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Bürgermeister zur Notunterkunft

Keine leichtfertige Entscheidung

Nottuln

In Kürze werden die ersten Geflüchteten die zur Notunterkunft umfunktionierte Turnhalle am Niederstockumer Weg beziehen. Dass auch noch die Dreifach-Sporthalle zu einer Notunterkunft wird, möchte Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes unbedingt verhindern.

Die Turnhalle am Niederstockumer Weg wird aktuell zu einer Notunterkunft für geflüchtete Menschen umfunktioniert. Foto: Ludger Warnke

Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes hat die Entscheidung der Gemeinde, die Turnhalle am Niederstockumer Weg als Notunterkunft zu nutzen, noch einmal erläutert und verteidigt. In einem Antwortschreiben an die Mutter von zwei sportbegeisterten Kindern, die in einem offenen Brief das Vorgehen der Gemeinde kritisiert hatte (wir berichteten), stellt Thönnes fest: „Sie können mir glauben, dass wir diese Entscheidung nicht leichtfertig getroffen haben und es nicht der ‚billigste‘ Weg ist, den wir damit gehen.“

Alle bekannten Alternativen geprüft

Der Bürgermeister zeigt einerseits Verständnis für die Situation des Sportvereins, betont aber auch: „Seit Wochen rufen wir die Nottulner Bevölkerung auf, freien privaten Wohnraum zu melden. Dies hat in den ersten Monaten des Ukraine-Kriegs glücklicherweise auch gut funktioniert. Nachdem inzwischen aber knapp 150 Personen privat untergebracht sind, ist dieses Wohnraumangebot erschöpft. Wir haben Gespräche mit Gas­tronomen und Unternehmern geführt und sind alle Räumlichkeiten sowie eine Gewerbehalle durchgegangen, die uns bekannt sind. Mit der Jugendherberge und dem Martinistift haben wir ebenso gesprochen und außerdem geprüft, ob das inzwischen leerstehende Wohngebäude der Schwestern an der Liebfrauenschule genutzt werden kann. Leider konnten wir keine dieser Unterkünfte nutzen. Auch eine Container-Lösung wurde geprüft, es sind aber aktuell keine zu bekommen.“

Der Rathauschef verweist zudem darauf, dass man schon seit mehreren Monaten die Zahl der Geflüchteten und die Unterbringungssituation im Blick habe und zuletzt auch noch im Mai öffentlich im Ausschuss für Bildung und Soziales über das Thema und die laut Beschlusslage des Rates in der Turnhalle am Niederstockumer Weg zu errichtende Notunterkunft gesprochen habe.

Vorsorge treffen

Der Bürgermeister: „Uns allen ist klar, was das für den Vereins- und Schulsport bedeutet. Hätten wir eine andere Möglichkeit, würden wir sie gerne nutzen. Ob eine weitere Notunterkunft nötig werden wird, können wir derzeit nicht voraussehen. Wir müssen uns aber dafür wappnen und Vorsorge treffen, falls es dazu kommt. Die Schließung der Dreifach-Sporthalle wäre der absolute ‚worst case‘, den wir unbedingt verhindern möchten.“

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