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Amtsgericht: Verfahren wegen Betrugs und Brandstiftung

Verteidiger legt neue Hinweise vor

Nottuln

Das Gerichtsverfahren gegen einen Nottulner und seinen Sohn wegen Betrugs und Brandstiftung könnte langwierig werden. Die Verteidigung überraschte jetzt Gericht und Staatsanwaltschaft.

Vor dem Amtsgericht Coesfeld läuft ein Verfahren wegen Betrugs und Brandstiftung gegen einen Nottulner und seinen Sohn. Foto: Iris Bergmann

Im Gerichtsverfahren gegen einen 51-jährigen Nottulner und dessen 26-jährigen Sohn, denen Betrug und Brandstiftung vorgeworfen wird, ist ein baldiges Ende nicht in Sicht. Aufgrund eines neuen Beweisantrages der Verteidigung setzte das Amtsgericht Coesfeld am Donnerstag beim zweiten Verhandlungstermin zwei weitere Sitzungstermine an, einen davon ausschließlich für die Verlesung eines Sachverständigengutachtens zur Brandstiftung.

Wie berichtet, geht es um einen Vorfall aus dem Dezember 2019. Der Nottulner hatte damals den Diebstahl seines hochwertigen SUV-Pkws angezeigt. In dem Fahrzeug hätten sich auch seine Tageseinnahmen befunden. Das Fahrzeug wurde drei Tage später ausgebrannt in Greven gefunden.

Ausgebrannter SUV

Der Fahrzeughalter meldete den Schaden der Versicherung. Der Versicherung wiederum kam aufgrund der Auswertung der Fahrzeugschlüsseldaten die ganze Angelegenheit verdächtig vor. Die Polizei führte weitere Ermittlungen durch und wertete die Handydaten der Beteiligten aus. Alle Indizien zusammen veranlassten die Staatsanwaltschaft dazu, Anklage zu erheben.

Ursprünglich gab es drei Beschuldigte, unter anderem wurden Beteiligungsvorwürfe gegen einen Grevener Freund des Sohnes erhoben. Dieses Verfahren wurde aber abgetrennt und endete nach Angaben der Verteidigung mit einem Freispruch. Man habe nachweisen können, dass die Auswertung der Funkzellen (Handyortung) fehlerhaft gewesen sei, hieß es.

Handyortung liefert Verdachtsmomente

Die Verteidigung des Sohnes überraschte Gericht und Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit neuen Beweisen, wonach der Sohn aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit im fraglichen Zeitraum nicht in Greven habe gewesen sein können. Damit müssen sich nun Staatsanwaltschaft und Gericht beschäftigen.

Befragt wurde am Donnerstag auch noch ein 25-jähriger Nottulner als Zeuge. Dieser hatte am gemeldeten Tattag gesehen, wie der SUV des Nottulners vom Geschäftssitz weggefahren sei. Die Person am Steuer habe er aber nicht erkannt, so der junge Mann.

Der Prozess wird im August fortgesetzt.

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