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Tobias Hasenkrug organisiert Spendentransport

„Möchte den Menschen dort helfen“

Nottuln

Er möchte helfen, und er ist vom Fach. Tobias Hasenkrug ist Disponent bei einer Spedition und hat einen Spendentransport nach Erftstadt organisiert. Zustimmung bekam er von allen Seiten.

Von Ludger Warnke

Ein kompletter Sattelzug mit Hilfsgütern für die Opfer der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen ist zusammengekommen. An zwei Abenden haben (v.l.) Tom Overmann, Tobias Hasenkrug, Jamal Biermann und Daniel Schubert die Spenden angenommen und auf einen Lkw verladen. Tobias Hasenkrug, Initiator der Aktion, fährt den Lkw am Samstag nach Erftstadt. Foto: Ludger Warnke

Die Bilder von den todbringenden Fluten in Nordrhein-Westfalen haben sich eingeprägt. Und eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. Auch für Tobias Hasenkrug war klar: „Irgendwie möchte ich den Menschen dort helfen.“ Und weil der 37-jährige Nottulner in einer Spedition arbeitet, lag die Idee nahe: „Ich organisiere einen Transport mit Spendengütern.“

Und das mit sehr großem Erfolg. Am heutigen Samstag in aller Frühe wird sich der gelernte Lkw-Fahrer und heute als Disponent arbeitende Nottulner mit einem 24-Tonnen-Sattelzug, prall gefüllt mit Sachspenden, auf den Weg nach Erftstadt ins Katastrophengebiet machen.

Hilfe für Erftstadt

Mit seiner Idee eines Hilfstranportes ist der Nottulner allenthalben auf Zustimmung gestoßen. Sein Chef bei der Spedition Giesker & Laakmann habe ohne zu Zaudern zugestimmt: „Mach das!“ Den Lkw wie das sonstige Equipment stellte das Unternehmen kostenlos zur Verfügung.

Über Freunde und Bekannte und in den sozialen Medien warb Hasenkrug für den Spendentransport und erntete dafür viel Lob und viele Spenden. Die Menschen vertrauen ihm. Vielleicht auch deshalb, weil die Spedition Giesker & Laakmann schon in der Vergangenheit häufig Spendentransporte organisiert und durchgeführt hat: zum Beispiel für den Verein „Ein Lächeln für Togo“ oder für die Hilfsorganisation „Mary‘s Meals“.

Ganz sicher aber auch deshalb: Der Nottulner fährt nicht einfach blindlings ins Katastrophengebiet. „Natürlich habe ich mich vorher erkundigt und einen Partner gesucht“, erzählt er. So kam ein Kontakt zur Arbeiterwohlfahrt in Erftstadt zustande. Dort freut man sich über die angekündigte Hilfe aus Nottuln, und die Awo wird sicherstellen, dass die Spendengüter die richtigen Empfänger erreichen.

Zusammenarbeit mit Arbeiterwohlfahrt

Dermaßen gut organisiert, wurde der Spendenaufruf zu einem Selbstläufer. „Privatleute und Firmen aus allen Ortsteilen der Gemeinde sowie aus Havixbeck und Billerbeck haben an zwei Abenden Spenden gebracht“, erzählt der 37-Jährige. Bekannt ist zum Beispiel, dass die Gaststätte Rosenboom zusammen mit Kunden und einem Stammtisch mehrere Paletten Getränke spendete.

Tobias Hasenkrug und seine Arbeitskollegen Tom Overmann, Auszubildender zum Speditionskaufmann, sowie Jamal Biermann und Daniel Schubert, beide Nutzfahrzeugmechatroniker in der firmeneigenen Werkstatt, haben nach Feierabend die Spendengüter auf Paletten gepackt und damit den Lkw beladen. Vor allem in Flaschen abgefüllte Mineralwasservorräte, Hygiene-Artikel, Putzartikel, Schaufeln, Eimer, Besen und sonstiges Werkzeug sind gespendet worden. Güter, die vor Ort im Katastrophengebiet gut zu gebrauchen sind.

Dank für riesige Unterstützung

Dass seine Hilfsaktion so viel Unterstützung erfährt, freut den Nottulner sehr. Und er betont: „Ich kann mich nur bei allen Spenderinnen und Spendern sehr herzlich bedanken!“

Übrigens: Dass die Spenden auf Paletten verpackt sind, hat natürlich einen Grund. Tobias Hasenkrug wird einen kleinen Gabelstapler mitnehmen und kann dann selbstständig die Hilfsgüter dort abladen, wo sie gebraucht werden. „Es wäre fatal, wenn wir für das Entladen des Lkw Hilfskräfte vor Ort abziehen müssten.“

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