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Neues Logistikzentrum

Grüne stellen Hürden für ihre Zustimmung auf

Nottuln

Für die Neuansiedlung des geplanten Agravis-Logistikzentrums stellen die Nottulner Grünen Hürden auf. „Insgesamt darf durch die Ansiedlung kein Klima- und Naturschaden erzeugt werden“, erklärt die Partei.

Auf dieser Ackerfläche hinter dem Gewerbegebiet Beisenbusch soll das neue Zentrallager entstehen. Außerdem bekommt die Gemeinde zum Selbstkostenpreis Flächen für die eigene Vermarktung. Das planungsrechtliche Verfahren ist noch ganz am Anfang. Foto: Ludger WarnkeJürgen Christ/Stepmap

Die Nottulner Grünen wollen der Neuansiedlung des geplanten Agravis-Logistikzentrums in Nottuln nur dann zustimmen, wenn im Laufe des Planverfahrens „überzeugende Ergebnisse“ erzielt werden. Was genau im Detail mit „überzeugenden Ergebnissen“ gemeint ist, lassen die Grünen offen. In einer Pressemitteilung zum Thema erklären sie aber: „Insgesamt darf durch die Ansiedlung kein Klima- und Naturschaden erzeugt werden.“ Und an anderer Stelle heißt es: „Wir erwarten neben einem klimaneutralen Bau- und Energiekonzept ein Biodiversitätskonzept.“

Seitdem bekannt ist, dass die Agravis den Bau eines neuen Zentrallagers auf einer Ackerfläche hinter dem Gewerbegebiet Beisenbusch plant, wird in der Bevölkerung lebhaft diskutiert. Die Ausmaße des Projektes – rund 40 000 Quadratmeter Hallenfläche – sind für Nottulner Verhältnisse etwas völlig Neues. Das planungsrechtliche Verfahren ist noch ganz am Anfang, Fakten zu den Auswirkungen des Vorhabens und zur Kompensation müssen erst noch ermittelt werden. Gleichwohl haben sich Kritiker des Projektes schon jetzt öffentlich festgelegt und dabei auch die Rolle der Grünen kritisiert.

In einer Erklärung nimmt die Grünen-Fraktion, die bei der Vorstellung des Projektes im Ausschuss von einer „großen Chance für Nottuln“ gesprochen hatte, nun noch einmal Stellung.

„Um ihr Logistikzentrum von Münster zu verlagern, hat die landwirtschaftliche Genossenschaft Agravis rund 90 000 m² Acker hinter dem Gewerbegebiet Beisenbusch in Nottuln gekauft. Die Flächen in Münster seien zu klein geworden. Es wurden einige Hallen dazu gemietet, die Mehrverkehr verursachen. Eine Entwicklungsmöglichkeit sieht die Genossenschaft in Münster nicht mehr. Für Nottuln spricht natürlich die gute Autobahnanbindung und die Nähe zum alten Standort“, schildern die Grünen.

Die Agravis sei der Partner der Landwirte, Kunden und Genossenschaften in ganz Norddeutschland und genossenschaftlich geführt. „Sie hat sich den Klimazielen der Vereinten Nationen verpflichtet“, betonen die Grünen. Sowohl die Senkung des Ressourceneinsatzes durch verbesserte Effizienz als auch die Deckung des Futterbedarfs mit, soweit wie möglich, heimischen Pflanzen, sei dem Unternehmen nach eigenen Aussagen ein wichtiges Anliegen. „Daran müssen sie sich messen lassen“, betonen die Grünen.

Planungsrecht und damit Baurecht bestehe auf der gekauften Fläche, die voll im Außenbereich liegt, nicht. Dieses müsse die Gemeinde erst schaffen. Wichtig sei dem Bürgermeister gewesen, dass noch einige dringend benötigte Grundstücke für Gewerbebetriebe auf der Fläche entstehen. „Da gibt es ein gutes Verhandlungsergebnis“, sagen die Grünen. Sicher schaffe die Firma noch einige Arbeitsplätze im Gemeindegebiet und mache Nottuln bekannt und attraktiver.

Nun sei zu prüfen, wie hoch der ökologische Wert der Fläche ist und was für den Verlust des Freiraums und zur Kompensation in den Eingriff in die Natur getan werden kann. „Insgesamt darf durch die Ansiedlung kein Klima- und Naturschaden erzeugt werden. Das ist nachzuweisen und wäre auch im Sinne der selbst erklärten Firmenziele“, erklärt die Fraktion.

Soweit bekannt, wolle das Unternehmen die Dachflächen begrünen und mit Photovoltaik versehen. Energetisch lasse sich am neuen Standort mehr erreichen als in den alten Hallen in Münster. Und: „Wir erwarten neben einem klimaneutralen Bau- und Energiekonzept ein Biodiversitätskonzept.“ Zudem laufen bereits Gespräche zur ökologischen Kompensation, die Stever in Appelhülsen zu renaturieren und damit den Hochwasserschutz bedeutend zu verbessern. Eine bereits angedachte Maßnahme, die sich die Gemeinde zurzeit nicht leisten kann.

Fraktionssprecher Richard Dammann betont: „Es kommt nun also darauf an, welche Ergebnisse der weitere Planungsprozess erzielt und ob diese insgesamt zum Nutzen der Menschen der Gemeinde, der Natur und des Klimas sind. Dann können wir der Ansiedlung zustimmen. Jetzt haben wir beschlossen, dass mit der Planung begonnen werden darf. Nur wenn überzeugende Ergebnisse erzielt werden, können wir auch der Umsiedlung zustimmen.“

Der Aufstellungsbeschluss für den neuen Bebauungsplan „Beisenbusch II“ – im Fachausschuss mit 9:3 Stimmen beschlossen – steht am Dienstag (29. Juni) auf der Tagesordnung der öffentlichen Ratssitzung (19 Uhr, Bürgerzentrum Appelhülsen).

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