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FI Nottuln und Friedenskreis Havixbeck beim Ostermarsch

Marschierer fordern zivile Sicherheitspolitik

Nottuln/Havixbeck...

Rund 50 Teilnehmer verzeichnete diesmal der Ostermarsch im Kreis Coesfeld. Einer, der seit vielen Jahren regelmäßig dabei ist, ist der Nottulner Robert Hülsbusch. Energisch verurteilte er die militärgestützte Sicherheitspolitik, die nicht mehr, sondern weniger Sicherheit in den letzten Jahren gebracht hätte.

wn

Während die Ostermarschierer die Zufahrt zum US-Waffenlager Tower Barracks blockierten, machte Johannes Waldmann (SPD) als Redner den Vorschlag, 2039 den 100. Jahrestag des deutschen Überfalls auf Polen besonders vorzubereiten. Foto: Gerd Jungmann

„Mehr Verantwortung übernehmen – Sicherheit neu denken!“ Unter diesem Motto fand am Ostermontag der Ostermarsch in Dülmen statt – mit dabei auch Mitglieder der Friedensinitiative Nottuln (FI) und des Friedenskreises Havixbeck (FK). Robert Hülsbusch (FI) ging in seiner Rede zum Auftakt auf das Motto des Ostermarsches ein und stellte das Konzept der bundesweiten Initiative vor. Bis 2040 gehe die Perspektive. Bis dahin solle die Sicherheitspolitik zivilgesellschaftlich, das heißt auch ohne Militär, umgebaut werden. „Wir wollen weg von der militärischen zur zivilen Sicherheitspolitik, wollen Sicherheit grundsätzlich neu denken“, sagte Hülsbusch.

Als Vertreter der Friedensinitiative Nottuln sprach Robert Hülsbusch beim Ostermarsch 2021, der diesmal in Dülmen stattfand. Foto: Gerd Jungmann

Energisch verurteilte er die militärgestützte Sicherheitspolitik, die nicht mehr, sondern weniger Sicherheit in den letzten Jahren gebracht hätte: „Mehr Kriege, mehr Rüstungsexporte, mehr Spannungen statt Diplomatie, neue Atomwaffen, bewaffnete Drohnen und Kampf­­jets – für diese Fehler in der Sicherheitspolitik kann sich die Bundeskanzlerin mal entschuldigen, den vielen Toten und Opfern von Gewalt und Krieg und uns allen um Verzeihung bitten“, rief Hülsbusch in Anlehnung an die Entschuldigung Merkels wegen Fehler bei der Pandemiebekämpfung den Ostermarschierern zu. Weitere Redner forderten Gerechtigkeit und Lebenschance für alle Menschen auf der Welt. Nur so wäre Frieden möglich. Drei Kilometer legten dann die Ostermarschierer zurück – coronabedingt mit großem Abstand.

An der Einfahrt zu den Tower Barracks wurde die Abschlusskundgebung zu einer einstündigen Blockade des US-Waffenlagers. Dort machte SPD-Bundestagskandidat Johannes Waldmann im Zusammenhang mit der Initiative „Sicherheit neu denken“ einen Vorschlag: „Wie wäre es, wenn wir 2039 – also 100 Jahre nach dem Einmarsch der Deutschen in Polen und nach dem Beginn des Zweiten Weltkrieges – wichtige Schritte auf den Weg zu einer zivilgesellschaftlichen Sicherheitspolitik gemacht haben und weitere verkünden könnten.“ Ein Vorschlag, der bei den Nottulnern großen Zuspruch fand – auch im Hinblick auf die Städtepartnerschaft mit Chodziez (Polen).

Nottulner und Havixbecker bedankten sich zum Schluss bei den Organisatoren des Ostermarsches aus Dülmen. Viele Jahre, Jahrzehnte hatten die Friedensaktivisten aus den beiden Baumberge-Gemeinden zu den alljährlichen Ostermärschen nach Dülmen und auf den Baumberg eingeladen.

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