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Feuerwehrgerätehaus Appelhülsen

Siegerentwurf ist der günstigste

Appelhülsen

Die Voraussetzungen für den Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses in Appelhülsen können geschaffen werden. Der Haupt- und Finanzausschuss hat grünes Licht für die Aufstellung des Bebauungsplanes gegeben.

Frank Vogel

Die A 43 gehört für den Löschzug Appelhülsen zum Einsatzgebiet. Bei Unfällen und Pkw-Bränden auf der Autobahn sind die Appelhülsener als Erste vor Ort. Der Löschzug Appelhülsen benötigt seit Jahren dringend ein neues Feuerwehrgerätehaus. Foto: WN-Archiv/Dieter Klein

Der Rauch hat sich erst einmal verzogen. Aber in der Zukunft wird es wohl noch einige heiße Diskussionen geben. Am Dienstagabend hat der Haupt- und Finanzausschuss die Änderung des Flächennutzungsplanes und die Aufstellung des Bebauungsplanes „Dirksfeld“ in Appelhülsen beschlossen. Damit werden die planungsrechtlichen Voraussetzungen für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses geschaffen. Wie das Gebäude letztendlich ausgeführt und was es kosten wird, das sind Fragen, die erst später angegangen werden. Und strittig sein dürften.

Im Vorfeld hatten die Grünen – wie berichtet – gefordert, die Kosten sehr deutlich zu deckeln (auf 1,5 Mio. Euro anstelle der im Haushalt vorgesehenen 5,3 Mio. Euro). Fraktionssprecher Richard Dammann betonte im Ausschuss, dass die Grünen wie alle anderen Fraktionen den Bau des Feuerwehrhauses fraglos unterstützen. „Aber es muss bezahlbar bleiben.“ Was man letztendlich bauen könne und wolle, darüber müsse noch diskutiert werden.

Hartmut Rulle, Fraktionschef der CDU, machte deutlich, dass die eingestellten 5,3 Mio. Euro lediglich ein Platzhalter seien. „Was das Projekt am Ende kostet, werden wir sehen.“ Es müsse nicht alles umgesetzt werden, was im Architektenentwurf steht. Eines müsse man sich aber klarmachen: „Es ist nicht zu erwarten, dass wir ein solches Feuerwehrgerätehaus 50 Prozent günstiger bauen können.“

An Dammann gewandt, konterte Rulle dessen Anmerkung im Vorfeld, „im Prinzip ist eine Feuerwehr eine Wagenhalle mit Sozial- und Schulungsräumen“ mit dem Hinweis, dass es auch ein Wunsch der Grünen sei, ein Gründach zu schaffen und Fotovoltaik zu installieren. „Das kann eine Indus­triehalle gar nicht tragen, das wird ein statisches Problem. Aber wenn wir das wollen, dann kostet das Geld.“

Wolfgang Danziger erklärte für die SPD zwar die grundsätzliche Zustimmung, warnte aber davor, die vielen anderen Investitionen, die die Gemeinde noch vor sich habe, „links liegenzulassen“. „Das müssen wir im Blick behalten.“

Helmut Walter (FDP) und Jan Van de Vyle (UBG) schlossen sich den Worten Hartmut Rulles an. Van de Vyle schlug eine Fraktionsrunde zu dem Thema vor. Außerdem wies er darauf hin, dass man nicht zu sehr kürzen dürfe, weil der Architekt sonst möglicherweise einen Gewinnausfall geltend machen könne.

Fachbereichsleiter Jonas Sonntag erklärte noch einmal grundlegend, dass bei einem solchen Architektenwettbewerb, wie er für das Feuerwehrgerätehaus durchgeführt worden ist, die Kosten zunächst keine Rolle spielen. Unabhängig davon gehe es erst einmal allein um die städtebauliche und architektonische Qualität. Im Nachgang prüfe man dann die Kosten für die bestplatzierten Entwürfe. „In unserem Fall war der Siegerentwurf zugleich der günstigste“, erklärte Sonntag, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Mit dem Aufstellungsbeschluss bringe man jetzt das Verfahren voran, mit dem Architekten sei man im Gespräch.

Sonntag erläuterte auf Nachfrage der UBG, dass im nun aufzustellenden Bebauungsplan die in einem ersten Beschluss von 2018 vorgesehenen 4000 m² für eine Wohnbauentwicklung nicht mehr zur Verfügung stehen. Die Dimensionierung des Neubaus sowie der Bewegungsflächen für die Feuerwehrfahrzeuge sowie der Verkehrsflächen für die anrückenden Einsatzkräfte lasse das nicht zu. Der Beschluss von 2018 wurde deshalb am Dienstagabend zugleich mit der Aufstellung des neuen Planes aufgehoben. Ein externes Planungsbüro ist beauftragt worden, „auf Basis des Wettbewerbssiegers“ die Entwürfe des Flächennutzungsplanes sowie des Bebauungsplanes zu erstellen. Dafür sind 15 000 Euro Planungskosten angesetzt worden.

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