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Heimatverein: Blick in die Daruper Ortsgeschichte

Schule mehrmals wegen Epidemien zu

Darup

Ein Blick in die Daruper Ortsgeschichte zeigt: Schulschließungen hat es auch früher schon in Darup gegeben. Auch wegen Krankheiten. Nun gibt es zwei Möglichkeiten, Einblicke in die Ortshistorie zu bekommen.

Stephanie Sieme

Christiane Gottschalk vom Daruper Heimatverein zeigt die ehemalige Jungenschule, die heute als ganz normales Wohnhaus (direkt an der Kirche) genutzt wird. Foto: Veronika Tendahl

Schulschließungen hat es schon früher gegeben. „In Darup mehrmals“, berichtet Christiane Gottschalk vom Heimatverein. Im Jahr 1889 war die Daruper Schule 14 Tage lang wegen einer Masern-Epidemie im Dorf geschlossen. Und auch das gab es: Drei Schließungen innerhalb eines Schuljahres. Der Grund: Diphtheritis, wie es damals hieß. Wegen der vor allem im Kindesalter auftretenden, sehr ansteckenden Infektionskrankheit musste die Daruper Schule im Schuljahr 1892/93 vom 17. Dezember 1892 bis zum 7. Januar 1893, vom 23. Januar bis 3. Februar sowie vom 14. bis 18. April vorübergehend geschlossen bleiben.

Das geht alles aus einer Daruper Chronik hervor, in die sie sich eingearbeitet hat. „Die Chronik ist in Sütterlin geschrieben, deshalb heute nicht mehr so einfach zu lesen“, erzählt Christiane Gottschalk, die seit eineinhalb Jahren Mitglied des Daruper Heimatvereins ist, selbst Lehrerin war und mehrere Jahre lang an der Volkshochschule Deutschkurse gegeben hat.

Christiane Gottschalk ist an Geschichte interessiert. Mehr noch. Sie ist ihre Leidenschaft. Sogar ein Erzählcafé hat sie ins Leben gerufen, das seit über zehn Jahren existiert. Dort berichten viele ältere Dorfbewohner von früher, erzählen Geschichten vergangener Tage. Und die Geschichte Darups hat es der Lehrerin angetan. Und das kann mit ihrer eigenen Geschichte zusammenhängen. Ihre beiden Großväter sind vor dem Ersten Weltkrieg in Gebieten geboren, die heute zu Polen gehören. Nach ihrer Ausbildung haben beide weit weg von zu Hause eine Anstellung bekommen, der eine in Hövel, der andere in einem Stadtteil vom heutigen Hagen.

„Ich bin mit meinem Mann durch Zufall nach Darup gezogen. Als mein Vater uns mal besucht hat, erzählte er, dass er in der Daruper Kirche getauft wurde. Das wusste ich gar nicht“, berichtet Christiane Gottschalk und hat recherchiert.

Ihr Vater ist 1920 in Darup geboren worden. Ihr Großvater war in der damaligen Höveler Bauerschaftsschule drei, vier Jahre lang als Lehrer tätig. Gelebt hat er in Limbergen. Ebenfalls eine Bauerschaft bei Darup.

„Das ist sehr eigenartig, dass ich in den Ort ziehe, aus dem mein Vater stammt – ohne, dass ich es wusste“, sagt die Da­ruperin, die nun schon lange in Darup lebt und verwurzelt ist.

Preußen hat 1717 die allgemeine Schulpflicht eingeführt. „Hier in der Gegend gab es aber schon um 1680 Schulen“, informiert Christiane Gottschalk. Viele Jahre wurden Jungen und Mädchen getrennt unterrichtet. Dafür wurde 1892 eine Jungenschule und 1895 eine Mädchenschule gebaut. Die Gebäude existieren zwar noch, darin sind aber heute Wohnungen untergebracht.

Seit 1951 gibt es in Darup schließlich die Sebastian-Grundschule, die derzeit 98 Kinder besuchen. Sie werden von sieben Lehrerinnen unterrichtet. Rektorin ist Ursula Wippich. Und auch diese Schule ist wie alle anderen aufgrund der Corona-Pandemie derzeit noch geschlossen.

Daruper Ortsgeschichte per QR-Weg und Biparcours-App

Um eine spannende Zeitreise durch die Daruper Ortsgeschichte zu erleben, gibt es zwei Möglichkeiten. Möglichkeit 1 beinhaltet einen sogenannten QR-Weg. In einem Flyer, der in der Daruper Kirche öffentlich ausliegt, vom Heimatverein initiiert wurde und an dem sich die Daruper Landpartie beteiligt hat, sind 34 Stationen des Dorfes aufgeführt. Unter fast jedem Bild findet sich ein QR-Code, den man mit seinem Smartphone scannen kann und hinter dem sich weiterführende geschichtliche Details, alte Fotos und erlebte Geschichten verstecken. Wer die Codes nicht scannen kann, findet die Inhalte auch auf der Internetseiten des Heimatvereins. Möglichkeit 2: Der Heimatverein hat mit der vierten Klasse der Daruper Grundschule ein Projekt gestartet, das Dorf vorzustellen – in einer App des Landes NRW mit dem Namen „Biparcours“. Diese App ist kostenlos für Android- und iOS-Geräte erhältlich und kann im jeweiligen Appstore heruntergeladen werden. Unter dem Namen „Mit Kinderaugen durch das Dorf Darup“ ist in der App ein gemütlicher Spaziergang durch Darup hinterlegt, bei dem es allerhand zu erfahren gibt.

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