1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Nottuln
  6. >
  7. Jacek Gursz kritisiert Regierung

  8. >

Chodziez schwer von Corona betroffen

Jacek Gursz kritisiert Regierung

Nottuln

Polen ist seit Sonntag Hochinzidenzgebiet. Auch Nottulns Partnerstadt Chodziez ist stark betroffen. Bürgermeister Jacek Gursz nimmt kein Blatt vor den Mund und kritisiert die polnische Regierung scharf.

wn

Jacek Gursz, Bürgermeister von Nottulns Partnerstadt Chodziez, leidet wie seine Mitbürgerinnen und Mitbürger unter der Corona-Situation und kritisiert die Arbeit der Regierung. Seinen Optimismus lässt sich Gursz aber nicht nehmen. Foto: Bartosz Szymczak

Polen ist von Corona sehr stark betroffen. Landesweit liegt die Sieben-Tage-Inzidenz aktuell über 400. Allein am 19. März wurden in dem Land, das 40 Millionen Einwohner hat, knapp 26 000 Neuinfektionen registriert. Mit Wirkung vom 21. März ist das Land deshalb vom Auswärtigen Amt in Berlin als Gebiet mit besonders hohem Infektionsrisiko eingestuft worden.

Und auch Nottulns Partnerstadt Chodziez ist stark betroffen, bedauert das Komitee für Städtepartnerschaft der Gemeinde Nottuln in einer Pressemitteilung. Die Mitglieder stehen im ständigen Kontakt mit den polnischen Partnern.

„In den letzten Tagen steigen bei uns die Zahlen sehr”, schrieb jetzt Bürgermeister Jacek Gursz. Leider sei ihm die Zahl der Infektionen in Chodziez nicht bekannt, da die Regierung die Daten für Städte und Kreise nicht angibt. Aber die Konsequenzen sind in Chodziez spürbar. Gursz: „Leider müssen die Kinder wieder zu Hause bleiben. Die Schulen sind geschlossen. In dieser Woche kommen wieder weitere Einschränkungen zurück. Es werden Schwimmbäder, Kinos, Theater und auch die Restaurants geschlossen. Viele von denen existieren schon nicht mehr. Die Stadt hilft, wie es möglich ist.”

Der Bürgermeister aus Chodziez ist sehr verzweifelt über die Arbeit der Regierung in Warschau. Unterstützung erfahre er von dort nicht. Die Regierung sei viel zu viel mit sich selbst beschäftigt. Affären und Korruptionsanschuldigungen machten den Regierenden zu schaffen. Und das Gesundheitssystem sei fast am Ende. „Die vorläufigen Covid-Krankenhäuser, die in den Medien so festlich eröffnet worden sind, werden nicht genutzt. Die Menschen verlieren die Geduld. Und im öffentlichen Fernsehen hören sie: Es ist alles gut, unsere Regierung hat die Pandemie im Griff. Aber die Fakten sehen anders aus.”

Doch der Bürgermeister endet, wie man ihn kennt, optimistisch: „Trotz allem warten wir auf normale Zeiten. Allen Einwohnern von Nottuln wünsche ich viele Gründe zum Lächeln und viel Gesundheit.”

Startseite