Stiftsbuchhandlung Maschmann

Mit Herzblut und guten Ideen

Nottuln

Große Freude in der Stiftsbuchhandlung: Beim „Deutschen Buchhandlungspreis 2019“ wird sie unter den Preisträgern sein. Zurecht, wie ein Blick in die Arbeit von Kornelia und Gerd Maschmann und ihrer Mitarbeiterin Rita Horstmann zeigt.

Frank Vogel

Freuen sich riesig über die Nominierung zum „Deutschen Buchhandlungspreis 2019“: Gerd und Kornelia Maschmann mit ihrer Mitarbeiterin Rita Horstmann. Foto: Hugo Schmidt

„Die Nominierung allein ist für uns schon ein großes Glück!“ Ob sie als „hervorragende Buchhandlung“ 7000 Euro, als „besonders herausragende Buchhandlung“ 15 000 Euro oder als „beste Buchhandlung“ gar 25 000 Euro bekommen, das ist Kornelia und Gerd Maschmann nicht so wichtig. Sie freuen sich auch so riesig darüber, dass ihre Stiftsbuchhandlung Nottuln als eine von 118 Buchhandlungen im Rahmen des „Deutschen Buchhandlungspreises 2019“ ausgezeichnet wird. Kulturstaatsministerin Monika Grütters wird die Preisträger am 2. Oktober in Rostock ehren.

Die Bewerbung, die Maschmanns für den Wettbewerb erstellt haben, ist so umfangreich wie inhaltsschwer. Auf 15 dicht beschriebenen und illustrierten Seiten berichten sie über ihre Geschichte, ihr Geschäftsmodell, ihre unterschiedlichen Aktivitäten. Das, was sie zu lesen bekam, überzeugte die Jury. Unter den 467 Bewerbern aus ganz Deutschland wählten sie die Stiftsbuchhandlung Nottuln mit 117 weiteren Buchhandlungen aus.

Übernommen haben Kornelia und Gerd Maschmann die Buchhandlung am 1. Juli 1992. Beheimatet ist sie in dem 1890 erbauten und unter Denkmalschutz stehenden Sandsteingebäude in der Straße Stiftsplatz 10. Im Jahr 2003 wurde Rita Horstmann als Auszubildende eingestellt und später übernommen.

Um sich im schärfer werdenden Wettbewerb behaupten zu können, muss man nicht nur für seinen Beruf brennen – das tun alle Mitglieder des Buchhandlungstrios ohne jeden Zweifel –, sondern man muss auch mit einem Konzept überzeugen, mit Ideen und Aktivitäten, die über das „normale Geschäft“ hinausgehen. Das hat die Stiftsbuchhandlung geschafft, erkennt auch die Jury des Buchhandlungspreises an.

Als kulturelle Highlights holen Kornelia und Gerd Maschmann immer wieder interessante Autoren zu Lesungen ins Stiftsdorf. Seien es Connie Palmen, Gerbrand Bakker, Burkhard Spinnen, Frido Mann, Sabrina Janesch, Andrej Kurkow oder Roy Jacobsen. Mindestens für Catalin Dorian Florescu war seine erste Lesung in Nottuln mit seinem Buch „Der blinde Masseur“ das Sprungbrett zu seiner Karriere. Denn auch dank der Hilfe der Maschmanns, die sein Potenzial erkannten, konnte er den Verlag wechseln und ist heute ein namhafter Autor.

Doch nicht nur Lesungen tragen zur kulturellen Bereicherung Nottulns bei, auch mit den Schulen und sogar den Kindergärten arbeitet die Stiftsbuchhandlung eng zusammen, führt die Kinder in die Welt der Literatur ein. Sei es am Welttag des Buches, zu dem die 4. und 5. Klassen eingeladen sind, sei es bei der Buchausstellung in der DRK-Kita „Weltentdecker“ oder sei es als Mitglied in der Jury des Vorlesewettbewerbes am Rupert-Neudeck-Gymnasium.

Dass die Stiftsbuchhandlung auch auf dem digitalen Markt präsent ist, dafür ist vor allem Rita Horstmann verantwortlich. Sie betreut die Homepage und den Onlineshop, der ungezählte Buchtipps bereithält und in dem „die Drei aus der Buchhandlung“ unter anderem auch immer ihr aktuelles Lieblingsbuch vorstellen.

Und dann gibt es noch die „Agentur der Stiftsbuchhandlung“, die hauptsächlich Gerd Maschmann betreibt. Die Idee zur Gründung erwuchs 2012 aus der langjährigen Freundschaft zu dem polnischen Illustrator Jozef Wilkon. Zu diesem Zeitpunkt waren gerade einmal zwei Bücher des Künstlers lieferbar. Heute betreut die Agentur die Rechte an mehr als 75 deutschsprachigen Titeln.

Warum genau die Stiftsbuchhandlung für den „Deutschen Buchhandlungspreis“ nominiert worden ist, wissen die Maschmanns nicht. Aber dass die Buchhandlung nicht nur ein heimeliges kleines Geschäft ist, sondern ein kultureller Impulsgeber für Nottuln und weit darüber hinaus, das hat die Jury treffend erkannt.

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