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Neuer Wanderführer von Ulrike Steinkrüger

Ritter, Landwehren und Düwelsteene

Baumberge

Auf Schusters Rappen die Heimat und ihre Wurzeln kennenzulernen, dafür bietet ein neuer Wanderführer von Ulrike Steinkrüger eine gute Basis. „Rundwanderwege zur Archäologie im Münsterland“ lautet der Titel.

Von Ludger Warnke

Beim Wandern in den Baumbergen können die Menschen nicht nur die Natur genießen. Es gibt auch zahlreiche archäologische Besonderheiten am Wegesrand. Foto: Ansgar Kreuz

Kompetenz und Leidenschaft – beides ist dem neuen Wanderführer „Rundwanderwege zur Archäologie im Münsterland“ deutlich anzumerken. Das verwundert nicht. Denn Autorin Ulrike Steinkrüger, die bei der Altertumskommission für Westfalen in Münster beschäftigt ist, verfügt nicht nur über die wissenschaftliche Kompetenz, sondern hat auch eine Leidenschaft fürs Wandern.

Wissen und Wandern gehen in dem neuen handlichen Wanderführer, der gut in die Jackentasche passt, eine gelungene Kombination ein. Ulrike Steinkrüger nimmt den Nutzer mit auf zwölf Rundwanderwege, an deren Strecken archäologische und historische Besonderheiten entdeckt werden können. Nicht überraschend, dass auch die Region Baumberge mit einer Wanderroute von Havixbeck nach Schapdetten und Tilbeck vertreten ist. „Havixbecker Schnadgang – Die Landwehr zwischen den Kirchspielen Havixbeck und Tilbeck“ hat Steinkrüger diese Route betitelt.

Der Havixbecker Schnadgang

Los geht es am Bahnhof Havixbeck und von dort weiter nach Schapdetten und Tilbeck und wieder zurück. Unterwegs lenkt Ulrike Steinkrüger den Blick der Wanderer auf die Besonderheiten: Landwehren und Hohlwege, alte Mergelkuhlen und das Lager Herbstwald, die Kirche St. Bonifatius Schapdetten und der Hexenpütt, das Tilbecker Mordkreuz und der ehemalige Steinbruch Schrievers Kuhle. Einheimischen sind diese Begriffe bekannt, aber wer weiß wirklich noch, was sich dahinter verbirgt. Jeder Quadratmeter des Münsterlandes atmet Geschichte, die sich nicht nur über viele Jahrhunderte, sondern auch über Jahrtausende bis zur Steinzeit erstreckt. Wer sich tiefer in die Themen einarbeiten möchte, bekommt Hilfe in Form eines Quellenverzeichnisses mit weiterführender Literatur.

Der neue Wanderführer von Ulrike Steinkrüger. Foto: Ardey

Nützlicher Serviceteil

Die gut verständlichen Texte zu den archäologischen und historischen Besonderheiten gehen Hand in Hand mit einem Serviceteil zu jeder Route, der alle für Wanderer notwendigen Informationen bereithält. Streckenverlauf, Länge, Höhenangaben und Schwierigkeitsgrad sind aufgelistet. Für Familien darf der Hinweis auf eine eventuelle Kinderwagentauglichkeit der Route nicht fehlen. Zudem listet die Autorin das ein oder andere Lokal zur Einkehr auf. Zu jeder Route gibt es nicht nur eine Beschreibung, sondern auch eine topografische Karte, die hilfreiche Orientierung bietet. Außerdem besteht das Angebot kostenloser Downloads von GPX-Tracks.

Streckenlängen von 9 bis 24 Kilometer

Die insgesamt zwölf archäologischen Rundwanderungen mit Tourenlängen von 9 bis 24 Kilometer sind über das ganze Münsterland verteilt. „Auf den Spuren der Ritter von Sconove“ (Wallburg Haskenau in Münster) können sich Wanderer ebenso begeben wie auf den Spuren der Römer (Haltern). „Teuflisch megalithisch“ geht es an den Düwelsteenen in Heiden im Kreis Borken zu, und mit der Route „Ein gescheitertes Bauprojekt“ stellt die Autorin den Max-Clemens-Kanal bei Emsdetten vor.

Auf Schusters Rappen die Heimat und ihre Wurzeln kennenzulernen, dafür bietet der neue Wanderführer eine gute Basis. Empfehlenswert.

Ulrike Steinkrüger: Rundwanderwege zur Archäologie im Münsterland, Verlag Ardey, Klappenbroschur mit 160 Seiten, 14 Euro; ISBN 978-3-87023-459-1, ist im Buchhandel erhältlich.

Die Autorin

Ulrike Steinkrüger (Jahrgang 1977) hat Ur- und Frühgeschichte, klassische Archäologie und Geologie studiert. Seit 2002 arbeitet sie bei der Altertumskommission für Westfalen in Münster und hat sich auf das Thema Wegeforschung spezialisiert. Zudem leitete sie ab 2015 beim Westfälischen Heimatbund fünf Jahre lang den Fachbereich Wandern und war dort für die Wanderwege im Münsterland zuständig. Seit 2018 ist sie ehrenamtlich als Fachwartin für Kultur im Präsidium des Landeswanderverbandes NRW tätig.

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