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Hale-Bopp-Bigband

Starker Neustart ins Konzertleben

Nottuln

Mit neuer Leitung zurück ins Konzertleben: Die Hale-Bopp-Bigband präsentierte sich mit Matthias Beckmann von ihre besten Seite.

Von Axel Engels

Tolles Trio: Matthias Beckmann (Trompete und Flügelhorn) und Erick Paniagua (Kontrabass) hatten sich mit der brillanten Violinistin Ekaterina Baranova verstärkt. Foto: Axel Engels

„What a Spring Swing“ war der Titel des ersten Konzertes der Hale-Bopp-Bigband nach der Pandemie-Pause. Und zu diesem überaus unterhaltsamen Neustart ins Konzertleben kann man den Musikerinnen und Musikern nur gratulieren.

Bestens war die Bigband von ihrem neuen Leiter Matthias Beckmann auf das Konzert im Forum des Gymnasiums eingestimmt worden. Mit dem sympathischen Künstler hat die Bigband einen Leiter gefunden, der mit seiner natürlichen Art so ganz zu dieser Formation passt. Beckmann sorgte schon mit seinem Weltmusikalbum „Mpenzi Wangu“ für Aufsehen auch in der internationalen Musikszene, ist als Komponist, Arrangeur und Pädagoge sicher genauso versiert wie als Trompeter und Flügelhornist.

Aber von seiner charmanten Art darf man sich nicht täuschen lassen, denn hinter dem legeren Habitus verbirgt sich ein Musiker, der mit Akribie und Feinsinn sein Streben nach musikalischem Niveau bis ins kleinste Detail verfolgt. Davon profitiert jetzt auch die Hale-Bopp-Bigband, die sich mit einem überaus anspruchsvollen und abwechslungsreichen Programm präsentierte.

Matthias Beckmann als neuer Leiter

Die Moderation hatte der Trompeter Hans von Lützau, dessen sehr informative Einführungen in die jeweiligen Standards eine Bereicherung waren. Mit „Take the A Train“ von Billy Strayhorn ging es über den großen Teich in die Welt der legendären Tanzpaläste. Dieser durch Duke Ellington weltbekannte Song aus dem Jahre 1939 zeigte sich wie vom Staub der Zeit befreit in einer wahrlich swingenden Farbe.

Genauso ging es weiter auf der musikalischen Reise mit Dizzy Gillespies „A Night in Tunesia“ und Duke Ellingtons „It don’t mean a Thing“. Bei solchen Standards beweist sich die Qualität einer Bigband, und da genoss man die stilsichere und technisch versierte Spielweise der Hale-Bopp-Bigband.

Große Gefühlstiefe zeigten die Interpretationen von Balladen wie „Just the Way you are“ und „When I fall in Love“. Solche Musik scheint wie für die Bigband komponiert zu sein, und so genoss man den perfekten Klangausgleich und den Farbenreichtum der einzelnen Ins­trumentengruppen.

Die Hale-Bopp-Bigband spielte erstmals unter der neuen Leitung von Matthias Beckmann. Foto: Axel Engels

Aber der Abend hatte noch ein weiteres musikalisches Präsent parat: Das Duo Matthias Beckmann und Erick Paniagua hatte sich mit der brillanten Violinistin Ekaterina Baranova verstärkt. Und so bewies das Trio nach der Pause mit seinen Interpretationen von Songs aus dem „Great American Songbook“ sein überaus professionelles Niveau. Die Kombination von Violine, Trompete beziehungsweise Flügelhorn, Kontrabass und Gitarre bereicherte die bekannten Songs um eine spritzig-lebendige Facette.

Auf den Broadway ging es mit Jerome Kerns „All the Things you are“ und „All of me“ aus der Feder von Seymor Simons und Gerald Marks. Da wurde im perfekten Miteinander musiziert und das Publikum erlebte Broadway-Melodien wie „Body and Soul“ in einfach mitreißender Art. Auch in der südamerikanischen Musik waren die Musiker mit Esprit und Leidenschaft zu Hause.

Als besonderes Geschenk an die begeisterten Konzertbesucher gab es dann Herbie Hancocks „Chameleon“, bei dem Bigband und Trio gemeinsam für ein Musikerlebnis der Extraklasse sorgten. Für den fulminanten Applaus des Publikums bedankten sich die Musiker dann noch mit George Gershwins „Summertime“ – ein perfektes Finale für ein tolles Konzert.

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