Schule Darup: Grüne für Überarbeitung der Planung

Kreative Finanzierung allein reicht nicht aus

Nottuln/Darup

Die Grünen sprechen beim Projekt „Teilneubau der Grundschule Darup“ von „enormen Kosten“, deren komplette Höhe noch nicht abzusehen ist. Allein mit kreativen Finanzierungsmöglichkeiten komme man nicht weiter, sagen sie.

Die Sebastianschule in Darup. Im Vordergrund das Kellergeschoss des früheren Kopfgebäudes. Foto: Frank Vogel

Die öffentlich geäußerte Kritik an der Positionierung der Nottulner Grünen beim Projekt „Teilneubau der Grundschule Darup“ zeigt Wirkung. Grünen-Fraktionssprecher Richard Dammann begründet in einer am Montagabend versandten Stellungnahme, warum die Grünen noch eine ganze Reihe von kritischen Fragen haben und warum es notwendig ist, die Planung zu überarbeiten.

Alt gegen Neu

Die Grünen, die die Arbeit der Daruper Sebastian­grundschule ausdrücklich loben, erläutern, dass nach dem Brand durch die Versicherungssumme der Neubau der Schule in gleicher Größe gedeckt sei, ohne dass Geld zugeschossen werden müsste. „Durch die sogenannte Neuwertversicherung kann also Alt gegen Neu getauscht werden. Schon allein das ist ein Vorteil.“ Es bestehe aber auch die Möglichkeit, den Zuschnitt, die Architektur der Schule zu optimieren. „Davon waren wir ausgegangen und haben lange Zeit keinen erweiterten Finanzbedarf gesehen“, betont Richard Dam­mann.

Verdoppelung der Kosten

Nun gebe es eine Planung, deren Kosten aber in Gänze noch unbekannt seien. Zurzeit lägen Zahlen für rund 2,5 Millionen Euro vor. Die Versicherungssumme betrage aber eine knappe Million Euro. Dammann: „Die Kosten der Wiedererrichtung werden sich also mehr als verdoppeln.“

Es gebe daher berechtigte Fragen: Muss das Gebäude wirklich breiter und länger werden als der Vorgängerbau und über den Keller hinausragen? Wenn die Planung so umgesetzt würde, hätte man den Keller besser abgerissen, als ihn mit einigem Aufwand zu retten, betont Dammann. Der geplante Schulbau biete auch in der Höhe mehr Raum und nutze die bis zum Brand vermietete Wohnung.

Kritische Fragen zur Planung

Kritische Fragen der Grünen betreffen zum Beispiel auch den Flur („Muss der Flur wirklich so breit sein, dass sich in ihm zwei Kraftfahrzeuge begegnen können?“), den 45 m² großen Luftraum („Auf dieser Fläche spielt kein Kind“) oder auch das dritte Treppenhaus („Wenn eine zusätzliche Treppe zum Flüchten gefordert wird, reicht nicht eine günstigere Stahlkons­truktion?“).

Zweifel haben die Grünen auch an dem Vorhaben, das Gelände um die Schule komplett um einen Meter anzuheben, um die wichtige Barrierefreiheit zu erreichen. Und könne nicht ein Teil der Nutzung in das Dachgeschoss gelegt werden?

„Angesichts der enormen Kosten glauben wir, dass es nicht ausreicht, nach kreativen Finanzierungsmöglichkeiten zu suchen, so wichtig die sind, sondern dass noch an der Planung gearbeitet werden muss“, betont Grünen-Sprecher Dammann. „Denn wir müssen den Wiederaufbau der Schule auch immer im Verhältnis zu den anderen Schulen, den übrigen Investitionen und zu unserem Haushalt bewerten. Das ist nicht immer einfach.“

Bereit zu Kompromissen

Die Grünen begrüßen abschließend ausdrücklich den Einsatz der Eltern und der Lehrenden für ihre Schule, für ihre Kinder: „Wir sind davon überzeugt, dass mit ihrem Einsatz durch den Wiederaufbau ein besserer Schulbau entsteht als vorher, auch wenn Kompromisse gemacht werden. Wir sind dazu bereit.“

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