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Kommunalpolitik

iPad-Finanzierung erneut diskutiert

Nottuln

Der Gemeinderat hat die Weichen für die Digitalisierung der gemeindlichen Schulen gestellt.

Ludger Warnke

Für die Anschaffung von Schüler-iPads am Rupert-Neudeck-Gymnasium hat der Rat nun eine Regelung beschlossen. Foto: Johannes Oetz

Die 1:1-Ausstattung der Schüler am Rupert-Neudeck-Gymnasium mit iPads hat am Dienstagabend im Gemeinderat noch einmal zu einer Diskussion geführt. Kritische Anmerkungen kamen dabei von Richard Dammann (Grüne), der angesichts der sehr angespannten Haushaltslage vor dieser freiwilligen Ausgabe (rund 30 000 Euro im Jahr) warnte.

Erst vor einer Woche hatte sich der Ausschuss für Bildung und Soziales nach langer Diskussion auf ein Vorgehen geeinigt, das einen von der Schule selbst erarbeiteten Vorschlag berücksichtigt. Danach werden iPads für alle Schüler des jeweils fünften Jahrgangs am Gymnasium durch den Schulträger (Gemeinde Nottuln) ohne Kostenverlagerung für vier Jahre geleast. In Klasse 9 erfolgt das Leasing des neuen iPads durch die Eltern auf deren Kosten.

„Wir liegen kurz vor der Haushaltssicherung“, merkte Richard Dammann im Rat zu der iPad-Kostenübernahme für die unteren Klassen an. Er warnte davor, nun einen Beschluss zu fassen, den man bei den nächsten Haushaltsberatungen vielleicht wieder rückgängig machen müsse. Und, so seine weitere Kritik: Der Regelung gelte nur für die Schüler des Gymnasiums, aber nicht für die der Sekundarschule.

Für seinen Standpunkt fand er aber keine Mehrheit. Helmut Walter (FDP) sprach von einem „falschen Signal“, wenn man nun von der gefundenen Regelung abweiche. Bildung sei eines der höchsten Güter, in diese müsse investiert werden.

Jan Van de Vyle (UBG) erinnerte daran, dass die Gemeinde sich seit Jahren in einer angespannten Haushaltslage befinde. Die Digitalisierung der Schulen habe eine hohe Priorität. Die UBG sei für die im Aussschuss getroffene Entscheidung und rege an, die Prioritätenliste der Gemeinde entsprechend anzupassen.

Richard Mannwald (Grüne) konnte sich den Aussagen von Helmut Walter anschließen. Die Digitalisierung der Schulen müsse endlich vorangebracht werden. Es gehe auch darum, den Schulstandort Nottuln zu sichern. Es wäre eine schlechte Botschaft, wenn man nun von der gefundenen Lösung abrücke. Mannwald: „Die bessere Botschaft ist doch: Nottuln kümmert sich um seine Schulen.“

Von Seiten der CDU kam eine klare Zustimmung zu der vom Gymnasium vorgeschlagenen Lösung. Das sei auch ein Bekenntnis zur Schule.

Auch die SPD signalisierte klare Zustimmung. „Für uns ist die soziale Komponente wichtig, und die ist gewährleistet“, betonte Volker Ludwig (SPD).

Mit 24 Ja-Stimmen bei vier Nein-Stimmen und vier Enthaltungen fasste der Rat schließlich folgenden Beschluss: „Der Schulträger trägt die Kosten für die Breitbandversorgung, die Ausstattung der Schulen mit Verkabelung, WLAN und Präsentationstechnik, Software und Support. Außerdem übernimmt er bis auf Weiteres die Kosten für die mobilen Endgeräte der Grundschulen (Kofferlösungen, 1:2-Ausstattung). Die Beschaffung der Endgeräte als 1:1-Ausstattung am Rupert-Neudeck-Gymnasium erfolgt auf Basis der hier aufgeführten Variante 5 (wie zuvor geschildert, Anm. d. Red.). Grundsätzlich sollte – unter Berücksichtigung sozialer Aspekte (50 %) und einer Geschwisterregelung (50 %) – pro Schülerin und Schüler im Rahmen der gymnasialen Schullaufbahn ein iPad elternfinanziert werden. Die Verwaltung wird beauftragt, die Digitalisierung der Schulen in dieser Form voranzubringen.“

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