Liebfrauenschule: AG „Seniorenbegleiter“

Jung trifft Alt – ein Erfolgsmodell

Nottuln

Wie gehe ich angemessen mit Menschen um, die demenziell erkrankt sind? Zehn Schülerinnen der Liebfrauenschule haben es gelernt. Und sind sehr zufrieden.

wn

Foto: Liebfrauenschule/Daniela Smolka

Zum fünften Mal fand im Rahmen des Wahlergänzungsunterrichts der Liebfrauenschule der Kurs „Seniorenbegleiter – Jugendliche begleiten Menschen mit Demenz“ statt. Acht Schülerinnen aus dem 10. Jahrgang erhielten nun die Zertifikate für ihre erfolgreiche Teilnahme.

Der Kurs, der ein Kooperationsprojekt zwischen der Liebfrauenschule und der Alzheimer Gesellschaft im Kreis Coesfeld ist, begann nach den Herbstferien und umfasste sieben Theorieeinheiten und vier Praxiseinsätze in zwei Nottulner Altenheimen. Alle Beteiligten freuen sich, dass dies trotz der zeitweisen Schulschließung und der Corona-Pandemie, die besondere Hygienemaßnahmen in den Altenheimen erfordert, überhaupt möglich war, heißt es in einer Pressemitteilung der Liebfrauenschule.

In den Theoriestunden befassten sich die Schülerinnen mit den Ursachen einer Demenzerkrankung und mit dem Umgang sowie den besonderen Formen der Kommunikation mit demenziell Erkrankten. Mit Diplom-Sozialgerontologin Hildegard Grothues hatten die Schülerinnen dabei eine fachkundige Leiterin an ihrer Seite.

Projektpartner Alzheimer Gesellschaft

Die vier Praxiseinheiten absolvierten die zehn Schülerinnen in zwei Nottulner Altenheimen. Kira aus der Klasse 10c besuchte beispielsweise Demenzkranke im St.-Elisabeth-Stift. „Die Menschen haben viel über ihr Leben erzählt, von ihrer Arbeit, den Ehepartnern und Kindern. Auf den Zimmern durfte ich mir auch ihre Fotos anschauen.“ Besonders erfreulich fand Kira, dass eine Bewohnerin sie auch nach Monaten noch wiedererkannte, denn die Schülerin hatte schon Anfang Oktober ihr zweiwöchiges Betriebspraktikum in dieser Einrichtung gemacht.

Auch Franziska aus der Klasse 10b berichtet von ihren guten Erfahrungen im Haus Margarete: „Für die alten Menschen war es sehr schön, junge Leute zu treffen. Und ich selbst fühle mich jetzt viel sicherer im Umgang mit Menschen, die an Demenz leiden.“ Außerdem hat die Schülerin festgestellt, dass die Mitarbeiter viel Spaß an ihrem Job haben und Vorurteile, dass alte Menschen nur regungslos am Tisch säßen, nicht zuträfen. Im Gegenteil - die Atmosphäre sei sehr lebendig gewesen.

Soziales Engagement und Berufswahl

Die Übergabe der Zertifikate fand nun auf dem Schulhof der Liebfrauenschule statt. Aus der Hand von Hedi Overhoff, Vorstandsmitglied der Alzheimer Gesellschaft, die das Projekt koordiniert hat, erhielten die Schülerinnen ihre Bescheinigungen nebst einer Rose. Sie lobte die Schule für ihr soziales Engagement und die Schülerinnen für ihr Durchhaltevermögen und ihren Einsatz im Gesundheitsbereich.

Schulleiter Heinrich Willenborg ergänzte den hohen Stellenwert des Kurses an sich und für die mögliche Berufswahl der Schülerinnen. Von Seiten der Schule fungierten Schulseelsorgerin Mechthild Rensing und Christiane Gutbier, Abteilungsleiterin für die Klassen 8-10, als Ansprechpartnerinnen. Sie freuen sich, dass das Angebot, das je zur Hälfte von der Alzheimer Gesellschaft und dem Förderverein der Schule finanziert wird, auch im kommenden Schuljahr gemacht werden kann.

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