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Mitfahrbänke sollen die Mobilität steigern

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Nottuln

Das Prinzip der roten Mitfahrbänke stellten (v.l.) Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes, Birgit Schlütter, Bettina Kerkhoff, Walburga Niemann und Karsten Danker bei einem Probesitzen vor. Foto: Gemeinde Nottuln

So richtig bequem sieht die kleine Bank aus leuchtend rot lackiertem Metall nicht gerade aus. „Aber sie soll ja auch nicht dazu einladen, lange darauf Platz zu nehmen“, sagt Birgit Schlütter von der Initiative „Nottuln Nachhaltig“. Denn diese Bank ist eine von insgesamt fünf, die demnächst im Gemeindegebiet als sogenannte Mitfahrbänke fungieren.

„Das heißt, man bleibt nur so lange dort sitzen, bis man von netten Menschen, die mit dem Auto in die gewünschte Richtung unterwegs sind, mitgenommen wird“, erklärt Schlütter die Idee. Die ersten beiden Bänke werden sowohl in Schapdetten als auch in Nottuln stehen: an der Pfarrwiese für Schapdettener, die in Richtung Nottuln mitgenommen werden möchten, und an der Nottulner Bushaltestelle „Auf der Heide” in Fahrtrichtung Schapdetten. Zusätzlich ausgestattet sind die Bänke mit einem Schild, das die Sitzgelegenheiten deutlich als Mitfahrbank ausweist und die jeweilige Fahrtrichtung angibt.

Finanziert werden diese ersten beiden Bänke vom Verein „Schapdettener für Schapdetten“ und mit Hilfe der Sparkasse Westmünsterland, die die Herstellungskosten der Sitzmöbel in Höhe von 1000 Euro übernahm. Walburga Niemann vom Verein „Schapdettener für Schapdetten“ und Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes unterzeichneten den Schenkungsvertrag für diese beiden Mitfahrbänke. Das heißt, dass sie nun in das Eigentum der Gemeinde übergehen und diese sich verpflichtet, sich um die Instandhaltung der Bänke zu kümmern.

Zwei Jahre hat es von der Idee bis zur Umsetzung gedauert: „Corona ist uns dazwischen gegrätscht“, sagt Mitinitiator Karsten Danker, „jetzt freuen wir uns, dass es im September endlich losgehen kann.“

Die Idee zu den Mitfahrbänken hatte neben „Nottuln Nachhaltig“ der Verein „Schapdettener für Schapdetten“. „In Zeiten des Klimawandels ist ein Neudenken von Mobilität sehr wichtig“, betont Walburga Niemann, Vorsitzende des Vereins, den Leitgedanken der „geteilten Mobilität“. „Unsere Mitfahrbänke sollen dazu beitragen, die Mobilität der Menschen zu verbessern, ohne die Zahl der Autos und damit den CO2-Ausstoß zu erhöhen.“ Gleichzeitig dienen sie dazu, die einzelnen Ortsteile miteinander zu verbinden und in den Abendstunden sowie am Wochenende den ÖPNV zu ergänzen.

Birgit Schlütter unterstreicht dabei das nachbarschaftliche Moment der Mitfahrbänke: „Das Konzept basiert auf Vertrauen, weil man sich im Ort kennt. Sie sind ein Teil gelebter Nachbarschaft.“ Das Angebot richtet sich in erster Linie an Erwachsene. Jugendliche sollten vor Nutzung der Mit-fahrbänke mit ihren Eltern sprechen, empfehlen die Initiatoren.

Im September gehen auch die drei anderen Bänke an den Start: In Schapdetten in Höhe der Grundschule in Richtung Appelhülsen oder Münster, in Nottuln an der Appelhülsener Straße in Höhe der Bäckerei Geiping in Richtung Appelhülsen sowie am Bahnhof in Appelhülsen. Sie alle werden über die LEADER-Kleinprojekte-Förderung finanziert.

„Dann haben wir das Dreieck Nottuln – Schapdetten – Appelhülsen schon einmal gut abgedeckt“, gefällt Bürgermeister Thönnes diese besondere Form der Mobilität. Vorstellen kann sich der Bürgermeister, den Kreis noch größer zu ziehen und auch Darup, Havixbeck, Tilbeck und Senden in das Konzept mit aufzunehmen.

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