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Improtheater „RatzFatz“ begeistert das Publikum auf Hof Schoppmann

Lustiger Abend ohne Drehbuch

Darup

„Irgendwas ist immer“, hieß es auf dem Alten Hof Schoppmann. Dafür sorgte das Improtheater „RatzFatz“. Und dafür sorgte das Publikum selber.

Die Impro-Schauspieler holten zur Unterstützung Menschen aus dem Publikum auf die Bühne (v.l.): Christoph Elling, Zuschauerin Martina Zbick, Ulrich Bunk und Franziska Reinhard. Foto: Ulla Wolanewitz

Ratzfatz ist Stimmung in der Bude, wenn sie die Bühne erklimmen. Heißt es, Vorhang auf für das Improtheater „RatzFatz“, geht die Post ab. Dass das Publikum am Donnerstagabend im Alten Hof Schoppmann mit etwa 40 Zuschauenden eher überschaubar war, wirkte sich ganz und gar nicht negativ auf den spaßigen Erfolg des Abends aus. Ganz im Gegenteil. Alle die, die auf Einladung des „Kulturforums der Sozialdemokratie“ gekommen waren, genossen den Abend unter dem Motto „Irgendwas ist immer“ nicht nur als Zuschauer, sondern vielmehr noch als Beteiligte, die am spontanen Drehbuch mitschreiben durften. So wie es sich halt gehört beim Improvisationstheater. „Wir haben kein Drehbuch, keine Rollen. Wir haben nix!“, eröffnete Christoph Elling das unterhaltsame Vergnügen. „Aber wir haben Sie.“

Dass die drei Hauptakteure Christoph Elling, Ulrich Bunk und Franziska Reinhard Vollprofis sind, war schnell klar. Schließlich entwickeln die Spezialisten für Spontantheater seit mehr als 20 Jahren live auf der Bühne Stegreif-Geschichten. Am E-Piano begleitete Julian Schwindt – „Der Teufelskerl“, wie Christoph Elling ihn lobend vorstellte – den vergnüglichen Abend.

Zuschauer als Impulsgeber und Mitspieler

Zum auslösenden Impuls gab es dann gleich auch einige Fragen in die Runde, die sich rasend schnell zum Plot einer amüsanten Story mit „Pflaumenkuchen, Ärger über die Schließung des Bioladens, Freude über die Weiterführung des Landgasthauses Egbering, Glasfaser und Hundekottüten“ verwandelte.

Dass das alles nicht ohne Einbeziehung von Zuschauern gelingen konnte, stellte Martina Zbick unter Beweis. Zusammen mit den Profis präsentierte sie dem Publikum, wie sich die aufgehende Sonne über dem Daruper Berg „personell“ aufstellen lässt. Im nächsten Kapitel gab es da noch Beate, eine alte Liebe, die wieder Fahrt aufnahm. Eine alte Liebe, angebetet vom störrischen Landwirt, mit dem es einst ein Rendezvous im Sonnenblumenfeld gegeben hatte und dem in die Jahre gekommenen Lehrer, der gerne dem Alkohol frönte.

Das begeisterte Publikum lieferte den besten Stoff für diese Stegreif-Inszenierungen, bei denen Heizungsbauer über den Boden auf dem Weg in einem Tunnel robbten oder eine Wohlfahrtsmarke als Zombie-Action daherkam.

Allesamt hatten sie jedenfalls viel Spaß am Spontanwitz, den Kalauern, den bekloppten Darstellungen – einfach guter Nonsens.

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