Rupert-Neudeck-Gymnasium

Vernetztes Denken lernen

Nottuln

Unternehmerische Entscheidung auf der Basis von wirtschaftlichem Wissen treffen – wie geht das. Andreas Jäsche und Kira Deckers erklärten es den Schülern des Rupert-Neudeck-Gymnasiums und spielten mit ihnen.

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Andreas Jäsche (FH Paderborn) und die ehemalige Nottulner Gymnasiastin Kira Deckers begleiteten die Schülerinnen und Schüler bei dem Planspiel. Foto: Rupert-Neudeck-Gymnasium

Am Rupert-Neudeck-Gymnasium nahm der Grundkurs Sozialwissenschaften der Q1 jetzt an einem Planspiel zur Unternehmensführung teil. Die Schüler mussten über mehrere Perioden ein fiktives Unternehmen leiten mit dem Ziel, am Ende eine bessere Bilanz als die Konkurrenzgruppen zu haben.

Entwickelt und durchgeführt wurde das Planspiel von Andreas Jäsche von der FH Paderborn, der Schüler damit auf Bewerbungsverfahren vorbereitet. Er betonte, dass Firmen händeringend und meistbietend junge Leute suchten, die in der Lage sind, vernetzt zu denken und komplexe Situationen zu beherrschen.

Entsprechend mussten die konkurrierenden Gruppen des Grundkurses gleichzeitig viele Faktoren im Blick haben und schwierige unternehmerische Entscheidungen treffen. Es wurde heftig diskutiert, ob mehr oder weniger Arbeitskräfte benötigt würden, ob eine veränderte Stückzahl in der Produktion auf die entsprechende Nachfrage stoßen würde, ob dem Unternehmen hohe Umweltstandards oder ein niedriger Preis mit teils giftigen Rohstoffen im Endprodukt wichtiger wären, und es wurde intensiv abgewogen, ob man lieber einen Kredit aufnehmen sollte, um die hohen Startschulden zu tilgen oder voll auf Risiko setzen und auf einen hohen Absatz spekulieren sollte.

Einige Schüler waren zunächst etwas entmutigt angesichts der großen Herausforderung auf unbekanntem Gebiet und vor allem der großen Menge an Zahlen und Informationen, die erst einmal bewältigt werden mussten, bevor man überhaupt etwas entscheiden konnte. Der Kurs war sich einig, dass ihm wirtschaftliches Know-how fehlte, was dieses vom Verein „Wirtschaftsjunioren“ in Zusammenarbeit mit dem „Wirtschaftsclub“ geförderte Projekt absolut rechtfertigte, heißt es in einer Pressemitteilung des RNG.

Eine ehemalige Schülerin des Gymnasiums, Kira Deckers, engagiert sich in diesem Bereich und regt gemeinsam mit anderen Unternehmern Wirtschaftsprojekte in Schulen an. Sie finde es erschreckend, wie wenig junge Menschen über wirtschaftliche Zusammenhänge wissen, obwohl Grundwissen über sinnvolles Wirtschaften überall gebraucht wird – ob im Privatleben oder im Beruf. Deckers begleitete den Projekttag und unterstützte die Gruppen, sodass auch diejenigen, die sich von der Komplexität und den Millionenbeträgen verunsichern ließen, Erfolgserlebnisse hatten.

Nach der Auswertung der ersten Runde zog dann der Wettbewerb unter den Gruppen deutlich an: Alle hatten gesehen, welche Auswirkungen bestimmte Entscheidungen hatten und wie sie sich mit ihrer bisherigen Strategie am Markt platziert hatten. Der Ehrgeiz, die beste Bilanz vorzuweisen, war geweckt. Johannes Veltel sagte stellvertretend für die meisten Schüler, es mache richtig Spaß, wenn „man sich erstmal reingefuchst hat“. Der Grundkurs arbeitete engagiert und machte Überstunden auf der Suche nach dem richtigen Werbeetat oder der besten Zusammensetzung des Personals.

Gespannt warteten alle auf die letzte Auswertung und die Verkündung der Gewinner. Die Schüler hatten sich großartig auf den ihnen anfangs sehr fremden Lernstoff eingelassen und dabei unter anderem auch den Tipp von Andreas Jäsche beherzigt, dass man in der Wirtschaft mit jedem zusammenarbeiten muss, und in ihren Zufallsgruppen intensiv kooperiert.

Julius Terbrack fasste den Erfolg des Projektes zusammen: „Man kann das vernetzte Denken echt gut lernen.“

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