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Sechs Ausstellungen in der Reihe „Kunst im Rathaus“

Künstler setzen politische Akzente

Nottuln

Sechs neue Ausstellungen werden in der Reihe „Kunst im Rathaus“ zu sehen sein. Dabei ist die Spannweite der Inhalte und Ansätze sehr groß.

Von Frank Vogel

Der gebürtige Afghane Djawed Wasseh, der seit über 30 Jahren in Münster lebt und arbeitet, kombiniert in seinen Werken westliche Kunst mit der seiner Heimat. Dafür hat er eine ganz eigenständige Technik entwickelt Foto: Djawed Wasseh

Die Reihe „Kunst im Rathaus“, vor vielen Jahren von dem Nottulner Künstler Ulli Messing ins Leben gerufen und seitdem auch von ihm betreut, ist ein Dauerbrenner. Unabhängig von der Pandemie-Situation sind auch in diesem Jahr wieder sechs Ausstellungen geplant, die alle Interessierten im Rathaus sehen können, aber auch in digitalen Rundgängen im Internet besuchen können.

Den Auftakt macht in der Saison 2022/23 Reinhard Droste. Unter dem Titel „wiederholen = wieder holen“ zeigt er serielle Ölbilder zur Landschaft der Baumberge, die in den vergangenen Jahren entstanden sind. Daneben setzt sich der Schapdettener in seinen Gemälden auch mit Pressefotos zum Themenkomplex Krieg, Zerstörung, Flucht auseinander, mit denen er das Geschaute künstlerisch verarbeitet. Die Bilder sind schon im Rathaus zu sehen, das aber zurzeit nur nach Terminabsprache besucht werden kann. „Den digitalen Rundgang erstellen wir Anfang März“, kündigt Ulli Messing an.

Reinhard Droste macht den Auftakt

Vom 8. April bis zum 8. Juni wird der Nottulner Reinhard Walther eine Auswahl seiner Naturfotografien zeigen. Unter dem Titel „Gefiederte Münsterländer“ wird die Ausstellung sich auf heimische Vogelarten konzen­trieren. „Ich habe zwei Vogelfotos von Herrn Walther in den Westfälischen Nachrichten gesehen und ihn daraufhin angesprochen“, freut sich Ulli Messing, dass der Nottulner nach einer Bedenkzeit das Angebot annahm, seine Fotos im Rathaus zu präsentieren.

Vom 10. Juni bis zum 10. August wird es international. Der gebürtige Afghane Djawed Wasseh, der seit über 30 Jahren in Münster lebt und arbeitet, hat sich im Selbststudium der westlichen Kunst genähert und diese mit dem künstlerischen Erbe seiner Heimat Afghanistan kombiniert. Der Titel der Ausstellung „Geduschte Bilder“ nimmt Bezug auf die eigenständige Maltechnik, die Djawed entwickelt hat: Nach dem Auftrag von Acrylfarbe stellt er das noch feuchte Gemälde in eine Wanne und duscht es ab. Dadurch ergeben sich neue Farbmischungen, die er oft nach der Trocknung noch nachbearbeitet. Deutschlandweit wie auch international in den Niederlanden und in New York hat der Künstler bereits ausgestellt.

Gast aus Frankreich

Vom 12. August bis zum 5. Oktober wird die inzwischen vielen Nottulnerinnen und Nottulnern bekannte Künstlerin Katja Enseling unter dem Titel „Vom Finden und Erfinden“ eine Auswahl ihrer Werke zeigen. Katja Enseling ist Illustratorin, Bastelbuchautorin und begeisterte Upcyclerin. Sie sammelt „Müllfundstücke und Schätze aus der Natur“ und arbeitet diese mit großer Kreativität zu Kunstwerken um.

„Über das Partnerschaftskomitee Saint-Amand-Montrond ist der Kontakt zu Jean Lecourieux-Bory zustande gekommen“, berichtet Ulli Messing zu der Ausstellung, die vom 7. Oktober bis zum 7. Dezember zu sehen sein wird. Unter dem Titel „Les Aventures de Monsieur Mouton“ („Die Abenteuer des Herrn Schaf“) zeigt der Künstler aus Bourges Fotocollagen, in denen ein Schaf die Hauptrolle spielt. Die Bilder laden mit ihrem schwarzem Humor dazu ein, über die Ursprünge und Einflüsse unserer Überzeugungen, Abneigungen, Entscheidungen und Wünsche zu hinterfragen. „Eine durchaus politische Ausstellung“, sagt Ulli Messing.

Und dasselbe gilt dann auch für die letzte Ausstellung der Saison, die Messing selbst vom 9. Dezember bis zum 8. Februar 2023 bestreiten wird. Unter dem Titel „Noch gibt es uns“ zeigt der Nottulner Künstler Fotografien von Insekten und Vögeln, die vom Aussterben bedroht sind. Und das nicht nur wegen des (menschengemachten) Klimawandels, sondern auch wegen des Vogelfangs. Der ist in vielen Ländern Europas verboten. Besonders in Südeuropa sind ist er aber zur Wahrung von Traditionen trotz naturschutzrechtlicher Verbote in Funktion.

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