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Radweg entlang des Uphover Wegs

Stolperkante oder Schutzfunktion?

Nottuln

Die Ratsfraktion der Grünen hat einen Antrag an den Gemeinderat gestellt, die Situation am Uphovener Weg für Radfahrer zu verbessern. Hintergrund ist ein Unfall, der sich dort am 30. August ereignet hat.

Frank Vogel

Zwischen dem Ende der Brücke über die Umgehungsstraße (hinten in Höhe der beginnenden Leitplanke) bis zur Einmündung zum Bagno befindet sich dieser Hochbord. Schützt er die Radfahrer vor dem Autoverkehr oder ist er gefährlich für die Radler? Foto: Frank Vogel

Wie damals in unserer Zeitung berichtet, hatte eine 61-jährige Radfahrerin gegen 23.25 Uhr – vom Longinusturm kommend – den Radweg am Uphovener Weg (Kreisstraße 38) Richtung Nottuln benutzt und die Brücke über die Umgehungsstraße passiert. Auf dieser ist der Radweg durch eine Leitplanke von der Straße getrennt ist. Ausgangs der Brücke kommt ein kurzes Stück von 30, 40 Metern, auf dem der Radweg etwas höher liegt als die Fahrbahn und durch einen Bordstein von der Straße getrennt ist. Im weiteren Verlauf wird dieser Bordstein dann abgesenkt, und der Radweg endet und mündet auf die Straße.

Diese Situation hat die Radfahrerin in der Dunkelheit nicht erkannt. Sie wechselte zu früh auf die Straße, fuhr dabei von der Bordsteinkante herunter, verlor die Gewalt über ihr Fahrrad und stürzte schwer.

„Das ist eine unnötige Gefährdung der Radfahrenden“, schreiben die Grünen zur Begründung ihres Antrags. „Man muss auf die Straße, da der Radweg endet, kann das aber nur in einem kleinen Teilbereich und das noch in einer Straßeneinmündung (Anmerkung der Redaktion: gemeint ist der kleine Stichweg Richtung Bagno).“

Nach dem Unfall sind der Landesbetrieb Straßen.NRW, der den Radweg im Zuge des Brückenneubaus über die Umgehungsstraße mitgebaut hat, und der Kreis Coesfeld als Straßenbaulastträger der Kreisstraße gemeinsam mit der Polizei vor Ort gewesen, um zu sehen, was man ändern kann. Das Ergebnis: Mitte September ist eine dicke weiße Trennlinie – eine sogenannte Furtmarkierung – aufgetragen worden, die, so erläutert der Landesbetrieb im Gespräch mit unserer Zeitung, deutlich erkennbar sei und den Radfahrer zu der Stelle leite, an welcher der Radweg in die Straße einmündet.

Für die Grünen ist dieser Versuch einer Verbesserung der Situation nicht zielführend. Die Markierung sorge dafür, „dass der Bordstein selbst bei guter Sicht weniger ins Auge springt.“

Die Gefahr der Stolperkante bleibe bestehen. „Bei diesem Bordstein handelt es sich um einen Planungsfehler. Er wurde am Ende des Radwegs unnötig hochgeführt.“

Deshalb beantragen die Grünen, den Bordstein ersatzlos zu entfernen und den endende Radweg ebenerdig zur Straße zu führen, „damit Radfahrende gefahrlos vom Radweg auf die Straße wechseln können.“

Der Landesbetrieb erläutert dazu, dass es in Fällen wie diesem durchaus zwei Meinungen gebe. Entgegen der Ansicht der Grünen sehen die Behörden vor allem die Schutzfunktion des Hochbords für die Radfahrer. Denn er trenne den Radweg von der Straße.

Man darf gespannt sein, auf welche Seite sich der Gemeinderat in dieser Frage stellt.

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