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Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld

Saatguternte jetzt einfacher

Nottuln/Kreis Coe...

Es geht um die Stärkung heimischer Pflanzenarten. Dafür sammelt das Naturschutzzentrum regelmäßig Samen ein und überträgt diese auf andere Flächen. Künftig haben es die Naturschützer deutlich einfacher, denn eine praktische Maschine hilft beim Einsammeln der Pflanzensamen.

wn

Probe-Samenernte auf einer Wiese bei Darup (v.l.): Alexander Breitkopf (Naturschutzzentrum), Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr, Christoph Steinhoff (Kreis Coesfeld), Umweltausschussvorsitzender Dr. Thomas Wenning und Thomas Zimmermann (Naturschutzzentrum) mit dem WIESEFIX. Foto: Naturschutzzentrum

Grünland und Wegesränder anzureichern, indem das Saatgut heimischer Pflanzenarten eingebracht wird, und dadurch heimische Pflanzengesellschaften zu erhalten und gezielt zu fördern – das ist das gemeinsame Ziel von Kreisverwaltung und Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld (Darup), dem sie zahlreiche Projekte widmen. Das erfolgt dabei bewusst nicht durch das Ausbringen von fertigen Saatgutmischungen oder sogenanntem Regio-Saatgut, sondern durch eine Mahd­gutübertragung. Dabei werden artenreiche Spenderflächen gemäht, und das Mahd­gut wird dann auf ausgewählte Empfängerflächen aufgetragen.

„Dadurch ist sichergestellt, dass nur lokal heimische Arten in der Landschaft ausgebracht werden. Dies ist besonders wichtig, um langfristig stabile Pflanzengesellschaften zu etablieren und den heimischen Insekten die passenden Nahrungsquellen anzubieten“, erläutert Thomas Zimmermann vom Naturschutzzentrum.

Bis vor Kurzem wurde dafür schweres Gerät benötigt, berichtet der Kreis Coesfeldfeld. Mit landwirtschaftlichen Maschinen wurde gemäht, gewendet, aufgeladen, abgefahren und auf der Empfängerfläche wieder aufgebracht. Doch die Zeiten dieser aufwendigen Methode sind nun vorbei, seitdem die Untere Naturschutzbehörde den „WIESEFIX“ angeschafft hat. „Der WIESEFIX ist ein Saatgutsammelgerät, das von einer Person bedient wird und selbstfahrend das Saatgut aberntet. Das Gerät streift mit einer rotierenden Bürste die reifen Samenkörner von den Pflanzen und sammelt diese in einem Auffangbehälter“, schildert Christoph Steinhoff von der Unteren Naturschutzbehörde die Funktionsweise des Sammlers. „Zudem verbleiben die Pflanzen auf der Fläche und eine anschließende Heunutzung wird dem Landwirt weiterhin ermöglicht“, ergänzt Thomas Zimmermann vom Naturschutzzen­trum – und betont: „Durch die Wahl des Sammelzeitpunkts und durch die Möglichkeit der Höheneinstellung der rotierenden Bürste kann nun auch gezielt Saatgut von gewünschten Pflanzenarten gesammelt werden.“

Nach der Lieferung des Gerätes fand eine mit Spannung erwartete Probeernte auf einer Streuobstwiese bei Darup statt. Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr war von der Idee zur Anschaffung des Gerätes begeistert und wie alle anderen Teilnehmer sehr gespannt auf die Funktionsweise des Sammlers. Der Probelauf verlief äußerst zufriedenstellend, im Auffangbehälter lag eine große Anzahl Samenkörner, aber auch einige Insekten wurden von den Pflanzen abgestreift und eingesammelt. Zur Beruhigung aller Beteiligten wurde festgestellt, dass der Sammler nicht nur mit den Pflanzen, sondern auch mit den kleinen Insekten schonend umgeht.

„Auch unter Klimaschutzgesichtspunkten ist der WIESEFIX ein Gewinn, da der Einsatz energieintensiven Großgeräts zukünftig nicht mehr erforderlich sein wird“, weist Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr auf einen weiteren Vorteil der neuen Maschine hin. Sie wurde vom Preisgeld des Stiftungspreises „Landschaf(f)t 2019“ angeschafft, der dem Kreis Coesfeld im Jahr 2019 als bundesweit erst sechstem Landkreis von der Deutschen Stiftung Kulturlandschaft verliehen worden war.

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