1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Nottuln
  6. >
  7. Sommer in Musik gesetzt

  8. >

Facettenreiches Konzert der Corona Musica

Sommer in Musik gesetzt

Appelhülsen

Eine Reise durch gleich drei Jahrhunderte Musikgeschichte präsentierte die Corona Musica bei ihrem Sommerkonzert. Das Publikum genoss vortrefflich präsentierte Musik.

Von Axel Engels

Die Corona Musica unter der Leitung von Helga Höfer bewies einmal mehr ihr Können und ihre Vielseitigkeit. Foto: Axel Engels

Schon bei ihrem letzten Konzert hat die Corona Musica unter der versierten Leitung von Helga Höfer den Besuchern ein mitreißendes Musikerlebnis geschenkt. An diesem Sonntag fand das große Historienspiel zum Jubiläum 1000 Jahre Appelhülsen statt. Und da steuerte das Ensemble bei einer Hochzeitsszene auch gleich das passende barocke Menuett bei. Der Konzertanfang wurde leicht nach hinten verlegt, damit auch die Besucher des Historienspiels der Einladung zu den „Sommerklängen“ folgen konnten – und dadurch war der Saal des Bürgerzentrums Schulze Frenking bestens gefüllt.

Wieder einmal hatte das Ensemble aus seinem großen Repertoire ein facettenreiches Programm zusammengestellt, das zu einer Reise durch gleich drei Jahrhunderte Musikgeschichte einlud. Dabei spürte man schon bei den ersten barocken Klängen aus der „Wassermusik“ von Georg Frie­drich Händel die Lebendigkeit und Innigkeit, mit der dieses Ensemble, geführt von Helga Höfer, musiziert. Stilistisch zeigte sich hier die überaus fundierte Arbeit von Helga Höfer, stimmten die Manierismen und Verzierungen dieser barocken Komposition bis ins kleinste Detail.

Man muss wohl lange suchen, um ein Ensemble wie die Corona Musica zu finden. Seit fünf Jahrzehnten wird es von Helga Höfer geleitet, und man spürte den gleichsam familiären Zusammenhalt untereinander. Für viele Menschen hat Helga Höfer den Zugang zur Musik eröffnet, überaus kompetent und mit großer Herzenswärme. Die Corona Musica bezeichnet sie selber als ihr Lebenswerk.

Mit Akribie und Feinsinn musizierte das Ensemble die „Variationen über ein Schweizerlied“ aus der Feder Ludwig van Beethovens und auch die „modernere“ „Fantasia ritmica“ und Fantasia Tedesca“ von Egon Ziesmann fanden bei solch intensiver Spielweise ein aufgeschlossenes Publikum.

Als Höhepunkt erklang das Märchen „Schneeweißchen und Rosenrot“ der Gebrüder Grimm. Dieses wurde einfühlsam von Anne Bertels-Schleß rezitiert, und die Corona Musica lieferte dann mit der Musik des australischen Komponisten Lance Eccles die klangmalerische Umsetzung. Da war jeder einzelne Part in ein ganz individuelles Gewand gekleidet, und so konnte das Märchen auch musikalisch seinen ganzen Reiz entfalten.

Aber die Corona Musica war immer auch für ihre Ausflüge in „modernere“ Welten bekannt. Und so erinnerte sie mit zwei Tanzsätzen aus der „Suite“ von Harry Höfer an den für das Appelhülsener Kulturleben wichtigen Komponisten.

Solch eine Reise vom Barock bis zur Moderne stellt eine große Herausforderung dar, aber mit ihren „Sommerklängen“ hat die Corona Musica wieder einmal gezeigt, dass Musizierfreude gepaart mit fundierter Probenarbeit zu einem Musikgenuss für das Publikum wird.

Startseite
ANZEIGE