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Gemeinsames Schützenfest der St.-Antoni-Bruderschaft und der St.-Martini-Bruderschaft

Kurzer Prozess – große Spannung

Nottuln

Bei der Antoni ging es ruckzuck – und bei der Martini war es richtig spannend. Das gemeinsame Schützenfest der beiden Nottulner Bruderschaften war wieder ein tolles Erlebnis für die ganze Gemeinde.

Von Iris Bergmann

Die St.-Martini-Bruderschaft und die St.-Antoni-Bruderschaft Nottuln feierten endlich wieder ihr gemeinsames Schützenfest nach zwei Jahren Corona-Pause. Die neuen Majestäten präsentierten sich Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes (M.): Antoni-König Ingo Jacob (l.) und Martini-König Paul Enseling. Foto: Iris Bergmann

Huch, der Vogel fällt! Und das schon nach dem 35. Schuss! Es war Sonntag um 13.43 Uhr, als Nottuln seinen ersten neuen König bekam: Ingo Jacob von der St.-Antoni-Bruderschaft hatte kurzen Prozess mit dem hölzernen Vogel gemacht und sich den Titel geholt. Zur Königin erkor er seine Frau Dorothee Kruse-Jacob. Somit hat die Regentschaft von Wolfgang und Cornelia Beckersjürgen nach drei Jahren ein Ende.

Bis der König der St.-Martini-Bruderschaft feststand, brauchte es ein paar Schüsse mehr, 94 um genau zu sein. Aber dann war der Jubel an der Vogelstange am Bagno riesig: Paul Enseling wurde von seinen Kameraden auf die Schultern gehoben und als neuer König gefeiert. Die Königin an seiner Seite heißt Celina Middendorf. Die Regentschaft von Lars Hünteler und Alexandra Schulze Kalthoff ging damit zu Ende

Aber von vorne: Zunächst war mittags Antreten im Dorf. Nach zwei Jahren Pause zeigten sich einige Nachlässigkeiten, sodass ein Martinischütze wegen Verspätung zur Strafe eine Strecke im Entengang zurücklegen musste. Ein Antonibruder hatte gar die falschen Socken an, was ihm zehn Kniebeugen einbrachte.

Viele Zuschauer beim Antreten im Dorf

Nachdem die Kutschen mit den jeweiligen zu diesem Zeitpunkt noch amtierenden „alten“ Majestäten unter dem Jubel der zahlreichen Zuschauer durch Nottulns gute Stube gefahren waren, schloss sich der Tross der Schützenbrüder an. Und mit musikalischer Begleitung der Blasmusikvereinigung Nottuln und des Spielmannszugs „Gut Schlag“ Albachten ging es gut gelaunt bei perfektem Sommerwetter zur Vogelstange.

Die St.-Antoni-Bruderschaft begann mit dem Schießen – und anscheinend hatten die ambitionierten unter den Mitgliedern gutes Zielwasser getrunken. Schon nach einem guten Dutzend Schüssen war nur noch ein kläglicher Rumpf des Holzvogels übrig, dem Ingo Jacob schließlich den Garaus machte.

Bei der St.-Martini-Bruderschaft wurde es spannender. Zwar war das hölzerne Federvieh auch schnell gerupft, aber hartnäckig hielt sich der Rumpf. Ein ums andere Mal legte ein harter Kern von vier oder fünf Schützen an, und so manches „Oh“ und „Ah“ kam von den Zuschauern, die den Blick kaum von der Vogelstange nahmen. Bis Paul Enseling schließlich den entscheidenden Schuss setzte.

Mit den neuen Nottulner Majestäten in der Kutsche ging es zurück ins Dorf, um sich der weltlichen, hier wartete Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes, und der kirchlichen Obrigkeit, es freute sich Dechant Norbert Caßens, vorzustellen und den traditionellen Fahnenschlag abzunehmen. Die anschließende kurze Verschnaufpause nutzten vor allem die beiden neuen Königinnen, um sich in festliche Abendroben für die Polonaise und den Königsball im großen Festzelt auf dem Kirchplatz umzukleiden. Es ist wieder Schützenfest in Nottuln. Ein Stück Normalität ist zurück.

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