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10. Apfelfest im Naturschutzzentrum auf Hof Schoppmann

Saft für über 2000 Besucher

Darup

Ganz viele Informationen und ganz viel Leckeres gab es beim inzwischen 10. Apfelfest auf dem Alten Hof Schoppmann. Über 2000 Gäste kamen und machten dabei auch Bekanntschaft mit Feuersalamander Sam.

Von Ulla Wolanewitz

Schon gegen 14 Uhr waren drei Tonnen der münsterländischen Paradiesfrucht beim Apfelfest verpresst. Das sind in etwa 2100 Liter und 420 Fünf-Liter-Kartons. Foto: Ulla Wolanewitz

Die Obsternte war so gut wie selten zuvor. Sie sorgte auch dafür, dass das Team von der Saftpresse schon um 9 Uhr auf dem Alten Hof Schoppmann alle Hände voll zu tun hatte. Logischerweise nutzte auch der Pferdehof Hövel, den der Verein Interkulturelle Begegnungsprojekte (IBP) betreibt, die Gunst der Stunde und ließ seine Ausbeute von etwa einer Tonne in leckeren Apfelsaft verwandeln.

Gegen 14 Uhr waren schon drei Tonnen der münsterländischen Paradiesfrucht verpresst. Das macht in etwa 2100 Liter oder 420 Fünf-Liter-Kartons. Bis zum Abend waren es mehr als die doppelte Menge. Die Kartons dazu sind Jahr für Jahr wieder verwertbar. „Der älteste, den ich heute gesehen habe, war von 2009“, erklärte Norbert Menke an der Abfüllanlage.

Was den wunderbaren Beweis lieferte, dass es viele „Wiederholungstäter“ gibt. Dazu gehörte auch Carola Reinhold, die mit fünf Zentnern Jakob Lebel, Winter-Calwill, Renette und Cox Orange an den Start ging: „Das gibt erstklassigen Saft. Der ist tatsächlich auch nach zwei Jahren noch genießbar.“ Wobei er sich seiner großen Beliebtheit wegen auch immer wieder gut als Geschenk eigne und daher kaum dieses Alter erreicht.

Renette, Cox Orange und Carola Reinhold

Eine Besucherin aus Hamburg berichtete, dass ihr der Saft aus dem Alten Land, dem größten Obstbaugebiet Nordeuropas, lange nicht so gut geschmeckt habe wie dieser. Das zu hören, freute Norbert Menke, der dafür gleich eine Erklärung lieferte: „Saft von Streuobstwiesen weiß mit einem ganz anderen Aroma zu trumpfen als der aus Plantagenanbau.“

Catharina Kähler, Landschaftsökologin und zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit beim Naturschutzzentrum, zeigte sich schon kurz nach Mittag mit der Besucherzahl sehr zufrieden: „Mit etwa 2000 Gästen sind wir wieder da, wo wir vor Corona waren.“ Das hing sicherlich auch mit dem attraktiven Angebot zusammen, mit dem sich das 10. Apfelfest präsentierte.

So war der Stand von Stefan Grote und Dr. Wilhelm Kraneburg durchgehend gut besucht. Bei ihnen gab es die Möglichkeit, die gute heimische Sorte, die ihre Besitzer vor Rätsel stellte, bestimmen zu lassen. Nach eingehender Sicht-, Geruchs- und Geschmacksprobe wussten die beiden Obstbaum-Experten in den meisten Fällen Rat.

Auch Imker freuen sich über gutes Obstjahr

Vor Zufriedenheit strahlten auch die Vertreter vom Imkerverein aus Nottuln und Umgebung. Gute Obsternte bedeutet eben auch guter Honigertrag. „So ein gutes Ergebnis hatten wir seit Jahren nicht mehr. In diesem Jahr konnten wir sogar Waldhonig produzieren. Das gelingt nur alle sechs bis sieben Jahre“, machte der Vorsitzende Dieter Ansmann deutlich und reichte Geschmacksprobe der Sorten.

Ansonsten gab es beim Flanieren – vor allem auch für die kleinen Besucher – jede Menge Wissenswertes zu erfahren. Die kleinste Eule, der Steinkauz, lockte mit seiner umfangreichen Ausstellung und am Tisch nebenan konnten Eulen und Birnen malerisch gestaltet und mit nach Hause genommen werden. Das Biologische Zentrum aus Lüdinghausen reichte verschiedene Apfelsorten zum Probieren und ließ zur Überraschung der Kleinen gerne mal Sam aus der Kiste, den in den Baumbergen beheimateten Feuersalamander.

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