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Friedensinitiative gestaltete Gedenken

„Redet endlich miteinander!“

Nottuln

Das Friedensgedenken am Stiftsbrunnen hatte diesmal eine besondere Note. Die FI hatte es organisiert und trug dabei ihre zutiefst pazifistischen Gedanken vor. Das konnten die ukrainischen Gäste nicht annehmen.

Mitglieder der Friedensinitiative trugen ihre Gedanken zum Ukraine-Krieg vor und plädierten dafür, den Krieg nicht mit Waffengewalt zu lösen. Die ukrainischen Zuhörerinnen sahen das offenbar anders und verließen die Veranstaltung. Foto: Marita Strothe

„Wozu sind Kriege da? Keiner will sterben, das ist doch klar! Wozu sind denn dann Kriege da?“, erklang am Freitagabend zu Beginn des wöchentlichen Friedensgedenkens das Lied von Udo Lindenberg. „Auf diese Fragen finden wir keine vernünftige Antwort. Es gibt meiner Meinung nach auch keine und auch keinen vernünftigen, plausiblen Grund, der einen Krieg aus unserer Sicht rechtfertigen kann“, betonte Jürgen Hilgers-Silberberg von der Friedensinitiative (FI) Nottuln, der den Abend am Stiftsbrunnen moderierte.

„Kriege bringen Tod, Massaker, Vergewaltigungen, Folterungen, Morde, Verwüstungen, verbranntes Land und an Leib und Seele verletzte und geschundene Menschen. Niemand, aber auch niemand kann das rechtfertigen oder wollen“, verdeutlichte er den Standpunkt der FI. Man sei davon überzeugt, „dass mit Waffen dieses Unrecht nicht zu beenden ist, sondern sich nur zu einem noch immer größer werdenden Leid ausweitet. Es wird nur Verlierer geben.“ Für diese Gedanken stehe die weiße Fahne, die Fahne der Parlamentäre. Sie sei nicht das Zeichen einer bedingungslosen Kapitulation, sondern stehe für das Motto: „Verhandeln statt schießen.“ Man rufe allen zu, so Hilgers-Silberberg: „Redet endlich miteinander!“

„Unrecht ist mit Waffen nicht zu beenden.“

Mitglieder der FI, Ulla Hülsbusch, Jürgen Saget, Marion Rosue-Beckers, Robert Hülsbusch, Rainer Möllenkamp und Norbert Wienke, teilten mit den rund 130 Anwesenden ihre persönlichen Gedanken, um klarzumachen, warum sie nicht auf die vorherrschende Meinung einschwenken wollten, dass neben Sanktionen der einzig richtige und beste Weg, auf Putins Aggression und Verbrechen zu antworten, der mit Waffen sei.

Auch wenn Hilgers-Silberberg deutlich machte, dass man damit keinesfalls das Selbstverteidigungsrecht der Ukraine in Frage stelle, verletzten die Worte der FI offensichtlich die ukrainischen Gäste, die diese während der Veranstaltung als Übersetzung mitlesen konnten. Und so fanden die anschließenden spontanen Beiträge einer Besucherin und zweier Besucher immer weniger Gehör. Und beim gemeinsam am Ende gesungenen „We shall overcome“ fehlten die Ukrainerinnen.

Ein Video und die Beiträge sind auf der Internetseite der FI – www.fi-nottuln.de – zu sehen und nachzulesen

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