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Städtepartnerschaft mit Chodziez

Seelenverwandte Kommunen

Nottuln/Chodziez

„Es erfüllt uns mit Stolz zu lesen, dass der Bürgermeister unserer Partnerstadt sich für Menschlichkeit und Frieden engagiert.“ Das schreiben Partnerschaftskomiteevorsitzender Robert Hülsbusch und Bürgermeister Dietmar Thönnes in einem Weihnachtsgruß an die Menschen in Chodziez.

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Jacek Gursz, Bürgermeister in Chodziez, hat Post aus Nottuln erhalten. Foto: Krzysztof Kito Wierzbicki

Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes und Robert Hülsbusch, Vorsitzender des Partnerschaftskomitees Chodziez haben an Bürgermeister Jacek Gursz und Beata Roguszka, die Vorsitzende des polnischen Partnerschaftskomitees, geschrieben und diesen und allen Bürgerinnen und Bürgern aus Chodziez eine gute Weihnachtszeit gewünscht. Auch wenn die Zeiten im Moment nicht einfach seien.

„Die Pandemie beeinträchtigt uns alle, auch unsere Partnerschaft. Wir hatten in diesem Jahr so viel vor: Schülerinnen und Schüler aus unseren beiden Städten wollten sich begegnen, andere Vereine planten ebenso den Austausch, und auf unser gemeinsames Projekt ‚Barrierefreie Partnerschaft‘ hatten wir uns so gefreut. Menschen mit Handicaps sollte die Möglichkeit eröffnet werden, aktiv an unserer Partnerschaft teilzunehmen. Das Programm stand, alles war vorbereitet für eine sicher sehr berührende Begegnung hier in Nottuln – als Auftakt für eine weitere neue Seite in unserem dicken Buch der Städtepartnerschaft. Alle unsere Pläne konnten nicht verwirklicht werden. Sie sind nicht aufgehoben, sondern verschoben. Wir hoffen auf ein neues gutes Jahr 2021.“

Und doch sei in diesem Jahr viel passiert: „Gerne lesen und hören wir immer wieder von Deinem Engagement, lieber Jacek. Weit über Chodziez hinaus machst du dich dafür stark, dass Polen weltoffen und demokratisch bleibt. Es erfüllt uns mit Stolz zu lesen, dass der Bürgermeister unserer Partnerstadt sich für Menschlichkeit und Frieden engagiert. Gefreut haben wir uns auch zu sehen, dass Chodziez ebenso wie Nottuln dem Bündnis von Hiroshima und Nagasaki beigetreten ist, dass Du, Jacek, Dich als Bürgermeister für den Frieden engagierst, dass auch in Chodziez die Mayor-for-Peace-Flagge weht.“ Auch in dieser Hinsicht seien Chodziez und Nottuln seelenverwandt. Vor Kurzem hätten die Nottulner beim Fest für Demokratie ihr Verständnis von demokratische und menschenfreundlicher Politik dargestellt, „demonstrierten wir alle für unsere Vision einer lebens- und liebenswerten Welt. In diesem Zusammenhang wurde ausdrücklich auch unsere Städtepartnerschaft als positives Beispiel für eine zukunftsfähige Entwicklung genannt, unser Engagement für ein einheitliches friedliches und demokratisches Haus Europa.“

Bürgermeister Thönnes verweist darauf, dass er schon im Vorfeld der Wahlen deutlich gemacht habe, dass ihm die Städtepartnerschaften sehr am Herzen liegen. „Ich habe mich über Ihre Glückwünsche zu meiner Wahl sehr gefreut. Wie gerne hätte ich Sie zu meiner Amtseinführung begrüßt, was ja nun leider nicht möglich war. Ich freue mich sehr, Sie und Beata Roguszka bald kennenzulernen.“

Sehr bedauert habe man, dass die Beiden nicht zum Volkstrauertag nach Nottuln kommen konnten. „Ihre Bereitschaft, bei der Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag in Nottuln teilzunehmen, hat hier ein großes positives Echo gefunden – 75 Jahre nach Kriegsende, 81 Jahre nach dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Ihr Land.“ Pfarrdechant Norbert Caßens wird mit den Worten zitiert: „Und hätte die Pandemie es nicht verhindert, wäre es niemand anderes gewesen als Jacek Gursz, der als Bürgermeister der polnischen Stadt Chodzież die Rede zum Volkstrauertag in Nottuln gehalten hätte. Welch ein Zeichen der Geschwisterlichkeit! Nach der tragischen Geschichte unserer beiden Länder hätte dieser Mann vor der Versöhnungskapelle der Martinus-Kirche gestanden und der Toten des Weltkrieges gedacht.“

„Auch wenn wir immer wieder im Rahmen unserer Partnerschaft über den Zweiten Weltkrieg geredet haben und reden, dies wäre noch einmal ein besonderes Zeichen der Versöhnung gewesen, ein Zeichen, dass wir alle hier in Europa vereint sind und unser Kontinent nur eine Zukunft hat, wenn wir zusammenstehen und zusammenhalten“, betonen Thönnes und Hülsbusch und enden mit den Worten: „Auch wenn wir nicht zusammenkamen – in unseren Herzen und Gedanken waren wir oft in Chodziez. Umso mehr freuen wir uns auf ein Wiedersehen!“

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