Prozess am Amtsgericht

„Rückfallgeschwindigkeit ist sehr hoch“

Appelhülsen/Senden

Unter dem Einfluss von Amphetaminen und Cannabis stand ein Autofahrer aus Senden, als er in Appelhülsen von der Polizei kontrolliert wurde. Für die juristische Quittung sorgte nun das Amtsgericht.

Manuela Reher

Das Amtsgericht Coesfeld.  Foto: Dieter Klein

Zu einer Freiheitsstrafe von vier Monaten auf Bewährung und einer Geldbuße von 1000 Euro hat das Amtsgericht Coesfeld einen 30-jährigen Sendener wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und unter Drogeneinfluss verurteilt. Außerdem wird ihm binnen der nächsten zwei Jahre keine Fahrerlaubnis erteilt.

Der Mann ist im Februar dieses Jahres zum wiederholten Male in Appelhülsen auf frischer Tat ertappt worden. Als er mit seinem Pkw auf der Weseler Straße unterwegs und in die Bahnhofstraße abgebogen war, geriet er in eine Verkehrskontrolle. Der Beschuldigte sei zunächst auffällig langsam gefahren, sei dann abgebogen, ohne den Blinker zu setzen und habe plötzlich Gas gegeben. „Wir haben uns gewundert, wie schnell der Mann dann innerorts auf der Bahnhofstraße gefahren ist“, sagte der Polizist, der die Verkehrskontrolle durchgeführt hatte und als Zeuge geladen war.

Der Autofahrer sei ihm bereits bekannt gewesen, sagte der Polizist. Der Beschuldigte sei schon mehrfach ohne Fahrerlaubnis unterwegs gewesen. Diesmal habe der Sendener unter Einfluss von Amphetaminen und Cannabis gestanden. „Wenn das noch einmal vorkommt, ist das Auto weg“, redete der Richter dem Angeklagten ins Gewissen. Dieser teilte daraufhin mit, dass er sein Fahrzeug bereits verkauft habe. Der Richter betonte, dass der Beschuldigte angesichts des „ganz erheblichen“ Drogenkonsums eine Gefahr für die Verkehrsteilnehmer gewesen sei. Die Rückfallgeschwindigkeit des Angeklagten sei im übrigen sehr hoch.

Der Richter legte die Bewährungszeit auf zwei Jahre fest und ordnete an, dass dem 30-Jährigen ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt wird. Der Angeklagte habe offensichtlich nichts aus den Vorfällen der Vergangenheit gelernt. Die Staatsanwaltschaft hielt den Beschuldigten für einsichtig, weil dieser sein Auto verkauft habe. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Geldstrafe von 4000 Euro gefordert.

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