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Projekt „Barrierefreier Ortskern“

Knappe Mehrheit pro Baum

Nottuln

Muss ein Baum, der im Ortskern gefällt wird, an selber Stelle ersetzt werden? An dieser Frage schieden sich im Gemeinderat die Geister.

-luw-

Drei Bäume stehen vor der Ratschänke. Die beiden linken Bäume müssen wegen des Brückenneubaus gefällt werden. Foto: Ludger Warnke

Es bleibt dabei: Wenn die Planung für den 4. Bauabschnitt des Projektes „Barrierefreier Ortskern“ umgesetzt wird, dann wird auch in der künftig kleineren Außengastronomiefläche der Ratsschänke ein Baum gepflanzt werden – als Ersatz für einen Baum, der wegen des Brückenneubaus in diesem Bereich entfernt werden muss. Mit 15:13 Stimmen hielt der Gemeinderat an dieser Planung fest, die nicht dem Wunsch des Gaststätteninhabers entspricht, die aber zuletzt im Fachausschuss auf Initiative der Grünen einstimmig so beschlossen worden war.

Bei der CDU hatte es einen neuen Abwägungsprozess gegeben. Sie warb im Rat dafür, dem Gaststättenbetreiber entgegenzukommen, da dieser durch die Umgestaltung schon Belastungen zu tragen habe und ein „Sonderopfer“ erbringe. Eine Baumpflanzung im künftig kleineren Außengastronomiebereich verhindere die Nutzung der Fläche für ein Zelt zu Martinimarkt. Die CDU betonte, man sei nicht gegen eine Ersatzanpflanzung, plädiere aber dafür, den Baum an anderer Stelle im Ortskern zu pflanzen.

Ersatzpflanzung beim Neubau der Nonnenbachbrücke

Dieser Argumentation schlossen sich die anderen Fraktionen nicht an. Die Grünen kritisierten, dass der Ortskern, der einst eine grüne Zone gewesen sei, sich heute weitgehend als Steinwüste präsentiere. Wenn ein Baum im Ortskern gefällt werde, müsse an möglichst selber Stelle ein neuer Baum gepflanzt werden. Das dürfe man nicht von einem Zelt zu Martinimarkt abhängig machen.

Bei der Abstimmung, bei der sich der Bürgermeister enthielt, gab es dann eine knappe Mehrheit pro Baum.

Diskussionen gab es im Gemeinderat übrigens auch noch einmal über das Grünkonzept für die Coubertinstraße. Dass die Gemeinde für die Neugestaltung der Grünanlagen bis zu 207 000 Euro ausgeben will, halten die Grünen angesichts der Haushaltslage für nicht gerechtfertigt. Letztlich hielt der Rat am vereinbarten Vorgehen fest. Bedeutet: Die Gemeinde führt mit den Anliegern einen Workshop durch und präsentiert das Ergebnis der Politik, die dann entscheidet.

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