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Astrid-Lindgren-Schule

Noch keine Entscheidung

Nottuln

Das die Notwendigkeit einer Erweiterung und Modernisierung der Astrid-Lindgren-Schule gegeben ist, davon konnten sich die Ausschüsse für Planen und Bauen und Bildung und Soziales ein Bild machen. Eine Entscheidung aber fiel nicht.

Von Ludger Warnke

Der Raumdruck an der Astrid-Lindgren-Schule sei vorhanden, mahnt Beigeordnete Doris Block. Wie die bauliche Zukunft der Schule aussieht, ist indes weiterhin offen. Foto: Astrid-Lindgren-Schule

Die Entscheidung über die bauliche Zukunft der Astrid-Lindgren-Schule in Nottuln will wohl überlegt sein. Neubau auf der grünen Wiese oder Teilneubau am bestehenden Standort – beide Varianten erfordern eine Investition von mehreren Millionen Euro – aktuell prognostiziert mit 12 Millionen (Neubau) beziehungsweise 14 Millionen Euro (Teilneubau). Darüber wollen alle Fraktionen zunächst ausführlich nachdenken und beraten. Daher ist am Montagabend in der gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse für Planen und Bauen und Bildung und Soziales noch keine Entscheidung getroffen worden. Vielmehr verständigten sich die Fraktionen darauf, die vorgestellte Konzeptstudie zunächst nur zur Kenntnis zu nehmen. Im Rahmen der Haushaltsberatungen für 2023 soll das Thema wieder auf die Tagesordnung kommen. Für diese Beratungen soll die Verwaltung eine aktuelle Liste mit den Projekten im Bildungsbereich und den voraussichtlichen Kosten erstellen.

Wie berichtet, hat sich die Gemeindeverwaltung wegen des kommenden Rechtsanspruches auf eine Ganztagesbetreuung an Grundschulen die Schulsituation angeschaut und dabei für die Astrid-Lindgren-Grundschule den größten Handlungsbedarf ermittelt.

Größer Handlungsbedarf aller Grundschulen

Am Montag stellte das beauftragte Architekturbüro Hartig/Meyer/Wömpner aus Münster seine Konzeptstudie vor. Klare Aussagen des Büros zum Ist-Zustand der Schule waren: Es gibt keine Barrierefreiheit. Alle Räume entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen an Schulen. Auch die Flure reichen nicht mehr. Die Mensa im Kellergeschoss kommt an ihre Grenzen. Es fehlen Differenzierungsräume. Zum Teil werden dafür sogar die Flure genutzt.

Nach den Berechnungen des Büros verfügt die Schule aktuell über 2450 Quadratmeter Fläche. Folgt man den Empfehlungen des Deutschen Städtetages für zeitgemäße Schulbauten, die für die Konzeptstudie angewendet wurden, sind 3860 Quadratmeter für die Astrid-Lindgren-Schule notwendig. Rund 1400 Quadratmeter fehlen also.

Deutlich zu niedrige Quadratmeterzahl

Das Architekturbüro schlägt vor, den Altbau aus den 1930er-Jahren zu erhalten, da er sich gut nutzen lässt und auch das Gesicht der Schule bestimmt. Der mittlere und linke Gebäudeteil ebenso wie die OGS-Pavillons sollten entfernt werden. Der sich an den Altbau anschließende Neubau ist für eine dreizügige Grundschule konzipiert. Bei der Raumanordnung hat das Büro auch die Vorschläge des Lehrerkollegiums berücksichtigt, weshalb eine sogenannte Cluster-Struktur realisiert werden soll. Um eine „pädagogische Mitte“ gruppieren sich drei Klassenräume, jeweils mit einem Differenzierungsraum ausgestattet. Hinzu kommt ein Raum für die OGS. Im Erdgeschoss sollen sich künftig die Aula, Musik- und Kunsträume sowie die Mensa befinden. Alle Räume sollen so konzipiert werden, dass sie multifunktional und von der Größe her flexibel genutzt werden können.

Eine zentrale Treppe in der Gebäudemitte führt ins Obergeschoss (für die Barrierefreiheit wird außerdem ein Aufzug installiert), wo sich wieder clusterartig angeordnet weitere Klassen- und Lehrräume befinden. Im Zuge des Teilneubaus würde auch die Zugangssituation vom Oberstockumer Weg verbessert. Trotz des größeren Gebäudes verbliebe eine Schulhoffläche, die deutlich größer sei, als es die Empfehlungen vorsehen.

Während der Bauphase, die auf zwei bis zweieinhalb Jahre geschätzt wird, soll durch eine dreigeschossige Containerlösung der Schulbetrieb neben der Baustelle fortgeführt werden.

Politik braucht noch Bedenkzeit

In der Diskussion kristallisierte sich schnell heraus, dass die Politik für eine Entscheidung Bedenkzeit benötigt. Mit dieser Vertagung der Entscheidung kann auch die Verwaltung zunächst einmal leben. Beigeordnete Doris Block verdeutlichte das Anliegen, mit dem Projekt „vor die Welle“ zu kommen. Das bedeutet, wenn die Förderrichtlinien des Landes für den OGS-Ausbau vorliegen werden, möchte die Verwaltung auf fertige Pläne zurückgreifen können und handlungsfähig sein.

Das Thema Rechtsanspruch auf eine Ganztagsbetreuung im Grundschulbereich wird die Gemeinde weiter beschäftigen. Im nächsten Jahr soll die Situation an der St.-Martinus-Grundschule untersucht werden. Möglicherweise ergeben sich Synergieeffekte. Doris Block mahnte, die Entscheidung nicht zu weit weg zu parken. Der Raumdruck an der Astrid-Lindgren-Schule sei vorhanden.

Das bestätigte auch Schulleiterin Karin Greßkämper. Man rechne mit steigenden Schülerzahlen und einem wachsenden Bedarf für die OGS. Viele Eltern bräuchten diese OGS-Betreuung ihrer Kinder, zum Beispiel weil beide Eltern berufstätig sind.

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