Besonderer Gast in Ausstellung

Petra Becker: Erinnerungen an die Heimat

Nottuln

Petra Becker selber ist mit ihrer Biografie in der Ausstellung vertreten, da sie 14 Jahre in Damaskus lebte, wo sie als Chefdolmetscherin für die Deutsche Botschaft arbeitete, bevor sie 2012 mit ihren Töchtern Syrien verlassen musste und nach Deutschland zurückkehrte.

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Die ehemalige Schapdettenerin Petra Becker, die nach Syrien gegangen ist und nun in Berlin lebt, war zu Gast in der alten Heimat und sah sich die Ausstellung in der Aschebergschen Kurie an. Foto: Ulla Wolanewitz

Petra Becker aus Berlin war die letzte Besucherin der Ausstellung „Vom Weggehen und Ankommen“, die offiziell bis zum 19. Dezember in der Ascheberg­schen Kurie zu sehen war. Die gebürtige Schapdettenerin war zwischen den Weihnachtsfeiertagen in ihrer alten Heimat und nutzte die Gelegenheit, die Ausstellung, die in den nächsten Tagen abgebaut wird und in den Waggon am Billerbecker Bahnhof umzieht, in Augenschein zu nehmen.

Mit dem Ausstellungsort und seinem Ratssaal in der oberen Etage verbindet sie eine Anekdote aus den ersten Jahren ihres politischen Engagements. Als Mitglied im „Arbeitskreis Umwelt Baumberge“ saß sie Anfang der 1980er-Jahre als sachkundige Bürgerin – die SPD hatte auf diesen Platz verzichtet – im Bauausschuss der Gemeinde Nottuln. Dort präsentierte sie eine Beschlussvorlage mit der Empfehlung, dass die Kommune Sanierungen an Asbestdächern bezuschussen möge, da dieser Baustoff krebserregend sei. Die Frage aus dem Ausschuss, woher sie denn ihre Zahlen und Statistiken habe, wusste sie mit der Quelle „Umweltbundesamt“ zu belegen. „Aus den Reihen der CDU gab es dann den Kommentar: ‚Dat soll auch wohl so ein linker Verein sein wie eurer‘“, schmunzelt die Politik- und Islamwissenschaftlerin heute über die Begebenheit von damals.

Petra Becker gründete 2016 in Berlin den Verein „Back on track“, den sie als Geschäftsführerin mitgestaltet, organisiert und begleitet. Der Verein unterstützt geflüchtete Kinder beim Lernen und bildet syrische Lehrer und Akademiker weiter, damit sie Kindern einen Zugang zur Bildung verschaffen und sie in ihrer Muttersprache coachen.

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