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Entscheidung zur Hagenstraße Nottuln

„Keine besondere Gefahrenlage“

Nottuln

Städte wie Münster wollen großflächig Tempo 30 einführen. In Nottuln an der Hagenstraße geht es darum. einen kleinen bestehenden Tempo 30-Bereich zu verlängern. Doch der Kreis Coesfeld lehnt das ab.

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Der Tempo-30-Bereich in der Hagenstraße in Nottuln wird nicht ausgeweitet. Ein entsprechendes Begehren der Anlieger und der Gemeinde hat der Kreis Coesfeld abgelehnt. Foto: Ludger Warnke

Der Kreis Coesfeld hat es abgelehnt, für die gesamte Hagenstraße in Nottuln Tempo 30 anzuordnen. Derzeit gilt das Tempolimit nur auf einem kleinen Straßenabschnitt am Krankenhaus zwischen Einmündung Uphovener Weg und dem Pättken zum Parkplatz Buckenkamp. Über die Entscheidung des Kreises informierte am Mittwoch die Gemeinde Nottuln in einer Pressemitteilung. Zuvor waren Anlieger der Hagenstraße benachrichtigt worden.

Weniger Tempo – mehr Sicherheit

„Es wäre zu schön gewesen: Das Tempo rausnehmen, um weniger Straßenlärm zu haben und mehr Sicherheit für die Anwohnerinnen und Anwohner, und der eine oder andere Autofahrer oder die eine oder andere Autofahrerin, die sich ob der durchgehenden Tempo-30-Regelung überlegt, einen anderen Weg von der Havixbecker Straße hinunter in Dorf und umgekehrt zu wählen. Doch dem Wunsch der Anliegerinnen und Anlieger, aus ‚ihrer‘ Hagenstraße eine komplette Tempo 30-Regelung zu machen, wurde nicht entsprochen“, formuliert die Gemeindeverwaltung in ihrer Mitteilung.

Der Antrag, den die Gemeinde Nottuln Ende April im Namen der Anwohnerschaft an den Kreis Coesfeld stellte, ist abgelehnt worden. Das habe die Straßenverkehrsbehörde des Kreises Coesfeld in den vergangenen Tagen der Gemeinde Nottuln mitgeteilt.

Anlieger wünschen sich, dass das Tempo 30-Limit bis zur Havixbecker Straße ausgeweitet wird. Foto: Ludger Warnke

Verkehrsmessung vom 30. März bis 20. April

Bereits seit vielen Jahren möchten Anwohner der Hagenstraße, dass der Bereich, in dem die Kraftfahrzeuge nur mit 30 Kilometern pro Stunde unterwegs sein dürfen, auf die gesamte Länge der Hagenstraße – und zwar hinauf bis zur Havixbecker Straße ausgeweitet wird. Dem Antrag angefügt waren aktuelle Verkehrsmessungen, die zeigen, wie sich das Verkehrsaufkommen auf der Hagenstraße gestaltet. Im Messzeitraum vom 30. März bis zum 20. April dieses Jahres wurden insgesamt 24 000 Fahrzeuge auf der Hagenstraße gezählt, darunter über 500 Lkw. „Das entspricht einer Belastung von 91 Fahrzeugen pro Stunde, welches selbst für eine Wohnstraße eine niedrige Belastung darstellt“, heißt es in der Mitteilung der Gemeinde.

Keine abknickende Vorfahrt

Der Kreis Coesfeld, der das Anliegen in Zusammenarbeit mit der Kreispolizeibehörde und dem Straßenbaulastträger straßenverkehrsrechtlich geprüft habe, sei zu dem Schluss gekommen, dem Antrag auf Reduzierung der Geschwindigkeit nicht stattzugeben. Die Gründe dafür:

Da die Hagenstraße in ihrem unteren Verlauf eine Kreisstraße (K 18) ist, die über den Uphovener Weg weiter verläuft, und im oberen Bereich in Richtung Havixbecker Straße eine Gemeindestraße, hätte bei einer Einrichtung einer Tempo 30-Regelung die Verkehrsführung geändert werden müssen, erläutert der Kreis Coesfeld. Das heißt, es wäre in dem Zusammenhang die Einrichtung einer abknickenden Vorfahrt für die K 18 notwendig geworden. Doch das spiegelten die gemessenen Verkehrsflüsse nicht wider: „Einer Veränderung der Vorfahrtsregelung wird daher durch den Straßenbaulastträger nicht zugestimmt“, so der Kreis Coesfeld.

Zwei Unfälle wegen Alkohol am Steuer

Auch komme eine „streckenbezogene Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 km/h nicht zum Tragen“, weil eine besondere örtliche Gefahrenlage nicht gegeben sei, schreibt die Straßenverkehrsbehörde weiter. Dieser Entscheidung liegt eine Unfallauswertung der Kreispolizeibehörde Coesfeld zugrunde: Seit 2018 sind auf der Hagenstraße zwei Unfälle passiert, die allerdings beide auf Alkoholkonsum zurückzuführen seien, erklärte die Kreispolizei.

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