internetseite der Imkerin zur Verfügung stehen (https://let-it-grow.bio). Die FI schickt auf Anfrage den Vortrag als pdf-Datei gerne zu (info@fi-nottuln.de).

Startseite