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Gemeinde Nottuln unterstützt Tafelarbeit mit 3000 Euro

Lebensmittel retten – Menschen helfen

Nottuln

Da gab es keine zwei Meinungen: Die Coesfelder Tafel leistet auch in Nottuln wichtige Arbeit. Denn mehr Menschen als gedacht sind darauf angewiesen.

Von Ludger Warnke

Die Coesfelder Tafel rettet Lebensmittel vor dem Müll und gibt zu einem sehr geringen Preis an Bedürftige weiter. Allein aus der Gemeinde Nottuln sind 115 Bedarfsgemeinschaften mit 299 Personen bei der Tafel registriert.   Foto: Roland Weihrauch/dpa

Es sind Zahlen, über die sich einige Mitglieder des Ausschusses für Bildung und Soziales regelrecht erschrocken zeigten: In der Gemeinde Nottuln sind derzeit 115 Bedarfsgemeinschaften bei der Coesfelder Tafel angemeldet. Dahinter stehen fast 300 Menschen (155 Erwachsene und 144 Kinder), die auf diese Art der Lebensmittelversorgung angewiesen sind. Eine Ausgabestelle der Tafel befindet sich im evangelischen Johanneshaus.

Dass die Tafel wichtige Arbeit leistet, darüber bestand im Ausschuss kein Zweifel. Mit rund 3000 Euro unterstützt die Gemeinde in diesem Jahr diese Arbeit. „Das Geld aus Nottuln ist im doppelten Sinne gut angelegt“, betonte Heinz Öhmann, Vorsitzender des Tafel-Vereins, der die Arbeit des Vereins im Ausschuss vorstellte. Einerseits unterstütze die Gemeinde damit das Bemühen, Lebensmittel vor dem Müll zu retten, andererseits helfe man bedürftigen Menschen.

Fast 300 Menschen werden versorgt

„Lebensmittel retten – Menschen helfen“ – dieses Motto der Tafel füllen derzeit mehr als 120 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer mit Leben. Drei Fahrerteams fahren 25 Lebensmittelmärkte, Produzenten und Hersteller ab und sammeln Lebensmittel ein, die aus dem Verkauf genommen werden, zum Beispiel wegen Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums, oder die gar nicht erst in den Verkauf gelangen, zum Beispiel wegen einer fehlerhaften Etikettierung. Alle diese Lebensmittel könnten verzehrt werden und würden dennoch auf den Müll geworfen, wenn die Tafel sie nicht einsammelte. Jährlich rettet die Coesfelder Tafel so rund fünf Tonnen Lebensmittel.

Organisiert ist die Tafelarbeit über einen gemeinnützigen Verein, der sich um Spenden kümmert, und eine gemeinnützige GmbH, die sich mit den betriebswirtschaftlichen Belangen befasst. So fallen zum Beispiel Kosten für Fahrzeuge und Kühlanlagen oder jetzt in der Corona-Pandemie auch für Hygieneartikel an. Heinz Öhmann: „Der Tafelbetrieb ist leider nicht kostendeckend. Ein fünfstelliges Defizit muss jährlich durch Spenden gedeckt werden.“

Fünfstelliges Defizit muss durch Spenden gedeckt werden

Neben den 115 Bedarfsgemeinschaften aus Nottuln verzeichnet die Tafel weitere 260 Bedarfsgemeinschaften (367 Erwachsene, 260 Kinder) aus Coesfeld sowie insgesamt weitere rund 100 Bedarfsgemeinschaften aus Billerbeck, Havixbeck und Rosendahl. Wer das Tafelangebot nutzen möchte, muss zuvor die Bedürftigkeit nachweisen.

Die Preise für den Einkauf bei der Tafel sind klar geregelt. Ein einzelner Erwachsener zahlt 3 Euro, ein Paar 5 Euro, für Kinder kämen jeweils 50 Cent dazu. Heinz Öhmann nannte ein Beispiel: „Eine Familie mit zwei Erwachsenen und vier Kindern zahlt für den Einkauf 7 Euro und erhält dafür Lebensmittel im Wert von durchschnittlich 60 Euro.“

Bei den Nutzern handelt es sich zu 48 Prozent um deutsche Mitbürger und zu 52 Prozent um ausländische Mitbürger. 26 Prozent aller Tafelkunden sind Rentner, 29 Prozent Empfänger von Sozialleistungen und 42 Prozent Asylsuchende.

Damit die Tafel ihre Arbeit erfolgreich fortsetzen kann, sind Geldspenden und ehrenamtliches Engagement notwendig. Für beides warb Heinz Öhmann.

Großes Lob von der Politik

Vom Ausschuss gab es ein großes Lob, das auch der evangelischen Friedens-Kirchengemeinde galt, die ihre Räume zur Verfügung stellt. Ob der Gedanke von Waldemar Bogus (UBG) – „Wir müssen überlegen, ob wir nicht mehr Geld geben können.“ – tatsächlich zum Tragen kommt, wird sich bei den nächsten Haushaltsberatungen zeigen. Denn zunächst einmal gilt der 3000-Euro-Zuschuss der Gemeinde nur für 2022.

Wer die Arbeit der Coesfelder Tafel durch ehrenamtliches Engagement unterstützen möchte, kann diese Kontaktmöglichkeiten nutzen: E-Mail: tafel@kolping-ms.de;

 01 57/80 63 39 07. Spenden können eingezahlt werden auf die Konten: Sparkasse Westmünsterland, IBAN: DE42 4015 4530 0035 1650 00; oder VR-Bank Westmünsterland eG, IBAN: DE59 4286 1387 5636 2828 00.

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