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Sebastianschule: SPD beantragt außerordentliche Sitzung

„Kinder sind wichtiger als Geld“

Darup/Nottuln

Der Sparbeschluss zum Teilneubau der Daruper Grundschule erregt die Gemüter. Jetzt hat sich die SPD mit einem Antrag eingeschaltet: Der Ausschuss für Bildung und Soziales müsse unbedingt gehört werden.

Ludger Warnke

Eltern und Kinder der Daruper Sebastiangrundschule haben ihren Protest gegen den aktuellen Sparbeschluss für den Teilneubau der Schule in kreativer Weise „durch die Blume“ formuliert: Die Eltern haben Holzblumen erstellt, die Kinder haben Slogans darauf geschrieben wie „Wir brauchen mehr Räume“, „Kinder sind wichtiger als Geld“ oder „Wir lieben unsere Schule“. Im Bild die Kinder des vierten Schuljahres. Foto: Frank Vogel

Mit einer Holzblumenaktion und klaren Aussagen protestieren Kinder und Eltern in Darup gegen den Sparbeschluss beim Teilneubau der Grundschule. „Kinder sind wichtiger als Geld“, heißt es da zum Beispiel. Indes: Die politische Debatte über den Teilneubau der Daruper Sebastianschule ist noch nicht beendet. Die SPD hat die kurzfristige Einberufung des Ausschusses für Bildung und Soziales beantragt, um über „Anforderungen an den Teilneubau der Grundschule Darup aus pädagogischer Sicht“ zu beraten. SPD-Fraktionsvorsitzender Volker Ludwig sieht die dringende Erfordernis, dass sich dieser Fachausschuss mit dem Projekt befasst: „Die im Ausschuss für Planen und Bauen vorgebrachten Argumente der Schulleitung, Lehrer und Eltern zu pädagogischen (Mindest-)Anforderungen fanden keinerlei Gehör.“ Die Sitzung soll vor dem 4. Mai stattfinden. An diesem Tag soll der Haupt- und Finanzausschuss nach bisheriger Planung weitere Beschlüsse zum Schulprojekt fassen.

Protest der Eltern und Kinder

In ihrem Antrag verweist die SPD auf die Zuständigkeiten des Ausschusses für Bildung und Soziales, der sich mit den pädagogischen Themen rund um den Schulneubau zu beschäftigen habe. „Die letzte turnusmäßige Sitzung dieses Ausschusses wurde kürzlich mit dem Hinweis abgesagt, es stünde ‚nichts Wichtiges‘ zur Entscheidung an“, heißt es im Antrag. Für die SPD ist klar: Eine Entscheidung, die massive Kürzungen der einvernehmlich vorgeschlagenen Variante 2 der beauftragten Architekten mit den Folgen einer Beeinträchtigung der pädagogischen Arbeit in der Grundschule Darup beinhaltet, sei ohne die Beteiligung des Ausschusses für Bildung und Soziales sachlich nicht zu rechtfertigen.

In der Antragsbegründung weist die SPD auf zwei besondere Aspekte hin. So gebe es die politische Beschlusslage, alles zu tun, um die Selbstständigkeit der Daruper Grundschule zu erhalten. Auch um eine Wiederholung der Schapdettener Schulschließung zu vermeiden. Die SPD erklärt: „Wenn die von Schulleitung, Lehrern und Eltern vorgebrachten pädagogischen Gründe für eine 1:1-Umsetzung der Variante 2 zutreffen, würde eine Umsetzung mit massiven Kürzungen dieses große – bisher einstimmig beschlossene – Ziel eventuell gefährden. Eine Schule, deren Raumprogramm weder dem aktuellen Standard entspricht noch für die Zukunft ausgelegt ist, wird von Eltern voraussichtlich weniger nachgefragt werden. Die erfolgreiche Anwerbung von auswärtigen Schülern, insbesondere aus Schapdetten, ist so nicht fortzusetzen. Große Klassengrößen bei kleinen Räumen sind nachvollziehbarerweise für Eltern nicht attraktiv bei der Schulwahl. Ohne auswärtige Schüler ist die Selbstständigkeit der Daruper Grundschule stark gefährdet. Die Diskussion, ob dieses Ziel aber weiterverfolgt werden soll, gehört in den Ausschuss für Bildung und Soziales!“

„Selbstständigkeit der Schule gefährdet“

Darüber hinaus sieht die SPD die Notwendigkeit einer Gleichbehandlung mit dem Rupert-Neudeck-Gymnasium. Im Antrag heißt es dazu: „Erheblichen Investitionszusagen für das Rupert-Neudeck-Gymnasium gingen umfangreiche Diskussionen, Präsentationen und Anhörungen im früheren Schulausschuss voraus. Denn maßgeblicher Grund für diese Investitionen waren die überzeugenden Gründe für eine Weiterentwicklung des pädagogischen Konzeptes. Muss dieses Vorgehen nicht auch der Grundschule ermöglicht werden?“ Und die SPD betont: „Sämtliche pädagogischen Argumente abzuschneiden und allein ein Blick auf die Finanzlage wird dem Anspruch, eine gute Schullandschaft für ganz Nottuln erhalten zu wollen, nicht gerecht.“

Zeitplan nicht einzuhalten

Der Antrag der SPD für eine außerordentliche Sitzung des Ausschusses für Bildung und Soziales beschäftigt natürlich auch die Gemeindeverwaltung. Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes erörterte unter anderem mit dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Volker Ludwig die Situation. Auf WN-Anfrage teilte der Bürgermeister mit, dass die Verwaltung nun eine Sitzung planen werde. Da laut SPD-Antrag auch die Architekten daran teilnehmen sollen und es somit auch um bauliche Dinge geht, ist aus Sicht der Verwaltung auch der Ausschuss Planen und Bauen betroffen. Die Verwaltung plane daher eine gemeinsame außerordentliche Sitzung dieser beiden Ausschüsse. Einen Termin konnte der Bürgermeister am Freitagmittag noch nicht nennen. Durch die zusätzliche Beratung werde man aber den Zeitplan nicht mehr einhalten können. Er halte es dennoch für sinnvoll, noch einmal zu diskutieren, um zu einem guten Ergebnis zu kommen, so der Bürgermeister. Dann sei es sicherlich auch verkraftbar, dass das Provisorium an der Daruper Schule vielleicht ein halbes Schuljahr länger besteht.

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