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Weihnachtsgottesdienste der evangelischen und der katholischen Gemeinde

„O du fröhliche“ auch im Regen schön

Nottuln

Untrer Beachtung der Corona-Schutzregeln fanden in der Evangelischen Friedens-Kirchengemeinde und der katholischen Kirchengemeinde St. Martin die Weihnachtsgottesdienste statt. Das Angebot „Singen & Segen“ unter freiem Himmel erfreute sich großer Beliebtheit.

Von Marita Strothe

Herzlich begrüßte Pfarrdechant Norbert Caßens die großen und ganz besonders die kleinen Besucherinnen und Besucher zum „Singen & Segen“ am geschmückten Weihnachtsbaum auf dem Stiftsplatz. Foto: Marita Strothe

„Draußen dürfen wir so richtig singen“, freute sich Norbert Caßens am frühen Nachmittag des Heiligabends auf dem Stiftsplatz. Herzlich begrüßte der Pfarrdechant die großen und ganz besonders die kleinen Besucherinnen und Besucher zum „Singen & Segen“ am geschmückten Weihnachtsbaum im Schatten der St.-Martinus-Kirche. Zahlreiche Nottuner nutzen das Angebot des Seelsorgeteams von St. Martin, das anschließend auch in allen anderen Ortsteilen stattfand, um in Weihnachtsstimmung zu kommen.

Die Weihnachtsgeschichte

Eine Abordnung der Blasmusikvereinigung unterstützte die aus vollen Kehlen Singenden musikalisch. Da störte selbst der Regen nicht die Begeisterung, wieder gemeinsam traditionelle Weihnachtslieder singen zu können. Von einer Besucherin gut beschirmt wurde auch Dechant Caßens, als er allen die Weihnachtsgeschichte erzählte. Gelegentlich lauschten ihm dabei alle schmunzelnd, als er zum Beispiel den Kindern demonstrierte, wie die Hirten schnarchten, bevor sie vom Engel auf dem Feld geweckt wurden.

Unter den Anwesenden waren auch die Pfadfinder Markus und Malte Schürkötter mit dem Friedenslicht aus Bethlehem.

Eine Abordnung der Blasmusikvereinigung begleitete das „Singen und Segen“ auf dem Stiftsplatz. Foto: Marita Strothe

„Stille Nacht, heilige Nacht“ sangen alle zum Abschluss der besinnlichen Open-Air-Feierstunde. Die Pfadfinder entzündeten im Anschluss mit der weit gereisten Flamme die Kerze an der Krippe in der St.-Martinus-Kirche. Dort wird das Friedenslicht auch noch in den nächsten Tagen brennen, sodass sich jeder mit einer Kerze das Licht mit nach Hause nehmen kann.

„Wir sind zusammen“

Coronabedingt fehlte Heiligabend der gemeinsame Gesang in allen Nottulner Kirchen ganz. So übernahmen während des Familiengottesdienst in der „Kirche unter dem Kreuz“ der evangelischen Friedens-Kirchengemeinde Christa Bröcker und Klaus Bratengeyer alleine den Gesang. „In diesen Zeiten ist nichts, wie es immer war“, bedauerte Pfarrerin Regine Vogtmann. Aber: „Immerhin sind wir hier zusammen!“

So hatten schon vor einem Jahr Kinder und Jugendliche der Gemeinde die Weihnachtsgeschichte für die in 2020 dann komplett ausgefallenen Gottesdienste nachgestellt. Bilder davon, die im Gottesdienst gezeigt wurden, erfreuten die Besucherinnen und Besucher. Digital hatte auch Chorleiterin Vera Hoffmann die Stimmen des Kirchenchores zu „Die Nacht ist wie ein Wunder“ zusammengefügt.

Coronabedingt fehlte Heiligabend der gemeinsame Gesang in allen Nottulner Kirchen ganz. So übernahmen während des Familiengottesdienst in der „Kirche unter dem Kreuz“ der evangelischen Friedens-Kirchengemeinde Christa Bröcker und Klaus Bratengeyer alleine den Gesang. Foto: Marita Strothe

„Voller Erwartung sind wir die Adventszeit gegangen“, erinnerte Pfarrerin Regine Vogtmann in ihrer Predigt. „Corona soll aufhören“, stehe nicht auf den kindlichen Wunschzetteln, die in diesem Jahr beim Christkindpostamt eingetroffen seien, an erster Stelle. Einen Wegweiser, wie den Stern am Himmel, wünschten sich viele, ist sich die Pastorin sicher. „Aber so einfach ist das nicht. Der Weihnachtsstern ist längst unter gegangen – oder?“

„In diesen Zeiten ist nichts, wie es immer war“, bedauerte Pfarrerin Regine Vogtmann. „Aber immerhin sind wir hier zusammen!“ Foto: Marita Strothe

„Wir glauben, dass der Stern von Bethlehem noch immer am Himmel steht“, beantwortete Vogtmann selbst ihre Frage, „für alle Menschen, für alle Zeiten.“ Sie betonte: „Gott kann mir keine Entscheidungen abnehmen, aber er kann mir helfen.“ Das könne jeder erleben. Etwa in einem Menschen, der uns begegne.

Und alle, die sich bei diesem Gottesdienst begegnet waren, gingen am Ende nicht ohne ein gemeinsames Lied nach Hause. Organist Volker Thielke spielte zum guten Schluss laut genug, dass alle, wenn auch im Regen, draußen vor der geöffneten Kirchentür „O du fröhliche“ anstimmen konnten.

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