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Amtsgericht sieht Handel mit Marihuana als erwiesen an

Nottulner erhält Bewährungsstrafe

Nottuln/Coesfeld

Zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt sind, und zur Ableistung von 70 Sozialstunden wurde ein 41 Jahre alter Nottulner vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts Coesfeld verurteilt. Das Gericht kam zu der Überzeugung, dass der Mann mit Marihuana gehandelt hat.

Von Iris Bergmann

Ein 41 Jahre alter Nottulner musste sich vor dem Amtsgericht Coesfeld wegen Handels mit Marihuana verantworten. Foto: Iris Bergmann

Eine Freiheitsstrafe von 10 Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt sind, sowie die Ableistung von 70 Sozialstunden hat gestern ein 41-jähriger Nottulner vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts Coesfeld auferlegt bekommen, weil der Richter es als erwiesen ansah, dass der Angeklagte mit Marihuana gehandelt und es gewinnbringend verkauft hatte.

Der arbeitslose Nottulner war angeklagt, im Jahr 2019 zunächst mindestens dreimal mit kleineren Mengen von etwa 20 Gramm und im späteren Verlauf einmal mit einer Menge von 100 Gramm Marihuana gewerbsmäßig gehandelt zu haben. Bei einer Hausdurchsuchung fanden Polizeibeamte neben Marihuana auch Bargeld und eine Feinwaage, hieß es während der Verhandlung. Bei der anschließenden Befragung durch die Polizei hatte der Angeklagte angegeben, dass das Marihuana nur für den Eigenbedarf gewesen sei und das Bargeld seiner Lebensgefährtin gehöre.

Zeuge musste von zu Hause abgeholt werden

Vor dem Vorsitzenden und den beiden Schöffen äußerte sich der Nottulner dann aber nur noch zu den Fragen zu seiner Person. Zu den Anklagepunkten selbst sagte er – auf Anraten seines Anwaltes – nichts.

Etwas mehr Licht brachte der geladene Zeuge in die Sache, der allerdings erst mit erheblicher Verspätung eintraf. Der Richter musste den jungen Mann von Polizeibeamten von zu Hause abholen lassen, da er nicht zum Termin erschienen war. Er habe die Ladung des Gerichtes nicht gelesen, so der 22-jährige Appelhülsener. Den Gerichtstermin hatte er zwar vergessen, aber er erinnerte sich auf Nachfrage, dass er mit dem Angeklagten befreundet gewesen sei und gemeinsam Hasch geraucht habe. Auch habe er mehrmals für den Nottulner die Droge verkauft und habe davon immer etwas für sich behalten dürfen.

Polizisten in die Arme gelaufen

Eines Tages sei er von einem Bekannten angesprochen worden, ob er auch 100 Gramm von seinem Nottulner Freund besorgen könne. Diese habe er dann vom Angeklagten in Kommission bekommen, um sie an seinen Bekannten zu verkaufen. Dieser Bekannte indes hatte nicht vor zu bezahlen, schoss mit einer Schreckschusspistole und ließ sich das Marihuana in der Wohnung des 22-jährigen Zeugen aushändigen. Pech nur, dass der Zahlungsunwillige beim Verlassen des Hauses der Polizei in die Arme lief.

Bei der anschließenden Vernehmung des jungen Appelhülseners zum Tathergang gab dieser an, das Marihuana vom Angeklagten bekommen zu haben und gab den Beamten den Namen und dessen Handynummer heraus, hieß es in der Verhandlung weiter. Bei der dann erfolgten Hausdurchsuchung in Nottuln deuteten die Menge der gefundenen Drogen, das Bargeld und die Feinwaage auf gewerbsmäßigen Handel hin.

Der Staatsanwalt sah einen minderschweren gewerbsmäßigen Handel mit Betäubungsmitteln als erwiesen an und forderte insgesamt eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden könne, sowie die Ableistung von 200 Sozialstunden.

Der Anwalt des Nottulners beantragte dagegen Freispruch. Seines Erachtens beruhe der Tatvorwurf nur auf der Aussage des einen Zeugen, der zudem noch erhebliche Gedächtnislücken gehabt hätte und eventuell auch damit von einer anderen Person ablenken wolle.

Bislang keine Vorstrafen

Das sahen der Richter und die Schöffen als nicht gegeben an. Zwar sei der Angeklagte, was den Drogenhandel beträfe, kein „großes Tier“ und er habe auch nur mit sogenannten „weichen Drogen“ gehandelt, sei aber dennoch schuldig. Aufgrund dessen, dass der 41-jährige keine Vorstrafen habe und in geordneten Verhältnissen lebe, könne ein Unterschreiten der Mindeststrafe, die ein Jahr beträgt, um zwei Monate verantwortet werden.

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