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Pietätlosigkeit auf dem Friedhof Nottuln

Metalldiebe stehlen Bronze-Madonna

Nottuln

Diebstahl ist schlimm, besonders dann, wenn eine Grabstätte sein Ziel ist. So geschehen auf dem Friedhof Nottuln. Eine Angehörige spricht über den Verlust.

Unbekannte Metalldiebe haben auf dem Nottulner Friedhof diese Bronzemadonna von einer Grabstelle entwendet. Foto: Sammlung M.T.

Diebstähle von Gräbern wühlen Angehörige besonders tief auf. Auch bei der 67-jährigen Nottulnerin sitzt der Schrecken tief und ist die Empörung über diese Pietätlosigkeit weiter groß. Denn einer oder mehrere Täter haben vergangene Woche von der Grabstätte der Familie auf dem Nottulner Friedhof eine bronzene Madonnenfigur entwendet. „Die Figur wurde einfach abgetreten und gestohlen. Wer tut so etwas?“, erzählt die Nottulnerin im WN-Gespräch.

Auch Tage nach der Entdeckung, dass die Figur entwendet wurde, ist die 67-Jährige noch aufgewühlt. Dabei geht es nicht nur um den materiellen Verlust, der in diesem Fall mit rund 1000 Euro zu Buche schlägt. Es ist auch der Gedanke, dass der oder die Täter in die Privatsphäre der Familie eingedrungen sind, der die Nottulnerin erschaudern lässt.

In die Privatsphäre der Familie eingedrungen

Denn die 67-Jährige ist regelmäßige Besucherin des Friedhofes. „Wie immer führte mein Weg vom Dorf zurück in die Siedlung über den Friedhof, um am Grab meiner Eltern und meines Mannes kurz innezuhalten“, erzählt sie von der Situation am vergangenen Mittwoch. Und dabei entdeckte sie den Verlust der bronzenen Madonnenfigur. „Einfach abgetreten und weg . . .“

Natürlich hat sie die Polizei informiert. Dort beschäftigt man sich derzeit mit einer ganzen Reihe von Metalldiebstählen. Sogar den Nottulner Polizeiposten suchten Täter heim und entwendeten Kupferrohre von der Dachentwässerung (wir berichteten).

Polizei stellt vermehrte Metalldiebstähle fest

„Die Täter haben es vornehmlich auf hochwertige Metalle wie Kupfer und Bronze abgesehen, die relativ viel Geld bringen“, erläutert Polizeisprecher Sascha Kappel von der Kreispolizeibehörde Coesfeld auf WN-Anfrage. Der Täter habhaft zu werden, sei ohne Anhaltspunkte schwierig. „Wir ermitteln zunächst einmal in alle Richtungen“, erläuterte Kappel. Was bedeutet: Sowohl lokale Personen als auch reisende Tätergruppen kommen in Betracht.

Wie bei allen kriminellen Delikten hofft die Polizei auf Hinweise von Zeugen und auf aufmerksame Bürger. Gerade regelmäßige Besucher von Friedhöfen würden sich untereinander oft kennen und bemerken, wenn sich verdächtige Personen auf dem Friedhof befinden oder verdächtige Fahrzeuge im Umfeld des Friedhofes abgestellt sind. Auch die 67-jährige Nottulnerin will künftig auf dem Friedhof aufmerksamer sein.

Zeugenhinweise zu diesen und anderen Diebstählen nimmt die Polizei Dülmen, Telefon 0 25 94/79 30, entgegen.

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