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Geldautomat im Dettener Dorfladen gesprengt

Massive Schäden am Gebäude

Schapdetten

Viele Menschen in Schapdetten sind vom gewalttätigen und skrupellosen Vorgehen der Täter geschockt. Ihr Dorfladen ist massiv beschädigt worden, weil Unbekannte den dort installierten Geldautomaten gesprengt haben.

Von Ludger Warnke

Die Täter richteten mit dem Sprengstoff enorme Schäden am Gebäude des Dettener Dorfladens an. An das Geld im Bankautomaten kamen sie aber nicht heran. Durch die Wucht der Explosion sind weite Teile des Dettener Dorfladens beschädigt worden. Bis auf Weiteres ist an eine normale Ladengeschäftstätigkeit nicht zu denken. Foto: Johannes Oetz

Ein lauter Knall hat in der vergangenen Nacht die Schapdettener aus dem Schlaf gerissen. Gegen 2.40 Uhr haben unbekannte Täter den Geldautomaten im Dettener Dorfladen gesprengt. Personen wurden nach Auskunft der Polizei nicht verletzt. Die Explosion richtete allerdings massive Schäden am Gebäude an, das nach erster Begutachtung durch Statiker des Technischen Hilfswerkes aber nicht einsturzgefährdet ist.

„Die Täter haben kein Bargeld erbeutet“

Für die flüchtigen Täter hat sich die Sprengung nicht gelohnt. Sie zerstörten zwar die Hülle des Geldautomaten, doch blieb der innenliegende Tresor intakt. „Die Täter haben kein Bargeld erbeutet“, sagte Martin Herding, Vorstandssprecher der Volksbank Nottuln.

Nach dem lauten nächtlichen Explosionsknall waren Feuerwehr und Polizei zum Dettener Dorfladen ausgerückt. Dort bot sich den Einsatzkräften ein Bild der Verwüstung.

Hubschraubereinsatz

Die Polizei ergriff sofort mehrere Fahndungsmaßnahmen. Unter anderem wurde die L 843 gesperrt und auch ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera eingesetzt, berichtete die Polizei. Streifenwagen patrouillierten durch die Umgebung. So wurde an der L 577 (Nottuln – Billerbeck) im Bereich der Bauerschaft Dörholt eine schwarze Tasche auf der Fahrbahn gefunden und sichergestellt. Ob diese Tasche etwas mit den Tätern und der Sprengung zu tun hat, muss noch geklärt werden.

Zur Beweissicherung hat die Polizei Coesfeld Mitarbeiter der Kriminaltechnischen Untersuchung (KTU) Münster hinzugerufen, die den Tatort sorgfältig in Augenschein nahmen und alles dokumentierten. Die Ermittlungen dauern an. Zeugen, die etwas Ungewöhnliches auch schon im Vorfeld der Tat im Bereich des Dettener Dorfladens an der Roxeler Straße oder in der Nacht bemerkt haben, werden gebeten, sich bei der Polizei Dülmen zu melden (Telefon 0 25 94/79 30).

Vorstand und Aufsichtsrat geschockt

Bei Tageslicht konnten die Schapdettener das ganze Ausmaß der nächtlichen Sprengung sehen. Und waren geschockt. Die gesamte Fensterfront war durch die Druckwelle zerborsten. Auch im Ladeninneren war alles verwüstet, stellten Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat bei einer Begehung fest.

Die Schapdettener Bürgergenossenschaft, die den Dorfladen betreibt, und die Volksbank Nottuln als Eigentümerin der Bankautomaten im Foyer sind zunächst einmal erleichtert, dass keine Verletzten zu beklagen sind. Das gewalttätige und skrupellose Vorgehen der Täter erschreckt aber.

Im Foyer sind durch die Explosion auch beide Kontoauszugsdrucker zerstört worden, erläuterte Bankvorstand Martin Herding. Die Volksbank Nottuln betreibt die Bankgeräte, die von der Sparkasse Westmünsterland mitgenutzt werden. „Gegen Gasexplosion sind unsere Geldautomaten geschützt“, sagte Herding, in diesem Fall sei aber wohl Sprengstoff eingesetzt worden. Durch die Wucht der Explosion ist die äußere Hülle des Geldautomaten zerstört worden. Der innenliegende Tresor mit den darin befindlichen Geldkassetten ist aber intakt geblieben. Wie es nun weitergehen wird mit diesem Automatenstandort, darüber werde man in Ruhe beraten.

Nachdenken über den Automatenstandort

„Es ist eine Katastrophe“

Für Vorstand und Aufsichtsrat der Schapdettener Bürgergenossenschaft war der Besuch des Tatorts am Freitagvormittag ein Schock. Das Ergebnis von tausenden ehrenamtlich geleisteten Stunden ist nun ein Trümmerfeld aus zerborstenem Glas, Holz und Steinen. „Es ist eine Katastrophe“, war Dr. Michael Schwarzenau, Vorsitzender des Aufsichtsrates, tief erschüttert. Inmitten dieser Trümmer gab es aber auch eine klare Zukunftsaussage: „Wir lassen unseren Dettener Dorfladen durch so ein Ereignis nicht beerdigen.“

Nach Angaben von Michael Schwarzenau und Vorstandsmitglied Sebastian Reimann werden nun zunächst mehrere Bausachverständige die Schäden in Augenschein nehmen. Zudem müssen mit den Versicherungen die Zuständigkeiten geklärt werden. Danach sollen die zerstörten Laden- und Gebäudebereiche leergeräumt werden. Ferner gilt es, zusammen mit dem Gebäudeeigentümer die Sanierung und Neueinrichtung zu planen. Dabei wird man auch darüber beraten, ob das Gebäude beziehungsweise der Laden überhaupt noch weiter als Standort für einen Geldautomaten genutzt werden kann, betonte der Aufsichtsrat.

Ladengeschäft pausiert für längere Zeit

Wie viel Zeit das alles erfordern wird, ist derzeit nicht absehbar. „Das normale Ladengeschäft wird es auf längere Zeit nicht geben“, betonte Michael Schwarzenau.

Daher wollen Aufsichtsrat und Vorstand zu gegebener Zeit, wenn die dringendsten Fragen geklärt sind, auch über die weitere Lebensmittelversorgung für das Dorf beraten. Ein Verkaufswagen als mobiles Angebot könnte eventuell eine Lösung sein. Ebenso wird die Genossenschaft über die Belieferung des Stifts Tilbeck beraten.

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