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Ehemalige Paramentengruppe in Appelhülsen

Maria Gausepohl hat viel Schönes hinterlassen

Appelhülsen

Altardecken, Messgewänder, Stolen und vieles mehr wurde in künstlerisch aufwendiger Weise für die Kirche St. Mariä Himmelfahrt geschaffen. Dahinter stand die Paramentengruppe, die viele Jahre herausragende Arbeit machte.

Von Marita Strothe

2008 entstand dieser Baldachin.  Foto: Sammlung Wessendorf

„Die Altartücher liegen noch heute in der Kirche aus“, erinnert Heimatforscherin Anni Wessendorf an das langjährige kunstfertige Engagement von Maria Gausepohl, die kürzlich im Alter von 92 Jahren verstorben ist. Ihre Todesanzeige schmückte das Bild der blau gekleideten Madonna, die 2009 von der Appelhülsener Paramentengruppe neu eingekleidet worden ist.

Die Gruppe wurde vor 40 Jahren von Maria Gausepohl und ihrer Schwester Anni ins Leben gerufen. Jede Woche dienstags trafen sich die Frauen bei den beiden in der Lindenstraße. Die Gruppe stellte von 1981 bis Ende 2017 Altardecken, Messgewänder, Stolen und vieles mehr künstlerisch aufwendig in unterschiedlichen Techniken her. Maria Gausepohl, Schneidermeisterin an einer katholischen Mütterschule in Münster, war in all der Zeit ideengebende Leiterin der Paramentengruppe.

Gruppe vor 40 Jahren gegründet

„Ach, welch wundersame Sachen können Frauenhände machen“, dichteten die handarbeitsfreudigen Schwestern Gausepohl dazu treffend. Zahlreiche schöne Textilien sind unter den Händen der Damen entstanden. So wurden alleine 1981 insgesamt 133 Fahnen genäht, 1982 wurden zwölf Sternsinger eingekleidet. Unermüdlich nähte, stickte und häkelte die Gruppe nicht nur für Appelhülsens Kirchenraum und Liturgie, sondern unter anderem auch für Kolpingsfamilie, Steverlerchen, Bürgerschützenverein, Haus Arca, verschiedene Krankenhäuser und Seniorenheime.

Von den Damen der ersten Stunde lebt heute nur noch Franziska Reher. Martha Lenfers starb 2006 (geb. 1928), Hedwig Tokentrup ebenfalls 2006 (geb. 1921); Marianne Schulze Frenking-Backmann 2012 (geb. 1921) und Anneliese Große Wiesmann 2014 (geb. 1922). Anni Gausepohl verstarb 2017 mit 89 Jahren.

Immer wieder brachten sich kurzzeitig neue Stickerinnen ein, aber nach dem Tode von Anni Gausepohl wurde es schwieriger, zumal ihre Schwester Maria wegen eines Augenleidens schließlich kaum noch sehen konnte. Die Damen der letzten Stunden der Gruppe in 2017 waren Magda Flügge und Renate Scheipers.

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