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Reaktion auf „Corona-Spaziergänge“

Nur gemeinsam aus der Krise: Vereine, Gruppen und Bürger nehmen Stellung

Nottuln

Mehr als 50 Vereine, Gruppen und Einzelpersonen wollen die sogenannten „Corona-Spaziergänge“ in Nottuln nicht unkommentiert lassen. Es gibt einen gemeinsam unterzeichneten Brief.

Von Ludger Warnke

Rückblick: Am 4. Dezember 2020 nahmen mehr als 600 Menschen in Nottuln am „Fest für Frieden, Demokratie und Toleranz“ teil, mit dem einer AfD-Versammlung begegnet wurde. Jetzt reagieren über 50 Gruppen, Vereine, Parteien und Einzelpersonen mit einem Brief auf die sogenannten „Corona-Spaziergänge“, die auch in Nottuln stattfinden. Foto: Johannes Oetz

Mit einem gemeinsamen Brief reagieren etwas mehr als 50 Vereine, Gruppen, Einrichtungen, Parteien und einzelne Bürgerinnen und Bürger auf die nun auch in Nottuln stattfindenden „Corona-Spaziergänge“. In dem sehr differenziert formulierten Brief heißt es unter anderem: „Wenn es darum geht, Corona und das Ansteckungsrisiko zu leugnen, sich in die Tradition der bundesweiten Corona-‚Spaziergänge‘ einzureihen, . . .  dann findet dies unseren erheblichen Widerspruch.“ Und die Unterzeichner des Briefes betonen: „Die große Mehrheit der Menschen in Nottuln zeigt sich, auch in dieser großen Krise, vernünftig, solidarisch und demokratisch. Auch in der aktuellen Corona-Pandemie sehen wir uns gegenseitig, passen auf uns auf und wissen: Nur gemeinsam kommen wir aus dieser Krise wieder heraus! Das ist die Grundlage unseres Zusammenlebens in Nottuln und im Kreis Coesfeld.“

Die Berichterstattung unserer Zeitung über den ersten „Spaziergang“ vom 19. Januar hat ein lebhaftes Echo ausgelöst. So hat sich das Vorbereitungsteam der Veranstaltung „Fest für Frieden, Demokratie und Toleranz“, das am 4. Dezember 2020 stattgefunden hat, darüber ausgetauscht, ob und wie darauf reagiert werden soll. In diesem Vorbereitungsteam wirkten damals unter anderem die Nottulner Grünen, die Friedensinitiative, die beiden christlichen Kirchengemeinden in Nottuln und Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes mit.

Aus diesem Kreis haben sich nun Personen zusammengetan und einen Brief an die „Spaziergänger“ formuliert. Eine Gegendemonstration hielt man zum jetzigen Zeitpunkt nicht für zielführend, aber man wollte den „Spaziergang“ in Nottuln auch nicht einfach unkommentiert lassen, heißt es von Seiten der Initiatoren.

In den vergangenen Tagen wurde ein Text entworfen und abgesprochen und dann per E-Mail verteilt. Innerhalb kurzer Zeit gab es breite Zustimmung von Vereinen, Einrichtungen und einzelnen Personen.

So haben nicht nur die beiden christlichen Kirchengemeinden, die im Gemeinderat vertretenen Parteien und Gruppen, Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes, der frühere Bürgermeister Peter Amadeus Schneider und zahlreiche Vereinen und Gruppen den Text unterschrieben, sondern zum Beispiel auch das Rupert-Neudeck-Gymnasium – als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, wie Schulleiterin Jutta Glanemann formulierte.

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