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Ausstellung im Staatsforst in der Hovestadt

Kunst im und mit dem Wald

Nottuln

Ist Wald weiblich, männlich oder viele? Wie und was fühlen Wälder? Fragen, mit denen sich internationale Künstler und Künstlerinnen in Nottuln beschäftigt haben. Es geht um ein ungewöhnliches Kunstprojekt.

-fv-

In diesen Tagen kann man im Staatsforst in der Hovestadt spannende Künstlerinnen und Künstler und ihre Arbeiten entdecken. Foto: Cristina Rüesch

Der Staatsforst in der Hovestadt ist in dieser Woche Arbeits- und Ausstellungsort für internationale Künstlerinnen und Künstler. Unter dem Titel „With Mosses, Airs and Bees, We Dance Along With Trees“ laden die dort entstehenden Installationen, Performances und multimedialen Arbeiten dazu ein, Waldgast zu sein.

Die Künstlerin und Kuratorin Francisca Markus, die in Nottuln aufgewachsen ist und in Hamburg an der Hochschule für Bildende Künste studiert, hat die ebenfalls in Hamburg lebenden Künstlerinnen und Künstler Cristina Rüesch, Delia Prezioso (beide Schweiz), Jakob Karpus, Elisa Nessler (beide Deutschland), Jo De Hulsters (Belgien) und Qai Hew (Malaysia) für die Ausstellung nach Nottuln eingeladen. Seit über einem halben Jahr beschäftigt sich die Gruppe mit dem Wald als Organismus, als Gegenüber, Schutzgebendem und zugleich zu Schützendem.

Ist Wald weiblich, männlich oder viele? Wie und was fühlen Wälder? Wie umweltfreundlich muss ich mich im Wald bewegen? Bedeutet meine Bewegung im Wald schon eine Verletzung für diesen? Sind wir Teil des Waldes, wie können wir noch mehr Teil dessen werden? Wie viele Sprachen sprechen Wälder? Diesen Fragen und vielen weiteren stellen sich die Kunstschaffenden in der Ausstellungswoche. „Der Wald wird zum Protagonisten mancher Arbeiten, fordert heraus und eröffnet erst durch seine räumlichen Eigenschaften Räume für andere“, heißt es dazu in der Ankündigung.

Der Gang durch die Ausstellung ist ein Spaziergang, ein Flanieren durch und mit dem Wald. Parcoursartig tauchen einzelne Arbeiten auf den unterschiedlichen Wegen auf, andere bleiben ein Geräusch, ein Schimmern oder ganz versteckt, verschmolzen mit ihrer Umgebung.

Zur Eröffnung am Freitag (10. September) wird um 17 Uhr zu Waldgesprächen eingeladen. Treffpunkt ist der Kreuzungspunkt mitten im Waldstück. Um 18 Uhr folgt eine Lecture Performance, ein Kombination aus Vortrag und Performance, von Cristina Rüesch. Um 19 Uhr gibt es eine musikalische Improvisation von Jo De Hulsters mit Altsaxofon, Bass und dem „Würmchen“.

Am Samstag (11. September) um 7 Uhr weckt Jo De Hulsters den Wald und seine Gäste mit einer weiteren Improvisation, um 8 Uhr ist ein Waldfrühstück geplant. Um 13.30 Uhr wird ein geführter Spaziergang mit den Kunstschaffenden angeboten, um 14 Uhr folgt eine weitere Lecture Performance mit Cristina Rüesch „am Dachs-Pass entlang“. Und um 24 Uhr heißt es: „Gute Nacht, lieber Wald!“

Tief in der Nacht, um 1 Uhr, eröffnet Jakop Karpus mit einer Performance den dritten Tag. Um 12 Uhr am Sonntag (12. September) wird ein weiterer geführter Spaziergang mit den Kunstschaffenden angeboten. Um 13 Uhr schließlich heißt es: „Tschüss, lieber Wald!“

Zum Programm und den Künstlerinnen und Künstlern gibt es einen Flyer. Dieser ist vor Ort im Wald zu bekommen, kann aber auch per Mail an markusfrancisca24@gmail.com oder telefonisch unter 01 57/ 88 08 89 98 wie auch über die Instagramseite des Projektes @withmossesairsandbees angefordert werden.

Die Ausstellung wird bis zum 12. Dezember zu sehen sein. Im Nachgang wird zudem eine Publikation erscheinen, in der die Kunstschaffenden den Ausstellungsprozess und das Arbeiten mit dem Wald reflektieren. „Die Ausstellung wird großzügig durch die Kulturförderung Nottuln unterstützt“, bedanken sich die Künstler und Künstlerinnen, die darum bitten, beim Betreten des Waldes äußerste Vorsicht und Achtsamkeit walten zu lassen.

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