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Auftaktveranstaltung zum Mobilitätskonzept gut besucht

Jede Menge Kritikpunkte gesammelt

Nottuln

Großes Interesse am Thema Mobilitätskonzept: Bei der Auftaktveranstaltung zu diesem Thema waren viele gekommen. Und sie hatten einige Anregungen, wo es noch besser gehen könnte – oder muss.

Von Iris Bergmann

Zur Auftaktveranstaltung für das zukünftige Mobilitätskonzept der Gemeinde Nottuln waren zahlreiche Interessierte zum Alten Hof Schoppmann gekommen. Jana Busse (2.v.l.), Teamleiterin bei der Firma energielenker projects, und die Klimaschutzbeauftragte der Gemeinde Nottuln, Martina Marquardt-Wißmann (2.v.r.) notierten die Anregungen. Foto: Iris Bergmann

„Bei uns gilt das Verständnis, dass Autos Vorrang haben“, brachte es ein Teilnehmer am Mittwochabend auf den Punkt. Mobilitätsmanager Ian Bartlett und die Klimaschutzbeauftragte Martina Marquardt-Wißmann von der Gemeinde Nottuln hatten zur Auftaktveranstaltung für ein nachhaltiges Mobilitätskonzept auf den Alten Hof Schoppmann eingeladen und zahlreiche Bürgerinnen und Bürger nutzten diese Gelegenheit. Mit dabei auch Niclas Thöns und Jana Busse von der Firma energielenker projects. Das Grevener Unternehmen ist beauftragt, das einjährige Projekt zu begleiten.

Ziel ist es, individuelle Lösungsansätze für die zukünftige Mobilität der Menschen in der gesamten Gemeinde zu finden. Den Weg dorthin zeigt die Firma energielenker projects auf. Zunächst gab Niclas Thöns den Status quo bekannt. Gehe es um die Treibhausgas-Emissionen in Deutschland, so seien in den Bereichen Landwirtschaft, Energiewirtschaft und Industrie seit 1990 Emissions-Rückgänge von bis zu 41 Prozent erfolgt. Einzig auf dem Verkehrssektor gebe es 0,3 Prozent mehr. „Hier ist ein Handeln unerlässlich“, forderte Niclas Thöns. Das Problem zeige sich auch in Nottuln. Hier werden 56 Prozent der Wege mit dem Auto zurückgelegt. „Ganz offensichtlich sind Pkw dominant. Das ist aber fast überall so“, erklärte Thöns. Das sei aber der Punkt, an dem angesetzt werden könne. In dem einen Jahr, in dem das Projekt nun läuft, sollen gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern Ideen erarbeitet werden. „Sie sollten Visionen haben, auch wenn sie zunächst nicht finanzierbar sind“, forderte der Projektleiter auf.

„Hier ist Handeln unerlässlich.“ (Projektleiter Niclas Thöns)

In einem ersten Schritt waren die Teilnehmenden am Mittwochabend gefordert, aufgeteilt in zwei Gruppen, die jeweiligen Stärken und Schwächen bezüglich des Fuß- und Radverkehrs sowie des Autos und öffentlichen Nahverkehrs in der Gemeinde aufzuzeigen. Recht deutlich zeigte sich bei beiden Gruppen, dass sich auf der „Negativ-Seite“ mehr Punkte ansammelten.

Zwar werden für Radfahrer die Promenade sowie die Wirtschaftswege als Wegenetz hervorgehoben, aber es fänden sich im Gemeindegebiet noch viele Hindernisse. Zahlreiche Poller, fehlende Fahrradfurten, schlechte Sichtachsen, Interessenkonflikte zwischen ruhendem und Radverkehr. Aber auch: „Auf der Promenade fahren viele mit dem Pedelec viel zu schnell“, so eine Kritik. Und: „Autos halten oft nicht genug Abstand zum Radfahrer, ich hab manchmal Angst, von einem Seitenspiegel touchiert zu werden“, teilte einer seine Erfahrung.

Kritik: Autos wird zu viel Raum eingeräumt

Wenn es um Autos und ÖPNV geht, so stehen unter anderem der Bahnhof in Appelhülsen, das Carsharing, die Mitfahrbänke oder auch der S60 auf der Haben-Seite. Indes wurde negativ empfunden, dass den Autos zu viel Raum eingeräumt werde. „Die Leute fahren die paar Meter zum Brötchenholen mit dem Auto“, schüttelte eine Teilnehmerin verständnislos den Kopf.

Beim ÖPNV sei oft die Aufenthaltsqualität und die Sauberkeit an den Haltestellen nicht gegeben. Und in den einzelnen Quartieren sei die Verkehrsführung mehr zugunsten der Autofahrer angelegt. „In den Niederlanden oder Schweden ist das ganz anders“, wusste ein Bürger. „Da haben Fußgänger und Radfahrer mehr Prioritäten“.

Interessierte können über die Homepage der Gemeinde an der Befragung zum zukünftigen Mobilitätskonzept für Nottuln teilnehmen: www.umfrageonline.com/s/mobilitaet-nottuln.de

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