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Jonas Rump hat ein Buch über Nottulner Erinnerungen geschrieben

Urige Begebenheiten das Alltags

Nottuln

Auf seine Kinder- und Jugendtage in Nottuln blickt Jonas Rump in seinem ersten Buch zurück. 100 Seiten mit fiktionalisierten Kurzgeschichten und Schmonzetten, denen sicherlich ein wahrer Kern innewohnt, umfasst das Werk.

Von Ulla Wolanewitz

Der aus Nottuln stammende Jonas Rump, der heute in Berlin lebt, hat ein Buch über seinen Heimatort geschrieben. Foto: Jan Radtke

Da staunt der Paohl­bürger und diejenigen, die sich in der Gemeinde zu Hause fühlen, wundern sich nicht minder. Während für die „Oldies“ einen Buchtitel wie „Nottuln – Traurige Geschichten aus einer traurigen Kleinstadt“ nach reichlich Provokation klingt, amüsieren sich Millennials – die bis in die späten 1990er-Jahre Geborenen – bei dieser Lektüre vom Feinsten. Nicht zuletzt, weil sie viel trockenen Humor und einen hohen Wiedererkennungswert liefert.

Schnittmengen zwischen den Generationen

Die „Youngster“ lachen sich schlapp und klatschen in die Hände. Vertreter des „indigenen Volkes“ kräuseln die Stirn und schütteln mit dem Kopf. Klar wird dabei einmal mehr, dass der Humor der Generationen sehr unterschiedlich sein kann, auch wenn es dabei durchaus Schnittmengen gibt. Was dem Paohlbürger die „Küerquaterie“, ist dem Millennial der „Gossip“, der Tratsch, das Gerücht.

„Nottuln ist eigentlich alles andere als traurig“, bekennt der junge Nachwuchsautor Jonas Rump, der in Berlin lebt, augenzwinkernd. „Es war nicht mein Ansinnen, jemandem auf den Schlips zu treten. Für mich war dieser Kontrast vielmehr ein wichtiges Mittel, um eine entsprechende Spannung aufzubauen.“

Der gebürtige Nottulner lebt seit vielen Jahren in der Hauptstadt. Derzeit arbeitet er, wenn er nicht gerade am eigenen Buch schreibt, für ein Start-up-Unternehmen, dass eine App mit Zusammenfassungen von Sachbüchern anbietet. „Meine erste Lesung, bei der ich auch viele ‚Exil-Nottulner‘ begrüßen konnte, war ein guter Erfolg“, freut sich der 31-Jährige, denn schließlich war es die oftmals gehörte Frage „Du bist doch auch aus Nottuln?“, die ihn motivierte, auf die Kinder- und Jugendtage zurückzublicken und seine Erinnerungen in die Tasten zu klöppeln.

Fiktionalisierte Kurzgeschichten und Schmonzetten

Dabei herausgekommen ist sein Erstlingswerk, das 100 Seiten mit fiktionalisierten Kurzgeschichten und Schmonzetten umfasst, denen sicherlich ein wahrer Kern innewohnt. Dem nachzuspüren, motiviert natürlich besonders die Generation Y. Es sind Geschichten von Leuten und zu banalen und urigen Begebenheiten des Alltags, wie sie sicherlich jeder Kleinstädter kennt.

Dazwischen gibt es auch Grüße an „Onkel Heinz“, einem der vielen Vetter des Papas, schließlich reichen die Wurzeln seiner Familie bis ins 14. Jahrhundert zurück. „Manchmal vergesse ich, dass ich mit sehr vielen Menschen auf dieser Welt verwandt bin “, lacht der Autor.

In Nottuln aufgewachsen, erfuhr er seine erste Sozialisierung, außerhalb der Familie, im Marien-Kindergarten. Dem folgte der Besuch der St.-Martinus-Grundschule, bevor er zum Gymnasium wechselte. Allesamt Wirkungsstätten, die vom heimischen Nest fußläufig zu erreichen waren. Inklusive Freibad, einem seiner liebsten Aufenthaltsorte im Sommer. So weit, so idyllisch. Bis ihn die Welt dann doch mit anderen Wahrheiten konfrontierte.

Begegnungen mit „Exil-Nottulnern“

Eine Vertreterin der Generation Y findet die Geschichten „sehr treffend auf den Punkt gebracht. Er beschreibt, wie es ist, wenn man als Heranwachsender entweder auf einmal oder schleichend versteht, dass die heile Welt, in der man lebt, gar nicht so heil ist, wie man denkt, und, dass jeder sein Päckchen zu tragen hat. Was andersherum ja auch tröstend sein kann. Mit dem Vergleich der Welten ergibt sich die Erkenntnis, dass man eine schöne Kindheit hatte.“ Eine Kindheit und Jugend in der Freundschaften geschlossen wurden, die das weitere Leben positiv begleiten. Etwa in der Form, dass sich beim „Buch-Release“ viele Exilanten begegnen, die sich mit „Du bist doch auch Nottulner“ begrüßen.

Die junge Leserin fühlte sich jedenfalls bestens unterhalten und empfiehlt: „Wer den Austausch zwischen den Generationen an Weihnachten etwas beleben möchte, sollte seinen Lieben dieses Buch bescheren.“

Für 15 Euro ist das Buch in der Stiftsbuchhandlung Esplör zu haben.

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