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Themengang der Grünen zum dörflichen Handel

„Nottuln ist amerikanisiert“

Nottuln

Bei einer spannenden Führung der Grünen zum dörflichen Handel in Nottuln gab es Geschichtliches, Kritik - und Perspektiven.

-luw-

Beim Themengang der Nottulner Grünen zum dörflichen Handel wurde auch der historische Stiftsbezirk in Augenschein genommen. Aufmerksame Zuhörerin der Erläuterungen von Richard Dammann war unter anderem Bundestagskandidatin Dr. Anne-Monika Spallek aus Billerbeck (mit grüner Jacke). Foto: Ludger Warnke

Ein Dorfspaziergang der Grünen mit Richard Dammann als gebürtigem Nottulner verspricht interessante Einblicke und klare Bewertungen: „Wir stehen hier an der schönsten Stelle von Nottuln, aber es ist nicht das Geschäftszentrum“, betonte der Grünen-Fraktionssprecher, als er an der Marienstatue am Kirchplatz die Anwesenden zu einem „Themengang zum dörflichen Handel“ begrüßte. Mit dabei die Grünen-Bundestagskandidatin Dr. Anne-Monika Spallek aus Billerbeck.

Beim Rundgang durch den Stiftsbezirk machte Dam­mann deutlich, dass Nottuln eine reichhaltige Wirtschaftsgeschichte aufweisen kann. Die Hagenstraße beispielsweise war früher die zentrale Einkaufsstraße des Dorfes, dort reihten sich Handel und Handwerk Haus an Haus. An manchen Fassaden ist dies auch heute noch gut zu erkennen.

Geschichte auch heute noch zu erkennen

Kritisch beleuchtete Dammann die Entwicklung des Ortskerns seit den 70er- und 80er-Jahren. Das Verschwinden der Stiftsgärten, überdimensionierte Straßen und riesige Pflasterflächen: Ein Ortskern vor allem für Autos, weniger für die Menschen.

Eine Entwicklung, die auch Anne-Monika Spallek nicht für sinnvoll hielt. Und mit Blick auf die Geschäftsentwicklung speziell an der Appelhülsener Straße kommentierte sie kritisch: „Nottuln ist amerikanisiert.“

Eine Bauleitplanung weg vom Auto, hin zum Menschen, dieser Forderung der Nottulner Grünen konnte sich auch die Kandidatin gut anschließen. Es gelte, Wohnen und Arbeiten im Ort zu fördern. Spallek wies konkret auf neue Formen von Coworking-Spaces in ländlichen Ortszentren hin. So könnten in leerstehenden Ladenlokalen flexibel nutzbare Arbeitsplätze geschaffen werden – für Menschen, die nicht nur im Homeoffice arbeiten möchten, für Gründerinnen und Gründer. Dafür gebe es auch Förderprogramme. Notwendig sei, dass sich Menschen, die sich Coworking-Space-Projekte gut vorstellen können, nun auch organisieren und dass Kommunen solche Initiativen unterstützen.

Coworking-Spaces als Perspektive

Am Sonntag (28. August) lädt der Ortsverein von Bündnis 90/Die Grünen die Nottulner Bürgerinnen und Bürger zu einer geführten Radtour durch die Baumberge ein (ca. 30 Kilometer, familiengerechtes Tempo). Start ist um 10 Uhr auf dem Stiftsplatz in Nottuln. Von dort geht es nach Schapdetten, wo die Teilnehmenden um circa 11 Uhr Gäste des wiedereröffneten Dorfladens sein dürfen und gemeinsam mit Dr. Anne-Monika Spallek bei einer Tasse Kaffee dieses gelungene Projekt der dörflichen Nahversorgung anschauen können.

Dann geht es nach Havixbeck zur Besichtigung einer Kleingartenanlage im ländlichen Raum, die ein Vorbild sein kann; von dort hinauf zum Longinusturm zum Schwenken der Grünen-Fahne auf der Turmspitze. Weiter geht es nach Billerbeck zur Besichtigung des Domkontors, das sich als ein Projekt zur Stärkung der Innenstadt etabliert hat. Geplant ist das Ende der Tour um circa 16.30 Uhr in Nottuln.

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